# taz.de -- Ausweitung des Iran-Krieges: Vor dem Showdown
       
       > Iran und die USA steuern auf eine Zuspitzung ihrer militärischen
       > Konfrontation zu. Europa wird sich da auf Dauer nicht heraushalten
       > können.
       
 (IMG) Bild: Der US-israelische Angriff auf den Iran ist zu einem Weltkrieg eskaliert
       
       [1][Der Irankrieg eskaliert jeden Tag]. Iran setzt auf Ausweitung – der
       Versuch, die US-Militärbasis Diego Garcia auf dem britischen
       Chagos-Archipel über 3.000 Kilometer entfernt zu bombardieren, zeigt das
       und bestätigt auch jene, die sagen, Iran stelle mit dieser Reichweite für
       Europa eine unmittelbare Bedrohung dar. Im Indischen Ozean, wo Diego Garcia
       liegt, müssten sich westliche Flottenverbände sammeln, wenn sie die Straße
       von Hormus freikämpfen wollen, die Iran mit dramatischen Folgen für die
       Weltwirtschaft gesperrt hat. Donald Trump setzte Iran am Samstag [2][eine
       Frist von 48 Stunden, um die Blockade aufzuheben]. Iran reagiert mit der
       Drohung, seine Angriffe zu intensivieren.
       
       Trump und Netanjahu können nun gar nicht anders, als noch weiter zu
       eskalieren, und sie sind möglicherweise nicht allein. Briten und Franzosen
       wollen eigentlich erst nach Ende des Krieges militärisch eingreifen, zur
       Absicherung der Meere. Aber Irans Strategie der Ausweitung durchkreuzt jede
       Strategie des Abwartens. Großbritannien hat den USA nach viel Hin und Her
       nun doch grünes Licht gegeben, britische Basen für eine Sicherung der
       Straße von Hormus zu nutzen, also Diego Garcia und Oman. Frankreichs Marine
       machte schon vor einer Woche in Kenia Station. Die US-Marine hat
       Kriegsschiffe mit Marinesoldaten aus Ostasien Richtung Iran in Bewegung
       gesetzt. Ende März könnten sie eintreffen.
       
       April könnte der Monat des Iran-Showdowns werden, eventuell zeitgleich zum
       erwarteten Frühjahrsaufschwung der Kämpfe in der Ukraine, wo Russland zwar
       Boden verliert, aber neue Offensiven vorbereitet – ermuntert durch die
       Ölgelder, die der Irankrieg in seine Kassen spült. „Das ist nicht unser
       Krieg“, wie es zum Irankrieg vergangene Woche noch aus Europa hieß, ist da
       keine adäquate Antwort mehr. Es gibt momentan [3][kein europäisches „Wir“].
       Trumps Irankrieg und davor seine Grönland-Ambitionen haben die Nato
       gespalten, die EU wird vom Trump- und Putin-Freund Viktor Orbán aus Ungarn
       lahmgelegt. Jede Regierung muss selbst überlegen, wo sie in diesem
       heraufziehenden Dritten Weltkrieg steht und was sie zu tun gedenkt. Auch in
       Berlin.
       
       22 Mar 2026
       
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