# taz.de -- Hochrangige Iran-Funktionäre getötet: Der Chefstratege und der General
       
       > Die USA töten bei Luftschlägen auf Teheran mit Ali Laridschani und
       > Gholamreza Soleimani zwei Schlüsselfiguren des Regimes.
       
 (IMG) Bild: General Gholamreza Soleimani, hier im November, soll bei einem Luftangriff auf Teheran getötet worden sein
       
       Zuletzt wurde er am 13. März bei der [1][Quds-Tag-Demo] in Teheran gesehen:
       Man sah Ali Laridschani, Chef des mächtigen Nationalen Sicherheitsrats im
       Iran, wie er winkt und mit Demonstranten redet. Einen Tag zuvor hatte er an
       die Adresse von US-Präsident Donald Trump auf X geschrieben: „Es ist
       leicht, einen Krieg zu beginnen, aber er lässt sich nicht mit ein paar
       Tweets beenden.“
       
       Laridschani beendet seine Botschaft: „Wir werden euch nicht in Ruhe lassen,
       bis ihr euren Fehler einseht und den Preis dafür bezahlt. Pass auf, dass du
       nicht vernichtet wirst.“
       
       Ali Laridschani sei in die Hölle geschickt worden, sagt nun Israels
       Verteidigungsminister Israel Katz, und in Teheran herrscht noch das
       bekannte Schweigen – so wie beim Tod des Obersten Führers Ajatollah
       Chamenei in den ersten Kriegstagen Ende Februar. Iran dementiert am
       Dienstag, die Nachrichtenagentur Tasnim, die den Iranischen
       Revolutionsgarden untersteht, teilt mit: Laridschani werde bald Wichtiges
       verkünden. Sollte Laridschani aber tatsächlich tot sein, muss Modschtaba
       Chamenei, der inzwischen die Nachfolge seines Vaters als Oberster Führer
       angetreten hat, bald seinen neuen Vertreter ernennen.
       
       Seit der Gründung der Iranischen „Republik“ vor 47 Jahren war Laridschani
       stets eine Schlüsselfigur. Und als Chef des nationalen Sicherheitsrats galt
       er in diesen Tagen als Hauptentscheider. Laridschani gehörte zu den
       Gründern der Revolutionsgarden, blieb mit den Kommandanten der Garde stets
       eng verbunden. Viele hielten ihn für den eigentlichen Drahtzieher des
       blutigen Massakers der iranischen Regierung an der Zivilbevölkerung während
       der Proteste im vergangenen Dezember.
       
       ## Chef der paramilitärischen Basij wohl ebenfalls tot
       
       Auch Gholamreza Soleimani, den Kommandanten der Basij, will die israelische
       Armee bei den fortgesetzten Luftangriffen auf Teheran in der Nacht zu
       Dienstag getötet haben. Psychologisch gesehen ist dies eine sehr wichtige
       Meldung. Soleimanis Tod löste in den sozialen Medien eine Welle der Freude
       aus. Er soll in einem Zeltlager getötet worden sein, das die Basij am
       Straßenrand eingerichtet hatte, denn das israelische Militär hat fast alle
       ihre Garnisonen zerstört.
       
       Die Basij-Einheiten sind paramilitärischen Verbände. In den ersten Tagen
       der Revolution von 1979 rief Ajatollah Chamenei die Jugend dazu auf, den
       Bauern auf den Dörfern bei der Ernte behilflich zu sein. Er kreierte dafür
       das Wort „Basij“, auf Deutsch: „Mobilisation“. Sehr schnell erkannte die
       Revolutionsgarde, wie man diese Euphorie militarisieren kann. Bald hatte
       jede Einrichtung, von Universitäten über Moscheen bis hin zu den Fabriken
       eine Basij-Einheit. Und sie bekamen allerlei Privilegien, um als
       verlängerte Arme der staatlichen Macht über alles zu wachen.
       
       ## Schlägertrupps für Straßenproteste
       
       In den ersten Jahren traten diese Paramilitärs bei Protesten und Unruhen
       als Schlägertrupps auf; die Revolutionsgarden wiederum schulten,
       bewaffneten und kasernierten sie. Die Basij wurden zur wichtigsten Truppe
       zur Bekämpfung von kleinen und großen Straßenprotesten.
       
       Gholamreza Soleimani, ihr oberster Kommandant, war in den Medien wenig
       präsent, aber äußerst einflussreich. Er gehörte einer Generation von
       Kommandanten an, die ihre Legitimität aus dem achtjährigen, sieglosen
       ersten Golfkrieg mit dem Irak herleiteten. In den sieben Jahren, die er an
       der Spitze der Basij stand, schlugen seine Verbände vier große
       Massenerhebungen blutig nieder, darunter die Bewegung [2][„Frau, Leben,
       Freiheit“] und die [3][Großdemonstrationen im vergangenen Dezember mit
       mutmaßlich Tausenden Toten].
       
       17 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Quds-Tag
 (DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Frau,_Leben,_Freiheit
 (DIR) [3] https://de.wikipedia.org/wiki/Proteste_im_Iran_2025/2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ali Sadrzadeh
       
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