# taz.de -- Minenunglück in Nigeria: Dutzende Tote und die Frage nach Verantwortung
> Fast 50 Menschen sterben im Februar bei einer Explosion in einer alten
> nigerianischen Bleimine. Die Mine Kampanin Zurak wurde offiziell 2017
> stillgelegt.
(IMG) Bild: Der ehemalige Minister für Bergbau und Stahlentwicklung, Kayode Fayemi, verfügte die Schließung von Kampanin Zurak – ohne Erfolg
Der Tod von über 40 Bergleuten in Nigeria wäre vermeidbar gewesen, wenn die
Sicherheitsbehörden des Landes die Anweisungen der Regierung umgesetzt
hätten. Diesen Vorwurf erhob Nigerias ehemaliger Bergbauminister [1][Kayode
Fayemi] jetzt in Bezug auf ein verheerendes Unglück in Kampanin Zurak in
der [2][Gemeinde Wase] im zentralnigerianischen [3][Bundesstaat Plateau].
Plateau ist der wichtigste Bergbaustaat Nigerias, dessen Wirtschaft
ansonsten von der Öl- und Gasförderung dominiert ist. Kampanin Zurak ist
eine alte Bleimine. Aus den Gruben und Stollen dieser und benachbarten
Minen werden Blei, Zink, Zinn, Tantal und andere Mineralien gefördert, oft
informell von Schürfern.
Am Morgen des 18. Februar kam es in einem Stollen von Kampanin Zurak zu
einer heftigen Explosion. Zuerst wurden 38 Tote und 27 Verletzte aus der
Mine geborgen, inzwischen ist die Todeszahl auf 47 gestiegen.
Sie sollen zumeist wegen einer Kohlenmonoxidvergiftung erstickt sein, heißt
es. Es ist aber auch von einer Gasvergiftung oder einem Einsturz die Rede.
## Mine beriets 2017 geschlossen
„Das war völlig vermeidbar“, sagte jetzt Exminister Kayode Fayemi. 2017
hatte er Kampanin Zurak besucht, zusammen mit Nigerias Nationalem
Sicherheitsberater Babagana Monguno und Provinzgouverneur Simon Lalong.
Fayemi verfügte damals die Schließung von Kampanin Zurak, im Rahmen eines
verschärften Vorgehens gegen illegalen Bergbau. Zuvor hatte es massive
Beschwerden von Anwohnern gegeben, unter anderem wegen Umweltschäden wie
Verseuchung des Grundwassers.
Das Verbot sei nicht umgesetzt worden, sagt Fayode. Dabei wurde 2017 nicht
nur die Mine geschlossen, sondern die illegal operierenden chinesischen
Bergbauchefs wurden festgenommen und Minenbesitzer [4][Alhaji Abdullahi
Usman, genannt „Dan China“], wurde zur Fahndung ausgeschrieben.
„China wurde aufgespürt und vom Nationalen Sicherheitsberater angeklagt,
aber als ich mein Ministeramt verließ, kam er frei“, so Fayemi. Der
ehemalige Journalist, der lange im britischen Exil gelebt hatte und 2015
Minister unter Präsident Muhammadu Buhari wurde, trat 2018 aus der
Regierung aus, um als Gouverneur seiner Heimatprovinz Ekiti anzutreten.
## Minenbesitzer hatte Regierung verklagt
„Dan China“, Eigentümer der Bergbaufirma Solid Mine, die die Mine Kampanin
Zurak betreibt, verklagte wenig später die nigerianische Regierung, die das
Verfahren gegen ihn schließlich fallenließ.
Die Regierung, so der Exminister weiter, müsse nun endlich entschlossen
gegen Bergbauunternehmer vorgehen, die Nigerias Gesetze und
Umweltbestimmungen nicht einhalten. Senatspräsident Abubakar Bukola Saraki
forderte eine „gründliche und transparente“ Untersuchung des Unglücks und
eine bessere Durchsetzung von Sicherheitsbestimmungen im Bergbau.
Nigerias Bergbauminister Dele Alake hat Kampanin Zurak nun erneut mit
sofortiger Wirkung geschlossen, die Armee hat das Gelände abgeriegelt. Die
Provinzregierung von Plateau hat sämtliche Bergbauaktivitäten im Umland
untersagt. Experten und Ermittler sind unterwegs, um die Unfallursache
herauszufinden.
24 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Kayode_Fayemi
(DIR) [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Wase,_Nigeria
(DIR) [3] https://en.wikipedia.org/wiki/Plateau_State
(DIR) [4] https://rockpostnews.com/2021/04/i-can-sue-fayemi-for-declaring-me-wanted-dan-china/
## AUTOREN
(DIR) Emeka Okonkwo
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