# taz.de -- +++ Nachrichten im Iran-Krieg +++: Netanjahu: „Iran wird dezimiert“
       
       > Der Iran-Krieg geht mit unverminderter Härte weiter, gegenseitige
       > Drohungen der Gegner inklusive. Iran prahlt mit vermeintlich riesigen
       > Raketenvorräten.
       
 (IMG) Bild: Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bei einer Pressekonferenz in Jerusalem
       
       ## Netanjahu prophezeit schnelles Kriegsende
       
       Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sieht Iran knapp drei
       Wochen nach Beginn der Luftangriffe Israels und der USA stark geschwächt.
       „Wir gewinnen und der Iran wird dezimiert“, sagte Netanjahu am
       Donnerstagabend bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.
       
       Netanjahu betonte, der Iran sei mittlerweile nicht mehr in der Lage, Uran
       anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen. Der Krieg werde „viel
       schneller enden, als die Leute denken“. Zugleich sagte der israelische
       Regierungschef, der Krieg sei noch nicht beendet. „Es gibt noch mehr zu tun
       und wir werden es tun“, sagte er.
       
       Mit Blick auf den [1][Angriff auf das iranische Gasfeld „South Pars“]
       erklärte Netanjahu, Israel habe allein gehandelt. US-Präsident Donald Trump
       habe Israel im Anschluss gebeten, „weitere Angriffe auszusetzen, und wir
       halten uns daran“, sagte der israelische Regierungschef.
       
       Netanjahu verwies zudem auf [2][angebliche „Risse“ in der iranischen
       Führung]. „Ich bin mir nicht sicher, wer nun das Sagen in Iran hat.“ Der
       Sohn und Nachfolger des am ersten Kriegstag getöteten obersten Führers
       Ajatollah Ali Chamenei, Modschtaba Chamenei, habe „sein Gesicht nicht
       gezeigt“. Es gebe „jede Menge Spannungen unter den Menschen, die an die
       Spitze drängen“. (afp)
       
       ## Revolutionsgarde: Teheran baut weiter Raketen
       
       Die iranischen Revolutionsgarden halten unterdessen dagegen und bestreiten
       den Verlust der iranischen Fähigkeit zum Bau von Raketen. General Ali
       Mohammed Naeini, der Sprecher der Revolutionsgarden, wies am Freitag in der
       staatlichen Zeitung Iran Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten
       Benjamin Netanjahu zurück, dass Teheran nach knapp drei Wochen Krieg nicht
       mehr in der Lage sei, ballistische Raketen zu bauen.
       
       Mit Bezug auf das iranische Schulsystem, in dem 20 Punkte als Bestnote
       betrachtet werden, erklärte der General: „Unsere Raketenindustrie erreicht
       eine Punktzahl von 20. Und in dieser Hinsicht gibt es keine Bedenken, weil
       wir selbst unter Kriegsbedingungen Raketen produzieren, was unglaublich
       ist, und es gibt kein besonderes Problem bei der Bevorratung.“Der Krieg
       könne weitergehen, erklärte Naeini. „Diese Leute erwarten, dass der Krieg
       weitergeht, bis der Feind vollständig erschöpft ist“, sagte er über die
       iranische Öffentlichkeit.
       
       Für Naeini selbst geht es inzwischen nicht mehr weiter. Am Freitagmittag
       wurde sein Tod vermeldet. [3][Mehr auf taz.de]. (ap/taz)
       
       ## Iran attackiert weiter Kuwait, Emirate, Saudi-Arabien, Bahrain und
       Israel
       
       Dessen ungeachtet gehen die iranischen Angriffe tatsächlich unvermindert
       weiter. So ist die kuwaitische Ölraffinerie Mina Al-Ahmadi am frühen
       Freitagmorgen von mehreren Drohnen angegriffen worden. Dabei sei in einigen
       ‌Anlagen ein Feuer ausgebrochen, berichtet die staatliche
       Nachrichtenagentur unter Berufung auf den Ölkonzern KPC. Verletzte wurden
       demnach zunächst nicht gemeldet. Die Feuerwehr sei sofort im Einsatz
       gewesen. Mehrere Anlagen seien vorsorglich abgeschaltet worden, um die
       Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten.
       
       Auch in anderen Golfstaaten kam es erneut zu Angriffen. Staatsmedien in den
       Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten „Raketen- und Drohnenbedrohungen
       aus Iran“. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium gab bekannt, seine
       Streitkräfte hätten in weniger als zwei Stunden mehr als ein Dutzend
       Drohnen im Osten des Landes und eine weitere im Norden „abgefangen und
       zerstört“. Bahrains Innenministerium gab bekannt, Splitter einer
       „iranischen Aggression“ hätten in einer Lagerhalle ein Feuer ausgelöst.
       
       Die iranischen Revolutionsgarden gaben in einer von der staatlichen
       iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichten Erklärung bekannt,
       sie hätten US-Streitkräfte in dem Luftwaffenstützpunkt al-Dhafra in den
       Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Ziele in Israel mit Drohnen und
       Raketen anvisiert.
       
       Zuvor meldete die israelische Armee erneut mehrere Salven von Raketen aus
       Iran. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von lauten
       Explosionen über Jerusalem. Die israelischen Rettungsdienste meldeten
       zunächst keine Verletzten oder Schäden. (rtr, afp)
       
       ## Israel meldet Angriffe auf syrische Militärinfrastruktur
       
       Die israelische Armee reagierte auf die iranischen Raketen ihrerseits mit
       Gegenschlägen. „Die IDF hat soeben mit einer Welle von Angriffen gegen die
       Infrastruktur des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran begonnen“,
       teilte ein Militärsprecher mit. US-Präsident Donald Trump hatte Israel am
       Donnerstag davor gewarnt, seine Angriffe auf ‌die iranische
       Erdgasinfrastruktur zu wiederholen.
       
       Darüber hinaus hat die IDF nach eigenen Angaben wegen Angriffen auf
       [4][Drusen in der syrischen Provinz Suweida] militärische Infrastruktur im
       Süden Syriens bombardiert. Getroffen worden seien ein syrisches
       Kommandozentrum sowie Waffenlager, teilte das Militär am Freitag mit. Die
       staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete zunächst nicht über
       einen israelischen Angriff. Es wäre der erste seit Beginn des
       US-israelischen Krieges gegen Iran am 28. Februar. (rtr, ap)
       
       ## Katar: Reparaturen könnten bis zu fünf Jahre dauern
       
       Die Reparaturen nach dem iranischen Raketenangriff auf Flüssiggasanlagen im
       Industriegebiet Ras Laffan in Katar könnten katarischen Angaben zufolge bis
       zu fünf Jahre in Anspruch nehmen – obwohl die Produktion in den Anlagen
       nach früheren Angriffen bereits eingestellt worden war. Der Betreiber Qatar
       Energy teilte am späten Donnerstagabend auf X mit, der Angriff habe die
       Exporte von Flüssigerdgas um etwa 17 Prozent verringert und verursache
       jährliche Einnahmeverluste von rund 20 Milliarden US-Dollar. (ap)
       
       ## Festnahmen in den Emiraten
       
       Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben nach eigenen Angaben ein von
       der libanesischen Hisbollah und Iran finanziertes und betriebenes
       Terrornetzwerk zerschlagen und dessen Mitglieder ‌festgenommen. Dem
       Netzwerk werden Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Bedrohung der
       nationalen Sicherheit vorgeworfen, meldet die staatliche
       Nachrichtenagentur.
       
       „Das Netzwerk war im Land unter dem Deckmantel einer Scheinfirma ‌tätig und
       versuchte, die Volkswirtschaft zu unterwandern sowie ⁠externe Vorhaben
       auszuführen, die die Finanzstabilität ‌des Landes bedrohten“, berichtet die
       Nachrichtenagentur. (rtr)
       
       ## EU-Staaten schließen Kriegsteilnahme weiter aus
       
       Die Staats- und Regierungschefs der EU unterstrichen derweil bei einem
       Gipfel in Brüssel, sie schlössen eine aktive Teilnahme am Krieg weiter aus.
       Zudem forderten sie „ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und
       Wasserversorgungsanlagen“.
       
       Die Gipfelteilnehmer begrüßten in ihrer Abschlusserklärung zudem die
       Bereitschaft von Mitgliedsstaaten, die Straße von Hormus abzusichern,
       „sobald die Voraussetzungen dafür erfüllt sind“. Bundeskanzler Friedrich
       Merz (CDU) bekräftigte, dass sich Deutschland an Sicherungsmaßnahmen
       beteiligen könne. „Aber das geht erst, wenn die Kampfhandlungen
       abgeschlossen sind“, fügte er hinzu.
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte nach dem Gipfel, seine
       Regierung plane, mit den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über
       die Schaffung eines UN-Rahmens für eine Absicherung der für die weltweiten
       Ölhandel wichtigen Meeresenge zu sprechen. Für eine Umsetzung einer solchen
       Mission müssten jedoch zunächst die Kampfhandlungen eingestellt werden.
       (afp)
       
       ## US-Kampfflugzeug mutmaßlich von iranischem Beschuss getroffen
       
       Ein US-Tarnkappen-Kampfflugzeug vom Typ F-35 ist US-Medienberichten zufolge
       von mutmaßlich iranischem Beschuss getroffen worden. Das Flugzeug habe an
       einem US-Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten notlanden müssen, berichteten
       am Donnerstag mehrere US-Medien, darunter die Sender ABC und CNN.
       
       Der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, erklärte, das
       Flugzeug sei sicher gelandet und der Pilot befinde sich in stabilem
       Zustand. Hawkins bestätigte die Medienberichte nicht. „Dieser Vorfall wird
       untersucht“, erklärte er.
       
       Die US-Armee hat im bisherigen Verlauf des Irankrieges bereits mehrere
       Flugzeuge verloren. Anfang März waren drei Kampfflugzeuge vom Typ F-15E
       nach Angaben der US-Armee „versehentlich“ von der kuwaitischen Luftabwehr
       abgeschossen worden. Alle sechs Insassen konnten sich aber per
       Schleudersitz retten. Mitte März stürzte ein Betankungsflugzeug vom Typ
       KC-135 über Westirak ab. Dabei starben sechs Besatzungsmitglieder. Bislang
       ist jedoch kein Flugzeug bekannt, das von iranischem Beschuss getroffen
       wurde.
       
       Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Irankrieg
       begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf
       Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der
       Golfregion. Seitdem wurden nach Angaben aus Washington dreizehn
       US-Armeeangehörige getötet und rund 200 weitere verletzt. (afp)
       
       20 Mar 2026
       
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