# taz.de -- Trotz Klimakrise mehr fossiler Ausbau: Kohle, Kohle, Kohle
       
       > Die Nutzung des fossilen Energieträgers expandiert trotz Erderhitzung
       > weltweit weiter. Besonders beunruhigend ist dabei der Ausbau der
       > Kohlechemie.
       
 (IMG) Bild: Und der Bagger frisst weiter und weiter und weiter
       
       taz | Trotz der Klimakrise expandiert der [1][Ausbau der Kohlenutzung]
       weltweit weiter. Eine Auswertung von Urgewald und weiteren 48 NGOs weist
       vor allem auf eine weltweit hohe Zahl an besonders klimaschädlichen
       Kohlechemie-Projekten hin.
       
       Laut der „Global Coal Exit List 2025“ sind die Kohlekraftwerkskapazitäten
       im vergangenen Jahr erneut um 30 Gigawatt (GW) gewachsen, das entspricht
       mehr als der Kapazität aller Kohlekraftwerke in Deutschland.
       
       Zudem würden die 47 registrierten neuen Kohlechemieprojekte weltweit
       mindestens 145 Millionen Tonnen des fossilen Energieträgers jährlich
       verbrauchen. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2024 rund 92 Millionen
       Tonnen Braunkohle gefördert. „Der Klimawandel beschleunigt sich, die
       Bemühungen zum Ausstieg aus der Kohleverbrennung nicht“, sagte
       Urgewald-Geschäftsführerin Heffa Schücking.
       
       In Kohlechemieanlagen wird feste Kohle in flüssige oder gasförmige
       Chemikalien wie Harnstoff, Ammoniak, Methanol oder Olefine umgewandelt –
       die Kohlevergasung ist dabei meist der erste Schritt. „Die Herstellung von
       Gas und Chemikalien aus Kohle ist die denkbar schmutzigste Art, sie zu
       verwerten. Hierbei werden deutlich mehr Treibhausgase freigesetzt als bei
       der Verbrennung von Kohle in einem Kraftwerk“, erklärt Schücking. So
       verdreifachen sich beispielsweise die CO₂-Emissionen bei der
       Ammoniakproduktion, wenn Kohle anstelle von Gas als Rohstoff verwendet
       wird.
       
       Laut der Internationalen Energieagentur hat die [2][globale Kohlenachfrage]
       2024 einen neuen Höchststand erreicht und wird voraussichtlich bis 2027 auf
       diesem Niveau verharren. Während die Kohlenutzung in der westlichen Welt
       sinkt, legt sie in China, Indien oder Indonesien weiter zu. 21 der
       Kohlechemieprojekte stehen in China.
       
       In der von der Minderheit der Uiguren bewohnten Provinz Xinjiang plant der
       chinesische Mischkonzern TBEA so ein riesiges Gasifizierungsprojekt: Damit
       würde die Jahresproduktion des Tagebaus Jiangjun Gebi Nr. 2 von 30 auf 80
       Millionen Tonnen gesteigert und die größte Kohlemine der Welt entstehen.
       Das Gas aus dieser und weiteren Anlagen würde in Städte im Osten Chinas
       geleitet, wo Kohle- durch Gaskraftwerke ersetzt werden.
       
       22 Oct 2025
       
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 (DIR) [1] https://cloud.urgewald.org/index.php/s/226MGdERzwt3NjN?dir=%2F&editing=false&openfile=true
 (DIR) [2] https://www.iea.org/reports/coal-2024
       
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 (DIR) Kai Schöneberg
       
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