# taz.de -- Terroranschläge in Nigeria: Boko Haram meldet sich zurück
> Nigerias islamistische Terrorgruppe Boko Haram galt als fast besiegt.
> Jetzt kehrt sie mit Selbstmordanschlägen in ihre alte Hochburg Maiduguri
> zurück.
(IMG) Bild: Der Eingang zum „Monday Market“ von Maiduguri am Morgen nach dem Anschlag
Kurz vor Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan hat die islamistische
Terrorgruppe [1][Boko Haram] in Nigeria einen ihrer verheerendsten Angriffe
seit Langem verübt. Offenbar koordiniert sprengten sich am Montagabend kurz
nach 19 Uhr in der Millionenmetropole Maiduguri mehrere
Selbstmordattentäter in die Luft – an zentralen Orten, wo zahlreiche
Menschen zum allabendlichen Fastenbrechen zusammengekommen waren.
Die provisorische amtliche Bilanz vom Dienstag nennt 23 Tote und 108
Verletzte; in sozialen Medien kursieren höhere Zahlen. Die Bomben
explodierten nach offiziellen Angaben unter anderem an der
Stadtautobahnbrücke am zentralen Postamt, vor dem zentralen [2][„Monday
Market“] und im Eingangsbereich der Universitätsklinik. „Die feigen
Attacken zielten auf Menschenmengen in der Öffentlichkeit in einem Versuch
der Terroristen, Massenopfer herbeizuführen und Panik in der Metropole zu
schüren“, [3][erklärte das Armeekommando für Nordostnigeria].
Erst in der Nacht zu Montag hatte die Armee in Maiduguri eine Serie von
Angriffen mutmaßlicher Boko-Haram-Kämpfer nach eigenen Angaben erfolgreich
zurückgeschlagen. Ziele waren unter anderem eine Militärbasis nahe dem
Flughafen gewesen. An drei weiteren Orten explodierten Bomben. Die Behörden
sagten am Montagvormittag, es sei niemand getötet worden. Am Abend
ereignete sich dann die Kette mörderischer Selbstmordanschläge.
Die Angriffe in Maiduguri sind von besonderer Bedeutung. Die
kosmopolitische Handelsstadt im Nordosten Nigerias war einst die
Geburtsstätte von Boko Haram als radikale Sekte, die moderne Bildung
ablehnte, bevor sie [4][in den Untergrund gedrängt] wurde und den
bewaffneten Kampf aufnahm. [5][Jahrelang war Maiduguri Kriegsgebiet,] aber
zuletzt wurde Boko Haram immer mehr von Nigerias Armee zurückgedrängt,
durch innere Spannungen geschwächt und vom rivalisierenden Islamischen
Staat der Provinz Westafrika (ISWAP) marginalisiert.
## „Die Angst ist zurück“
Erst in jüngster Zeit, im Kontext der allgemeinen Ausbreitung bewaffneter
Gruppen [6][in der gesamten Region], hat Boko Haram wieder öfter von sich
reden gemacht. Maiduguri erlitt kurz vor Weihnachten 2025 mit einem
Anschlag auf eine Moschee seinen ersten Terrorangriff seit vier Jahren.
Nach den Angriffen vom Montagabend ist „die Angst zurück“, wie [7][eine
Zeitung einen Überlebenden zitiert]: „Die Horrorszenen, die Panik – alles
ist wie früher.“
Für Nigerias Präsident Bola Tinubu ist das heikel. Seit Monaten versucht
er, US-Präsident Donald Trump davon zu überzeugen, dass er die
Sicherheitslage im Griff hat und Nigeria keinen „Genozid an Christen“
erlebt, wie es die evangelikale Rechte in beiden Ländern behauptet. Um
Weihnachten 2025 herum hatte die US-Luftwaffe mutmaßliche [8][Terrorziele
in Nigeria bombardiert].
Am Dienstag ist Tinubu trotz der explosiven Lage zu einem Staatsbesuch nach
London geflogen – die erste Reise eines nigerianischen Präsidenten in die
ehemalige Kolonialmacht Großbritannien seit 37 Jahren. Zuvor wies er die
höchsten Generäle Nigerias an, in Maiduguri Quartier zu beziehen.
17 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Boko-Haram/!t5007567
(DIR) [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Monday_Market
(DIR) [3] https://x.com/HQNigerianArmy/status/2033804962384200128
(DIR) [4] /Radikale-Islamisten-in-Nigeria/!5158854
(DIR) [5] /Wahlzeit-in-Nigeria/!5122825
(DIR) [6] /Gewalt-in-Afrikas-Sahelzone/!6162521
(DIR) [7] https://lawandsocietymagazine.com/i-heard-a-loud-sound-then-my-neck-started-bleeding-survivor-recounts-maiduguri-blasts-as-death-toll-rises/
(DIR) [8] /US-Angriffe-auf-Ziele-in-Nigeria/!6141384
## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
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