# taz.de -- Forschungsförderung in Deutschland: Zehn Unis bleiben exzellent
       
       > Zehn deutsche Exzellenz-Universitäten und „Cluster“ behalten ihren Status
       > bis 2033 – und die Förderungen. Nur Konstanz scheidet aus.
       
 (IMG) Bild: Wilhelm von Humboldt sitzt zufrieden vor der exzellenten Humboldt-Universität zu Berlin
       
       Zehn der bislang elf deutschen Exzellenz-Universitäten bleiben weiter
       „exzellent“ und erhalten eine besondere Förderung von Bund und Ländern. Das
       entschied am Mittwoch eine Expertenkommission von [1][Wissenschaftsrat] und
       Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) auf der Grundlage einer
       umfangreichen Evaluation. Die Bewertung ergab, dass sich die zehn
       Hochschulstandorte in den letzten sieben Jahren durch die
       Exzellenzförderung mit der Bildung von international sichtbaren
       Forschungsschwerpunkten („Clustern“) und in der Gesamtstrategie vorbildlich
       entwickelt hätten und erneut die Gratifikation für die nächsten sieben
       Jahre erhalten sollten.
       
       Bei den zehn Exzellenzuniversitäten handelt es sich um die RWTH Aachen, die
       Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität
       Heidelberg, das KIT Karlsruhe, die LMU München und die TU München, die
       Universität Tübingen sowie um die ideelle Berliner Gesamt-Universität von
       TU, FU und Humboldt-Uni, die im Verbund der „Berlin University Alliance“
       angetreten waren. Die Berliner mussten vor der Entscheidung etwas zittern,
       weil der drastische Sparkurs des Senats und die Kündigung der
       Hochschulverträge im letzten Jahr kein gutes Bild abgegeben hatte.
       
       Die Universität Konstanz, die in der letzten Runde noch „exzellent“ war,
       hatte 2025 bei der Vergabe von 70 Forschungs-Exzellenzclustern nicht die
       erforderliche Mindestanzahl von zwei Forschungsschwerpunkten erreicht und
       konnte sich nicht mehr bewerben.
       
       „Die Exzellenzuniversitäten sind unsere Leuchttürme für Spitzenforschung in
       Deutschland“, kommentierte [2][Bundesforschungsministerin Dorothee Bär] das
       Ergebnis. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Wolfgang Wick, sprach von
       einem „starken Signal für den Wissenschaftsstandort Deutschland“. Die
       Exzellenzstrategie sei erkennbar „ein Hebel für Transfer und
       institutionellen Wandel“.
       
       ## Förderung bis 2033 festgelegt
       
       Insgesamt werden im Jahr 687 Millionen Euro in die Exzellenzstrategie
       investiert, wovon der Bund 75 Prozent trägt. Der große Anteil davon fließt
       in die Forschungscluster an 43 Hochschulen, während in der ersten
       Förderphase die elf Exzellenz-Unis insgesamt 148 Millionen Euro pro Jahr
       für ihre Strategie erhielten – im Schnitt zwischen 10 und 15 Millionen Euro
       pro Uni im Jahr.
       
       Dieser Betrag wird auch für die nächste Förderphase von 2027 bis 2033
       gelten. Allerdings dürfte im Herbst noch eine Aufstockung beschlossen
       werden, wenn die zweite Wettbewerbsrunde für Exzellenzneulinge entschieden
       wird. Fünf weitere Plätze sind zu vergeben, elf Anträge liegen vor.
       
       Auch die Kritik an der Exzellenzstrategie wird dann wieder diskutiert
       werden, wie sie zuletzt im Januar das „Netzwerk Nachhaltige Wissenschaft“
       angestoßen hatte. Der Druck, den die Universitätsleitungen bei Bewerbungen
       um Cluster auf die Wissenschaftler ausübten, sei zu hoch und zu
       unverhältnismäßig, weil „der Nutzen eher im Prestige als im finanziellen
       Gewinn“ liege, so die Kritik der unabhängigen Forschergruppe.
       
       12 Mar 2026
       
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