# taz.de -- Wahlkampfabschluss in Rheinland-Pfalz: Einladung an Trump zum Wurstmarkt
       
       > CDU und SPD mobilisieren kurz vor der Landtagswahl am Sonntag. Schnieder
       > greift die Regierung an, Schweitzer wirbt für Kontinuität. Eine Große
       > Koalition gilt als wahrscheinlich.
       
 (IMG) Bild: Bundeskanzler Friedrich Merz und Gordon Schnieder, CDU-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, beim Abschluss des Landtagswahlkampfs der CDU
       
       [1][Gordon Schnieder (CDU)] zeigte sich beim Wahlkampfabschluss in Bad
       Dürkheim am Freitagabend gut gelaunt. „Es hat so viel Spaß gemacht, ich
       könnte noch vier Wochen weitermachen“, sagte Schnieder in der Salierhalle
       laut Angaben der CDU vor rund 1.000 Menschen. In allen 51 Wahlkreisen in
       Rheinland-Pfalz sei er unterwegs gewesen, gemeinsam mit den Kandidatinnen
       und Kandidaten habe man „locker an 100.000 Haustüren“ geklopft.
       
       Mit Blick auf die Wahl am Sonntag zeigte sich der CDU-Spitzenkandidat
       optimistisch. Das Leben in Rheinland-Pfalz solle sich bald verbessern, „Sie
       können sich auf mich verlassen“, so der Spitzenkandidat der CDU. Er nannte
       am Freitagabend noch einmal mehrere zentrale Themen seines Wahlkampfs:
       Bildung, innere Sicherheit, unter anderem durch KI-gestützte Videotechnik,
       mehr Polizei sowie eine Stärkung des Vollzugsdienstes. Auch Gesundheit und
       Klimaschutz sprach er an, betonte beim Klimaschutz jedoch: „Die Wirtschaft
       hat Vorfahrt.“
       
       Inhaltlich griff Schnieder dabei nochmal die Landesregierung an. In den
       vergangenen Wochen hatte die CDU wiederholt Kritik an der Beurlaubung
       mehrerer Beamten in Mainz geäußert. Im Fokus stand unter anderem
       Staatssekretär Daniel Stich. Nach Berichten des SWR war ihm Sonderurlaub
       gewährt worden, um für die SPD zunächst als Landesgeschäftsführer und
       später als Generalsekretär tätig zu sein.
       
       Zudem soll sich eine weitere Beamtin im Sonderurlaub befunden haben, um den
       aktuellen Wahlkampf der SPD zu organisieren. „Wir wollen wieder einen
       ehrlichen Umgang miteinander“, kritisierte Schnieder. Bei vielen Menschen
       entstehe der Eindruck, dass in Mainz Selbstbedienung stattfinde. „Das ist
       ein Umgang, den wir am Sonntag beenden wollen.“
       
       ## Merz wirbt für Schnieder
       
       Unterstützung erhielt Schnieder in Bad Dürkheim auch von Bundeskanzler
       Friedrich Merz. Der Kanzler sprach von einem „fantastischen Wahlkampf“ und
       versuchte mit Humor dazu beizutragen. Er wolle den US-Präsidenten Donald
       Trump im September zum Wurstmarkt nach Bad Dürkheim einladen: „Für den
       Secret Service wird es ein Albtraum“, witzelte er. Das Publikum reagierte
       darauf teils nicht ganz begeistert. Trumps Großvater Friedrich Trump war
       1885 aus der Pfalz in die Vereinigten Staaten ausgewandert.
       
       Der Kanzler signalisierte Offenheit für eine Koalition mit der SPD, schloss
       aber eine Zusammenarbeit mit der AfD klar aus: „Unter meiner Führung findet
       das nicht statt“, sagte Merz. Doch die bisherige Arbeit der SPD kritisierte
       er: Die SPD habe in 30 Jahren zeigen dürfen, was sie könne, „da ist das
       eine oder andere nicht gelungen“. Rheinland-Pfalz habe vor allem bei
       Industrie, Qualifikation und im Bildungsranking deutlich verloren und müsse
       wieder an die Spitze in Deutschland. Merz war bereits wenige Wochen zuvor
       beim politischen Aschermittwoch in Trier aufgetreten und hatte dort für
       einen Machtwechsel in Rheinland-Pfalz geworben.
       
       ## Schweitzer mit Ex-Ministerpräsident:innen im Schlepptau
       
       Parallel dazu hatte auch die SPD ihre Abschlussveranstaltung in Landau –
       allerdings mit weniger prominenter Unterstützung. Mit dabei waren neben
       [2][Alexander Schweitzer (SPD)] die ehemaligen Ministerpräsidenten Malu
       Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping. Den Auftakt seiner Kampagne hatte
       Schweitzer gemeinsam mit Boris Pistorius bei der
       „Alexander-Schweitzer-Tour“ gemacht. Nun fehlte die Unterstützung aus
       Berlin am Freitag.
       
       Vor rund 300 Menschen warb Schweitzer für seinen Kurs und betonte vor allem
       den direkten Austausch mit den Menschen als Grundlage seiner Politik. Er
       sei gerne und mit voller Leidenschaft Ministerpräsident und wolle diesen
       Weg fortsetzen. „Wir haben in den letzten Jahren bereits viel erreicht, und
       ich bin damit noch lange nicht fertig. Ich habe noch viele Ideen für ein
       modernes Rheinland-Pfalz.“ Das Kopf-an-Kopf-Rennen entscheide darüber, in
       welche Richtung sich das Land künftig entwickle und wer die politische
       Führung übernehme. „Ich stehe für eine starke Wirtschaft, die die Zukunft
       im Blick hat, statt Rezepte in der Vergangenheit zu suchen. Ich stehe für
       Zusammenhalt und auch dafür, unseren Planeten und das Klima zu schützen.“
       
       Die Christdemokraten hatten in den Umfragen lange klar vorne gelegen,
       zuletzt war ihr Vorsprung jedoch auf ein bis zwei Prozentpunkte
       geschrumpft. Da die regierende Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP wohl
       keine Mehrheit mehr erreichen dürfte und der Wiedereinzug der Liberalen in
       den Landtag als unwahrscheinlich galt, gilt eine Koalition von CDU und SPD
       als wahrscheinlichste Option.
       
       21 Mar 2026
       
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