# taz.de -- Kommunalwahlen in Hessen: CDU bleibt stärkste Kraft
       
       > Bei den Kommunalwahlen in Hessen verbessert sich die CDU leicht, die AfD
       > legt zu und verdrängt die Grünen vom dritten Platz. Die Sozialdemokraten
       > verlieren kaum.
       
 (IMG) Bild: Begeisterung pur: Boris Rhein, der hessische Ministerpräsident von der CDU während des Wahlkampfs in Hessen
       
       Nach den Kommunalwahlen in Hessen am Sonntag bleibt die CDU stärkste Kraft.
       Das geht aus dem sogenannten Trendergebnis hervor, das das Statistische
       Landesamt in Wiesbaden am Montagmorgen veröffentlicht hat. Demnach kommt
       die CDU landesweit auf 29,7 Prozent der Stimmen. Das entspricht einem
       Zuwachs von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zur Kommunalwahl 2021.
       
       Der Landesvorsitzende der CDU Hessen, Boris Rhein, der auch
       Ministerpräsident ist, sprach von einer „echten Richtungswahl“. Das
       Ergebnis sei eine Bestätigung für die erfolgreiche Arbeit der vergangenen
       Jahre und zugleich „ein Auftrag, uns weiterhin unermüdlich für die Anliegen
       der Menschen in unseren hessischen Städten, Gemeinden und Landkreisen
       einzusetzen“. Rhein bekräftigte am Wahlabend zudem erneut, dass es keine
       Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. „Das habe ich sehr klar
       ausgeschlossen“, sagte er in der „Hessenschau“.
       
       Doch die AfD wird in Hessen immer stärker: Sie erreicht 15,9 Prozent und
       legt damit um 9,1 Prozentpunkte zu. Die SPD kommt auf 20,2 Prozent und
       verliert 3,8 Punkte. Die Grünen erzielen 14,4 Prozent und büßen 4 Punkte
       ein. Auch Die Linke verbessert sich um 1,8 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.
       Laut der Frankfurter Parteichefin Janine Wissler ist dies das „beste
       Ergebnis der Linken, das wir bei einer Kommunalwahl in Hessen bisher
       hatten“.
       
       Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden liegt die CDU laut Trendergebnis
       vorne. Sie kommt dort auf 26,3 Prozent der Stimmen und legt um 2,8 Punkte
       zu. Die SPD erreicht 22,2 Prozent, die Grünen kommen auf 15,3 Prozent. Die
       AfD steigert sich um 6,2 Punkte auf 12,7 Prozent, die Linke auf 7,8
       Prozent. Den Oberbürgermeister stellt in Wiesbaden allerdings weiterhin die
       SPD: Gert-Uwe Mende war im vergangenen Jahr mit deutlicher Mehrheit
       wiedergewählt worden.
       
       ## Frankfurter Rekord
       
       Auch in Frankfurt am Main wird die CDU dem Trendergebnis zufolge mit 26,5
       Prozent stärkste Kraft. Die Grünen folgen mit 21,0 Prozent auf Platz zwei,
       die SPD erreicht 16,7 Prozent. Die AfD kommt auf 9,1 Prozent, gefolgt von
       den Linken mit 8,9 Prozent. Die FDP erzielt 4,7 Prozent. Besonders
       auffällig war in Frankfurt erneut der enorme Stimmzettel für die Wahl zur
       Stadtverordnetenversammlung: Er war rund 1,50 Meter breit und 60 Zentimeter
       hoch. Insgesamt standen 1.120 Kandidatinnen und Kandidaten von 22 Parteien
       und Listen zur Wahl. Der viel zitierte Rekordstimmzettel stellte auch die
       Wahlhelferinnen und Wahlhelfer vor praktische Probleme – unter anderem,
       weil viele Tische dafür zu klein waren.
       
       Wie eine mögliche Koalition in Frankfurt aussehen könnte, ist derzeit
       ziemlich offen. Die frühere Rathauskoalition aus Grünen, SPD, Volt und FDP
       war im vergangenen Jahr am Streit über ein geplantes
       Crack-Suchthilfezentrum im Bahnhofsviertel zerbrochen. Das Bahnhofsviertel
       spielte auch im Wahlkampf eine große Rolle. Am vergangenen Freitag waren
       Ministerpräsident Rhein und der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU)
       bei einer Razzia im Viertel vor Ort. Die CDU warb dabei mit „mehr Härte
       gegen Kriminelle und Dauer-Razzien gegen Dealer“.
       
       Für Überraschung sorgt zudem in Frankfurt [1][der frühere Oberbürgermeister
       Peter Feldmann.] Der 2022 abgewählte Ex-Oberbürgermeister könnte
       möglicherweise als Stadtverordneter in den Römer zurückkehren. Mit seiner
       Liste „Frankfurt-Sozial“ erreichte er 0,3 Prozent der Stimmen in Frankfurt.
       Das könnte für einen Sitz reichen. Feldmann war im Zuge der AWO-Affäre aus
       dem Amt abgewählt worden. Zuletzt hat allerdings die Staatsanwaltschaft
       wegen des Verdachts der Urkundenfälschung gegen sein Wahlbündnis
       „Frankfurt-Sozial“ ermittelt.
       
       ## Stichwahl in Hanau
       
       Abgestimmt wurde in Hessen auch in 23 Städten und Gemeinden über das Amt
       der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters. In Hanau endet dabei nach 23
       Jahren die Ära von [2][Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD]). Die
       Entscheidung über seine Nachfolge fällt erst in der Stichwahl am 29. März.
       Dann treten der jetzige Bürgermeister Maximilian Bieri (SPD) mit 48,1
       Prozent und Isabelle Hemsley (CDU) mit 35,7 Prozent gegeneinander an.
       
       Auch in Offenbach wird die SPD nach Auszählung der Listenstimmen mit 33,3
       Prozent klar stärkste Kraft. Die CDU folgt mit 19,8 Prozent, die Grünen mit
       13,6 Prozent. Die AfD kommt auf 3,5 Prozent. Dies lag auch am Streit um die
       Wahlliste: Die AfD hatte nur sieben Kandidaten aufgestellt und konnte
       deshalb pro Listenkreuz maximal 21 Stimmen erhalten. Die anderen größeren
       Parteien nutzten ihre Listen deutlich stärker aus und konnten so wesentlich
       mehr Stimmen auf sich vereinen.
       
       Hintergrund war ein parteiinterner Konflikt zwischen der Landes-AfD und der
       früheren Vorsitzenden des Offenbacher AfD-Verbands, Christin Thüne. Der
       Landespartei und ihrem Co-Chef Robert Lambrou zufolge sollen unter anderem
       private Ausgaben, etwa vom Strafzettel bis zur Zigarettenspitze, mit
       Partei-Geldern bezahlt worden sein. In der Folge hatte der
       AfD-Landesvorstand im vergangenen Jahr den kompletten Offenbacher
       Parteivorstand abgesetzt. Die Wahlliste wurde unter Zeitdruck mit einem
       Notvorstand verabschiedet.
       
       Eine erste Gemeinde geht nach dem Trendergebnis allerdings an die Freien
       Wähler: In Poppenhausen (Wasserkuppe) liegen sie mit 48,2 Prozent deutlich
       vor der CDU, die auf 40,7 Prozent kommt.
       
       Allerdings handelt es sich bei den Zahlen zunächst nur um Trendergebnisse.
       Sie können noch deutlich von den endgültigen Endergebnissen abweichen, da
       bislang nur die Stimmzettel berücksichtigt wurden, auf denen mit
       Listenkreuz gewählt wurde. Bis alle Stimmen vollständig ausgezählt sind,
       dürfte es noch mehrere Tage dauern.
       
       16 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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