# taz.de -- Israels Krieg gegen die Hisbollah: Merz verschärft Ton gegenüber Trump und Israel
       
       > Israelische Armee greift drei Vororte von Beirut an und bereitet eine
       > Bodenoffensive im Libanon vor. Deutschland und weitere Länder warnen
       > davor.
       
 (IMG) Bild: Dieses Haus in der südlibanesischen Hafenstadt Sidon wurde bei einem israelischen Angriff getroffen
       
       dpa | Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben Israel davor gewarnt, im
       Konflikt mit der proiranischen Hisbollah-Miliz eine großangelegte
       Bodenoffensive im Libanon zu starten. „Eine signifikante israelische
       Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem
       langwierigen Konflikt führen“, teilten die Staats- und Regierungschefs
       Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten
       Königreichs in einer Erklärung mit. „Dies gilt es abzuwenden. Die
       humanitäre Lage in Libanon einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung
       ist bereits äußerst alarmierend.“
       
       Die Staats- und Regierungschefs verurteilten in der Erklärung auch die
       Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschließen.
       „Die Angriffe der Hisbollah auf Israel und ihre gezielten Angriffe auf die
       Zivilbevölkerung müssen aufhören, die Hisbollah muss ihre Waffen
       niederlegen.“
       
       Man sei zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt im Libanon und rufe
       Israel und den Libanon zu konstruktiven Bemühungen um eine nachhaltige
       politische Lösung auf, hieß es in der Erklärung weiter. „Wir stehen
       solidarisch an der Seite der Regierung und Bevölkerung Libanons, die gegen
       ihren Willen in den Konflikt hineingezogen wurden.“
       
       ## Neue Angriffe auf Teheran und Beirut
       
       Die israelische Luftwaffe fliegt derweil nach eigenen Angaben große Wellen
       neuer Angriffe auf Ziele in Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran
       werde Infrastruktur des iranischen „Terrorregimes“ attackiert; gleichzeitig
       gebe es Angriffe auf Einrichtungen der von Iran unterstützten
       Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut,
       erklärte das Militär auf der Plattform X. Weitere Einzelheiten nannte die
       israelische Armee zunächst nicht.
       
       Iran wiederum griff in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen
       Emiraten, in Katar und in Saudi-Arabien an. Auch in Israel ertönten wegen
       iranischer Angriffe am frühen Morgen mindestens zweimal die Sirenen. Nach
       jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung
       gegeben.
       
       Die USA und Israel führen seit mehr als zwei Wochen Krieg gegen Iran und
       haben in dem Land bereits Tausende Ziele aus der Luft angegriffen. Iran
       greift im Gegenzug sowohl Israel als auch mit den USA verbündete
       Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an.
       
       ## Israel geht jetzt auch am Boden gegen die Hisbollah vor
       
       Israels Militär geht inzwischen auch massiv gegen die schiitische
       Hisbollah-Miliz im nördlichen Nachbarland Libanon vor. Der Einsatz begann
       infolge von Raketenangriffen aus dem Libanon und beschränkte sich zunächst
       auf Luftangriffe, [1][inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden].
       
       Ein Militärsprecher kündigte am Montagabend an, den Einsatz von
       Bodentruppen im Südlibanon auszuweiten. Die Armee mobilisiere weitere
       Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr
       als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon besteht
       die Sorge vor einer großangelegten Bodeninvasion Israels mit anschließender
       Besatzung im Süden des Landes.
       
       ## Eine Million Vertriebene im Libanon
       
       Durch die jüngste Eskalation des Konflikts sind im Libanon offiziellen
       Angaben zufolge bereits mehr als eine Million Menschen vertrieben worden.
       Damit ist jeder sechste Libanese betroffen. Rund 130.000 Menschen seien in
       Notunterkünften untergekommen, teilte die Katastrophenschutzeinheit mit.
       
       Iran griff in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten
       und in Saudi-Arabien an. Die Emirate schlossen wegen laufender Angriffe
       kurzzeitig ihren Luftraum. Die Behörden in Dubai erklärten, dass es sich
       bei dem Lärm, der in verschiedenen Stadtgebieten zu hören sei, um
       Abfangeinsätze der Luftabwehr handle. Das Verteidigungsministerium in
       Saudi-Arabien teilte mit, im Osten des Landes seien mehrere Drohnen
       abgefangen worden. Im Irak gab es unbestätigten Medienberichten zufolge
       neue Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad und einen US-Stützpunkt in der
       Nähe des Flughafens.
       
       Das Militär in Katar wehrte am Morgen einen Raketenangriff ab, wie das
       Verteidigungsministerium auf X bekanntgab. Trümmerteile einer abgewehrten
       Rakete lösten in einem Industriegebiet einen Brand aus, teilte das
       Innenministerium mit. Die Feuerwehr sei vor Ort. Weitere Einzelheiten zu
       dem Angriff – etwa zur Zahl der abgewehrten Raketen – wurden zunächst nicht
       genannt. Erst am Montag hatte Iran Katar mit 14 ballistischen Raketen und
       mehreren Drohnen angegriffen.
       
       ## Britischer Tanker beschossen
       
       Unterdessen meldete die britische Behörde für Sicherheit der
       Handelsschifffahrt, ein Tanker sei vor der Küste des Emirats Fudschaira im
       Golf von Oman von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Es sei
       niemand verletzt worden. Das Schiff habe gut 40 Kilometer vor der Küste vor
       Anker gelegen, hieß es.
       
       Das kleine Emirat Fudschaira, das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten
       gehört, liegt südlich der Straße von Hormus – einer strategisch bedeutsamen
       Meerenge, die den Zugang zum Persischen Golf bildet.
       
       17 Mar 2026
       
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