# taz.de -- Uli Hoeneß beschwert sich über Schiri: Der ewige Schuldige
       
       > Es gab schon immer schlechte Schiedsrichterleistungen. Und schon immer
       > haben sich vor allem die darüber beschwert, die am Ende verloren haben.
       
 (IMG) Bild: Schiri und Unschuldslamm: Christian Dingert zeigt Luis Diaz die gelbe Karte
       
       Uli Hoeneß also mal wieder. Deutschlands vielleicht beliebtester
       Steuerhinterzieher hat wieder getan, wofür er berühmt und berüchtigt ist:
       Er hat einen rausgehauen. Nach dem [1][1:1 des FC Bayern München bei Bayer
       Leverkusen] meinte der Ehrenpräsident des Rekordmeisters, dessen Worte
       vielleicht nicht immer klug, aber immer noch gewichtig sind in München:
       „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je
       bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“
       
       Ja, da war etwas schiefgelaufen. Feldschiedsrichter Christian Dingert hat
       nach dem Spiel selbst eingestanden, dass die gelb-rote Karte, die der Luis
       Diaz wegen einer Schwalbe gezeigt hatte, wohl nicht angebracht war. Aber
       sonst? Es gab jede Menge enger und umstrittener Szenen, aber die
       Videobilder, die zu der Rücknahme von Toren oder der roten Karte von
       Nicolas Jackson geführt haben, waren nun wahrlich nicht falsch
       interpretiert worden.
       
       Was hat Hoeneß da am Samstagnachmittag also gesehen, was den
       Schiedsrichtern und eigentlich allen anderen Beobachtern dieses Spiels
       entgangen war? Und bei welchen unterirdischen Schiedsrichterleistungen, von
       denen es in der Bundesligageschichte gewiss einige gab, hat er weggeschaut,
       um zu seinem Urteil zu kommen?
       
       ## Fatale Fehlentscheidungen
       
       Und hat er wirklich nie von jenem Spiel des SV Werder Bremen gegen Hannover
       96 im Jahr 1975 gehört, bei dem Wolf-Dieter Ahlenfelder schon nach gut 30
       Minuten zur Pause pfeifen wollte, weil er nach einem Malteser Schnaps und
       einem Bier zum Mittagessen [2][nicht mehr ganz nüchtern] war?
       
       Ganz bestimmt war Hoeneß dabei, als Hans-Joachim Osmers 1994 im Spiel des
       FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg auf Tor für die Münchner entschieden
       hat, obwohl Thomas Helmer an selbigem vorbeigeschossen hatte. Das war
       wirklich ziemlich schlecht entschieden vom damaligen Schiedsrichtergspann.
       Aber es war eben nicht zuungunsten des FC Bayern, weshalb keine
       Lautsprechersprüche von Hoeneß in Richtung Osmers überliefert sind.
       
       So ist das eben bei der Schiedsrichterkritik. Sie wird von denen besonders
       lautstark formuliert, die sich um Punkte betrogen fühlen. [3][Die Versuche,
       durch den VAR Entscheidungen zu objektivieren], haben daran nichts
       geändert. Auch im modernen Fußball ist im Zweifel eben einfach der Schiri
       schuld, wenn das Ergebnis nicht stimmt. Daran können weder Fußballbösewicht
       Gianni Infantino noch die Regelverweser des International Football
       Association Board etwas ändern, die dem VAR immer mehr Eingriffe erlauben.
       
       Was für eine schöne Konstante! Darauf ein Bier und einen Malteser Schnaps!
       
       15 Mar 2026
       
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 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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