# taz.de -- Neuigkeiten aus der Tischtenniswelt: Zurück zu den Vereinen
       
       > Der Trend seitens der Profis, für die internationale Karriere auf der
       > Klubebene zurückzustecken, ist wieder rückläufig.
       
 (IMG) Bild: Der Brasilianer Hugo Calderano schlägt ab kommender Saison für den 1. FC Saarbrücken auf
       
       Es gibt wieder Neuigkeiten aus der Tischtenniswelt. Da wäre zum einen noch
       ein Wettbewerb, den sich der ITTF ausgedacht hat, nämlich der [1][ITTF
       Doubles World Cup], der erstmals 2027 stattfinden soll, Ort noch unbekannt.
       Als ob der Kalender der Profis nicht eh schon voll genug wäre!
       
       Aber es scheint ja zu funktionieren, und Geld ist anscheinend da. Sogar der
       Trend seitens der Profis, auf Vereinsebene zugunsten der internationalen
       Karriere zurückzustecken, ist wieder rückläufig. Benedikt Duda hat doch
       wieder bei seinem Heimatverein unterschrieben, und World-Cup-Sieger Hugo
       Calderano ist aus der Vereinslosigkeit zurückgekehrt, er spielt nächste
       Saison für den 1. FC Saarbrücken.
       
       Der musste sich – nächste Hot News! – unterdessen mitanschauen, dass sich
       der amtierende Olympiasieger und Ex-Weltmeister Fan Zhedong entschieden
       hat, noch ein weiteres Jahr Bundesliga zu spielen, allerdings nicht in
       Saarbrücken, sondern bei Borussia Düsseldorf. Timo Boll – ist der nicht
       eigentlich „Markenbotschafter“ für Borussia Dortmund? – soll
       mitverantwortlich für diese Entscheidung gewesen sein.
       
       Wie auch immer, für Borussia Düsseldorf, dem Verein, der im Ruf steht, der
       FC Bayern des Tischtennis zu sein, ist das ein Coup; der Abwärtstrend nach
       Bolls Karriereende scheint aufgehalten. Spannend wird sein, wie in diesem
       Sommer der Meisterschaftskampf entschieden wird. Also, ob Fan mit
       Saarbrücken am Ende in einen Gewissenskonflikt gerät, wenn es gegen
       Düsseldorf gehen sollte.
       
       ## Macht und Machterhalt
       
       Die Deutsche Bundesliga scheint sich also gegen die Übermacht des WTT
       (World Table Tennis) mit seinem Turnierzirkus zu behaupten. Was daran
       liegt, dass hier die Spieler Geld verdienen, während sie dort in
       Vorleistung gehen müssen und bei frühem Ausscheiden eventuell auf ihren
       Unkosten sitzen bleiben. Im Tennis gibt es das Auffangsystem Verein lange
       nicht mehr: Hier hat ein Profi mal die Rechnung aufgestellt, dass man schon
       Millionär sein muss, um einmal Millionär werden zu können; für Reisen,
       Betreuung etc. pp gebe man nämlich schon eine gute Million Euro aus, bevor
       man überhaupt anfängt, [2][das Geld wieder einspielen] zu können.
       
       Anderswo, zum Beispiel in Österreich, leidet der Tischtennis-Ligabetrieb
       schwer. Hier werden Spielkalender- und Aufstellungsverzerrungen beklagt;
       die ohnehin zweitklassigen Kader spielen bei Weitem nicht die Unkosten ein.
       Mal sehen, wohin der Trend geht – mehr Sponsoring? Oder eine internationale
       Superliga?
       
       Dazu hat man in Österreich noch ganz andere Probleme, nämlich einen MeToo-
       oder besser: Missbrauchsfall (übergriffiger Trainer, Opfer minderjährig),
       dessen Aufklärung gehörig verschleppt wurde, während Konsequenzen nur
       halbherzig gezogen wurden. In der ÖTTZ, der Verbandszeitung, die
       Sportjournalismus noch im Geiste der 1980er Jahre betreibt, steht von der
       Causa genau: nichts.
       
       Und doch: Nach dem x-ten Vorstoß des Standard und – aha! – der Ankündigung
       des österreichischen Sportministeriums, dem Verband die Gelder zu
       streichen, kam endlich Bewegung in die Sache: Nach der ÖTTV-Vizepräsidentin
       Liu Jia ist mittlerweile [3][auch der Präsident Wolfgang Gotschke
       zurückgetreten]; der Rest des Vorstands hüllt sich noch in Schweigen oder
       droht mit juristischen Gegenmaßnahmen.
       
       Schon seltsam, wie sehr Funktionäre in Ehrenämtern an ihren Ämtern kleben.
       Was haben sie bloß davon?
       
       24 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.ittf.com/2026/03/19/ittf-announces-doubles-world-cup-completing-the-world-cup-stage/
 (DIR) [2] https://www.tennis-insider.de/blog/preisgeld/
 (DIR) [3] https://sport.orf.at/stories/3153818/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) René Hamann
       
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