# taz.de -- Milliarden für Mini-Reaktoren: USA bauen mit Japan modulare Atomkraftwerke
> Tokio und Washington planen, Milliarden in Atomkraft und Erdgas zu
> investieren. Technologische Probleme werden dabei ausgeklammert.
(IMG) Bild: Japan und die USA setzen auf Mini-Reaktoren
Die USA und Japan planen gemeinsam den Ausbau der US-amerikanischen
Atomenergie: 40 Milliarden Dollar sollen in ein Projekt zum Bau von
Atomreaktoren in den Bundesstaaten Tennessee und Alabama fließen. Die
japanische Premierministerin Sanae Takaichi und US-Präsident Donald Trump
hatten am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.
Gebaut werden sollen Mini-Atomreaktoren – [1][sogenannte Small Modular
Reactors (SMR)]. Diese seien die „nächste Generation einer stabilen
Energiequelle, die die Strompreise für die amerikanische Bevölkerung
stabilisiert“, heißt es in der Erklärung. Das stärke die
japanisch-amerikanische Führungsrolle im globalen technologischen
Wettbewerb.
Für Horst Hamm, Projektleiter des [2][Uranatlas], ist das nichts anderes
als Propaganda. SMRs würden gerade überall auf der Welt einen regelrechten
Hype erfahren. „Dabei gibt es noch kein fertiges Industriekonzept, bei dem
man sagen könnte, so funktioniert es“, sagt Hamm. Atomkraft sei die
teuerste Art, Energie zu erzeugen. Sie liege „deutlich über allen anderen
Energieträgern“. Dass die in den USA geplanten SMRs tatsächlich eine
stabile Energiequelle bilden, hält er für „sehr unwahrscheinlich“.
„Die Investitionen in neue Atom- und Gasanlagen gehen in die völlig falsche
Richtung“, sagt Constantin Zerger, Leiter des Bereichs [3][Energie und
Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe]. Der Deal zeige, wozu
Erpressbarkeit durch Donald Trump führe: „größenwahnsinnige Investitionen
in rückwärtsgewandte Technologien“, so Zerger. Es profitierten Gas- und
Atomkonzerne, die Projekte senkten die Energiekosten aber nicht.
## Weitere Investitionen in fossile Energien geplant
Laut der gemeinsamen Erklärung von Takaichi und Trump gewährleisten die
Projekte Sicherheit, indem sie „das Wirtschaftswachstum beider Länder
beschleunigen“. Neben Atomkraft planen Washington und Tokio zudem den
Ausbau fossiler Energien. 33 Milliarden Dollar sollen in Kraftwerke für
Erdgas in den US-Bundesstaaten Texas und Pennsylvania investiert werden.
Für Europa müsse dies ein Weckruf sein. Trumps Handelsdeal zum Import
fossiler Energien müsse endgültig abgesagt werden, die Verhandlungen
dürften nicht wieder aufgenommen werden, sagt Zerger der taz. „Ansonsten
drohen auf beiden Seiten des Atlantiks weitere Fehlinvestitionen“.
Bereits im vergangenen Juli hatte Japan Investitionen in Höhe von 550
Milliarden Dollar in den USA zugesagt – als Gegenleistung für niedrigere
Zölle. Japanische Unternehmen hatten im Februar angekündigt, 36 Milliarden
Dollar als ersten Teilbetrag der Summe zu investieren.
22 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.bund.net/atomkraft/small-modular-reactor/
(DIR) [2] https://www.nuclear-free.com/uranatlas.html
(DIR) [3] https://www.duh.de/informieren/klimaschutz/
## AUTOREN
(DIR) Philipp Embach
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