# taz.de -- Nachklapp zum Spiel Köln gegen Dortmund: Wenn der Stadionsprecher vorlaut ist
       
       > Der 1. FC Köln fühlte sich am Samstagabend gegen Dortmund vom
       > Schiedsrichter benachteiligt. Besonders hervorgetan hat sich ein Mann mit
       > Mikrofon.
       
 (IMG) Bild: Trip am Mikro: FC-Stadionsprecher Michael Trippel
       
       Was haben Werner Hansch, Norbert Dickel, Christian Arbeit und Arnd Zeigler
       gemeinsam? Easy, sie waren und sind legendäre Stadionsprecher. In diese
       illustre Reihe einfügen lässt sich vielleicht auch bald Michael Trippel,
       Stadionsprecher des 1. FC Köln. Zumindest hatte er seine shiny times, seine
       berühmten fünfzehn Minuten am Samstagabend beim Spiel des „Effzeh“ gegen
       Borussia Dortmund.
       
       Dort nutzte er seine exponierte Position dazu, die Entscheidungen des
       Schiedsrichtergespanns respektive des sogenannten „Kölner Kellers“, also
       des Videoschiedsrichterteams (VAR), auf seine Weise zu kommentieren. Es gab
       nach VAR-Eingriff eine Rote Karte für den Kölner Spieler Jahmai
       Simpson-Pusey gegen Ende der ersten Halbzeit, wohingegen es nach einem
       recht klaren Handspiel des Dortmunders Yan Couto in der Nachspielzeit
       keinen VAR-Eingriff gab. Schiedsrichter Daniel Siebert hatte in beiden
       Fällen nicht gehandelt.
       
       Eine, wie sich herausstellte, berechtigte Rote Karte mit „Pfui, widerlich“
       zu kommentieren, ist natürlich leicht grenzwertig; überhaupt sollten die
       Stadionsprecher (warum gibt es so wenige Stadionsprecherinnen? Nur der SC
       Freiburg und Bayer Leverkusen weisen mit Petra Dahl und Julica Goldschmidt
       welche auf) laut unausgesprochenem Kodex zur Fairness verpflichtet sein.
       
       Allerdings häufen sich in der empörten Republik auch die Anlässe zur
       Empörung. In diesem Fall zu dubiosen Entscheidungen – nicht nur trotz des
       VARs, sondern mitunter gar durch ihn. Besonders auffällig sind
       Elfmeterentscheidungen für die Großklubs, ganz vorne ist da der
       Branchenprimus, allerdings scheint auch Borussia Dortmund immer mal wieder
       vom VAR bevorteilt zu werden.
       
       Und ja, jede Entscheidung ist wichtig – auf der einen Seite wäre der FCB
       wohl nicht so weit enteilt, hätte Harry Kane nicht immer wieder die
       Gelegenheit, sein Torekonto durch Elfmeter aufzubessern; auf der anderen
       Seite ist für einen abstiegsgefährdeten Club wie den 1. FC Köln jeder Punkt
       wichtig, und ein 2:2 in letzter Minute wäre auch fürs Selbstbewusstsein gut
       gewesen.
       
       Ein Stadionsprecher wie Arnd Zeigler hat natürlich ganz andere
       Möglichkeiten, das Geschehene zu kommentieren; er hat das Privileg einer
       eigenen Fernsehsendung – die er ebenso für nötige Kommentare gegenüber dem
       VAR-Unwesen nutzt. Mal sehen, ob er sich mit seinem Kollegen solidarisch
       zeigt.
       
       8 Mar 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) René Hamann
       
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