# taz.de -- „Forbes“-Liste der Milliardäre: Wie viele Jahrhunderte lang kann Elon Musk Schnitzel essen?
       
       > 2025 wurden 400 Menschen zu neuen Milliardären. Musk verdoppelte sein
       > Vermögen auf 725 Milliarden. Absurde Zahlen, begreifbar nur durch den
       > Schnitzelvergleich.
       
 (IMG) Bild: Drei bis fünf Schnitzel pro Tag gehen auf jeden Fall
       
       Ist das nicht schön? In nur einem Jahr ist laut dem US-Magazin Forbes die
       Zahl der Milliardäre weltweit um 400 gestiegen. Allein [1][Elon Musk] hat
       sein Vermögen auf 725 Milliarden Dollar verdoppelt. Doch bei aller Freude
       bleiben Fragen: Was machen die eigentlich mit der ganzen Kohle:
       hineinspringen und wie ein Maulwurf darin herumwühlen? Oder zünden sie
       ihren Wohnzimmerkamin mit Geldscheinbündeln an?
       
       Auf uns Normalverdienende wirkt das doch sehr abstrakt. Wie können wir uns
       solche Summen, dem Geldkreislauf entzogen und dem Rest der Bevölkerung
       vorenthalten, überhaupt imaginieren?Und da kommt Gerd Müller ins Spiel, der
       selige „Bomber der Nation“, der ein Traumangebot des FC Barcelona mit den
       Worten abgelehnt haben soll: „I kann doch ned mehr als ein Schnitzel am Tag
       essen.“
       
       Aber freilich hätte er können. Drei bis fünf Schnitzel gehen auf jeden
       Fall. Legen wir für unsere Milliardäre einmal Kalbsschnitzel à 50 Euro das
       Kilo zugrunde, das entspricht etwa fünf Schnitzeln. Oder Schweineschnitzel
       à 20 Euro das Kilo.
       
       ## Eine ungewohnte Down-to-Earth-Erfahrung
       
       Steht ein gewöhnlicher (ca. 100 Milliarden) Milliardär in der eigenen
       Küche, um sich – nicht aus Not, sondern als in seiner Bodenständigkeit
       schon wieder megaprätentiöses Hobby, mit dem er in einer Homestory für zum
       Beispiel Forbes punktet – seine fünf Schnitzel (Frühstück, Brotzeit, Lunch,
       Vesper und Abendessen) selber zuzubereiten, könnte er das 5,5 Millionen
       Jahre lang durchziehen – mit Schweineschnitzel immerhin 14 Millionen Jahre,
       aber das schmeckt natürlich weniger exquisit.
       
       Oder er serviert seinen Mitreichen, falschen Freunden, Parasiten,
       Arschkriechern und Groupies auf seinen zahlreichen Yachten täglich zahllose
       Mahlzeiten. Aber immer nur auf einer Yacht, denn wie hätte Gerd Müller
       gesagt?: „I kann doch ned mehr als wie mit einer Yacht am Tag umanand
       segeln.“
       
       Wichtig ist noch die Frage, ob der Fleischer [2][Tesla]-Aktien nimmt, da
       ein Großteil von Elon Musks Vermögens darin gebunden ist. Wenn nein, muss
       der Mann nämlich wie wir alle erst mühsam in seinem Geldbeutel kramen, und
       später nach dem Genuss von nur wenigen hunderttausend Schnitzeln hungrig zu
       Bett gehen. Was für eine ungewohnte Down-to-Earth-Erfahrung.
       
       Noch weniger Schnitzel gibt es, wenn man sie nicht selbst zubereitet,
       sondern in einem legendären Milliardärsschnitzelrestaurant essen geht. Dort
       werden die Schnitzel aus schaumgeborenen Kälbern gesäbelt, die mit
       Champagner aus der Flasche großgezogen, einer teuren Mittelstreckenrakete
       getötet und anschließend mit Gold paniert wurden. Kostenpunkt fünftausend
       Dollar, mit Kartoffelsalat zehntausend.
       
       ## Bittere Absurdität
       
       Da ist für einen ärmeren, nur fünffachen Lumpenmilliardär schon nach
       fünfhunderttausend Portionen Schluss. Davon fünf am Tag, hunderttausend
       Tage lang, da wird es dann im Grunde schon recht übersichtlich – das sind
       ja nicht mal dreihundert Jahre. Im Grunde verdienen diese Menschen viel zu
       wenig.
       
       Ich weiß nicht, wie es euch geht, liebe Lesys, aber für mich ist hier
       leider längst der „point of joke“ überschritten, ab dem eine Person, eine
       Sache, ein Zustand derart aberwitzig wird, dass die Absurdität die
       eigentlich so bitter nötige Wut erstickt, die es braucht, um diesen Zustand
       ändern zu wollen oder wenigstens diese Person zu hassen.
       
       Das gilt auch für Musk. Was denkt, was fühlt, was macht man angesichts
       einer so mächtigen Witzfigur? Dieser Mensch ist völlig kaputt. Er hat in
       seinem ganzen Leben noch nichts Konstruktives geschafft. Er hat auch nichts
       erfunden, wie gern behauptet wird, er kapert oder kauft Erfindungen und
       Erfinder. Seine emotionale Intelligenz ist gleich Null. [3][Seine Kinder
       hassen ihn]. Er ist drogensüchtig. Er weiß nichts von der Welt. Er ist
       wahrscheinlich zu dumm, um böse zu sein.
       
       Um hier mal den Unterschied zu illustrieren: Wenn Putin stirbt, werde ich
       jubeln, als ob für mein Team ein wichtiges Tor fällt. Musk hingegen kann
       meinetwegen leben oder sterben, verarmen oder Fantastilliardär werden, er
       kann Tofu- oder Pandabärschnitzel essen, jeden Tag drei oder drei Millionen
       – es ist mir egal.
       
       11 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Elon-Musk/!t5204700
 (DIR) [2] /Tesla/!t5009860
 (DIR) [3] https://www.spiegel.de/panorama/leute/elon-musk-seine-tochter-vivian-jenna-wilson-bezeichnet-ihn-als-erbaermlichen-unreifen-mann-a-5a753a2a-6264-4930-aba2-712b91af36e6
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uli Hannemann
       
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