# taz.de -- Wasser für Tagebau-Seen: RWE startet Leitungsbau für das „Rheinische Seenland“
       
       > Die Befüllung der Seen mit Wasser aus Rhein und Rur wird bis zum Jahr
       > 2070 dauern. Umweltschützer warnen vor ökologischen Beeinträchtigungen.
       
 (IMG) Bild: Über diese Trasse sollen die Tagbaue Hambach und Garzweiler befüllt werden
       
       dpa | Wasser aus dem Rhein soll künftig die Tagebaue Hambach und Garzweiler
       des Energiekonzerns RWE füllen: Für die rund 45 Kilometer lange
       Transportleitung wurde jetzt der symbolische erste Spatenstich gesetzt.
       [1][2030 soll die Leitung fertig sein].
       
       Zunächst soll das Wasser in den Tagebau Hambach fließen, ab 2036 dann auch
       in den Tagebau Garzweiler. Etwa 2070 soll die Befüllung abgeschlossen sein.
       Der Tagebau Inden [2][soll mit Wasser aus der Rur gefüllt werden] –
       ebenfalls ab 2030. 25 bis 30 Jahre soll dies dauern. Die drei Seen sollen
       zusammen das „Rheinische Seenland“ bilden mit Indesee, Garzweiler See und
       Hambacher See.
       
       „Wir schaffen neue Seen, sorgen für einen ausgeglichenen, sich selbst
       tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier und sichern den Erhalt der
       Feuchtgebiete im Norden von Garzweiler“, wirbt RWE-Braunkohlechef Lars
       Kulik für das Projekt. Rund um die neuen Seen entstünden Lebensräume für
       Natur und Artenvielfalt sowie neue Chancen für Erholung, Tourismus und
       Arbeitsplätze.
       
       Der Bürgermeister der Stadt Elsdorf, Andreas Heller, bezeichnet die neue
       Leitung als ein „Schlüsselprojekt für den Wandel im Rheinischen Revier“.
       Der Spatenstich zeige, [3][dass der Strukturwandel Realität werde]. „Dort,
       wo über Jahrzehnte der Tagebau die Landschaft geprägt hat, entstehen neue
       Räume für Natur, Freizeit und Lebensqualität.“
       
       ## Rheinwasserleitung wird unterirdisch verlaufen
       
       Die Rheinwassertransportleitung wird unterirdisch verlegt. Sie besteht nach
       Angaben von RWE aus etwa 10.000 Stahlrohren mit Durchmessern von 2,20 und
       1,40 Metern. Die Trasse verläuft überwiegend über landwirtschaftliche
       Flächen, aber auch entlang einer langen Fernbandtrasse vom Tagebau Hambach
       zu zwei bereits rekultivierten Tagebauen.
       
       Am Rhein bei Dormagen soll ein sogenanntes Entnahmebauwerk entstehen. Ein
       weiteres Bauwerk enthält die Pumpen. In einem dritten wird das Wasser auf
       die Leitungen nach Hambach und Garzweiler aufgeteilt. Wo das Wasser in den
       See fließt, wird ebenfalls ein Gebäude errichtet, das sogenannte
       Einleitbauwerk.
       
       Die Rheinwassertransportleitung ist allerdings umstritten. So ist etwa die
       Umweltschutzorganisation BUND NRW skeptisch, ob die Wasserentnahme aus dem
       Rhein in erforderlicher Höhe ohne ökologische Beeinträchtigungen
       gewährleistet werden kann. „Sehr wahrscheinlich ist, dass sich die Region
       darauf einstellen muss, dass die Befüllung der Tagebaurestlöcher länger
       dauern wird als gewünscht“, heißt es auf der Internetseite der
       Organisation.
       
       ## Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler noch in Betrieb
       
       Aktuell sind alle drei Tagebaue noch in Betrieb. Im Zuge des Kohleausstiegs
       sollen Inden und Hambach 2029 die Produktion einstellen. Der Kohleabbau in
       Garzweiler soll längstens bis 2033 dauern.
       
       In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Tagebausee-Gebiete, vor allem in
       Ostdeutschland, wie etwa das Lausitzer Seenland oder das Leipziger
       Neuseenland. Auch in NRW gibt es bereits kleinere Tagebauseen, etwa die
       sogenannten Ville-Seen bei Brühl und Liblar oder den Blausteinsee nördlich
       von Eschweiler.
       
       17 Mar 2026
       
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