# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Bitte recht freundlich meckern!
> Diese Woche gibt es viel Musik von Frauen. Das Festival MaerzMusik
> würdigt gleich mehrere Komponistinnen.
(IMG) Bild: Hände hoch, Haare hoch: Meredith Monk ist diese Woche in Berlin viel auf Sendung
Auch wenn die Zeichen derzeit auf Pessimismus stehen: Ein paar Fortschritte
hat es in der Gesellschaft, allgemein gesprochen, durchaus gegeben.
[1][Komponistinnen wie die Britin Ethel Smyth wurden im ausgehenden 19.
Jahrhundert von ihren männlichen Kollegen abgelehnt], einfach weil
komponierende Frauen nicht recht ins Weltbild passten. Da ist man heute in
der Regel weiter. Wobei Komponistinnen gegenüber Komponisten weiter weniger
stark in der Öffentlichkeit wirken.
Das Festival MaerzMusik, das am Freitag mit einem musikalischen
Großspektakel in Gestalt einer Konzertinstallation des österreichischen
Komponisten Georg Friedrich Haas in der Malhalla (20. 3., 18.30 + 20.30
Uhr) eröffnet, setzt dieses Jahr einige Zeichen, um Musikpionierinnen zu
würdigen. Allen voran die amerikanische Performancekunst-Innovatorin
Meredith Monk. In Berlin hat sie diese Woche ihren großen Auftritt.
Vielmehr gleich mehrere davon. Nachdem sie am Mittwoch in der Akademie der
Künste den Großen Kunstpreis 2026 überreicht bekam, ist sie am Sonnabend
ausführlich bei MaerzMusik zu erleben.
Monk vereint in ihrem Werk scheinbar Widersprüchliches. Sie schuf ihren
eigenen Ansatz, in dem Minimal Music, erweiterte Stimmtechnik und
Performancekunst einen fast privat wirkenden Kosmos bilden, Tierlaute und
Lachen inklusive. Zugleich haben ihre Arbeiten oft ritualistischen
Charakter, Schamanismus und ähnlich esoterisch konnotierte Dinge kann man
darin reichlich finden. Das ergibt eine archaische Moderne oder moderne
Archaik, wobei man genauer wohl von „postmodern“ sprechen müsste. Esoterik
hin oder her, die Sache hat eine verspielte Strenge und manchmal sogar
verschrobenen Pop-Charme. So kommen bei Monk viele Dinge in einer Weise
zusammen, die fasziniert, auch wegen ihrer Künstlerpersönlichkeit, zu der
unter anderem ihre akkurat geflochtenen Zöpfe gehören.
Am Sonnabend stehen im Haus der Berliner Festspiele, neben einem Konzert
mit Monk und ihren Mitstreiterinnen Katie Geissinger und Allison Sniffin
(21. 3., 19 Uhr), zwei Filme mit ihr an: Der [2][Porträtfilm „Monk in
Pieces“ von Billy Shebar] (21. 3., 16 Uhr) und Monks eigener Musikfilm
„Book of Days“ von 1988 (21. 3., 21 Uhr). Da man Monk in Berlin nicht alle
Tage erleben kann, wird es mit den Tickets vermutlich schwierig.
Bessere Aussichten gibt es hingegen bei zwei Pionierinnen der
elektronischen Musik, die ebenfalls bei MaerzMusik gefeiert werden.
[3][Ende Februar erst verstarb die französische Komponistin Éliane
Radigue,] die zunächst im Umfeld der Musique-concrète-Erfinder Pierre
Schaeffer und Pierre Henry arbeitete, bevor sie einen Drone-Ansatz
entwickelte, mit dem sie ein Werk schuf, das in seiner feinen Reduziertheit
einzigartig ist. Erst spät begann sie für akustische Instrumente zu
komponieren, am Sonntag im Silent Green präsentieren zwei Konzerte des
Ensemble Dedalus (22. 3., 17 + 21 Uhr) ihre ebenfalls stark zurückgenommene
Kammermusik.
Eine weitere Musikerin, die sich von Pierre Schaeffer anregen ließ, wird am
Montag im KW Institute vorgestellt, die dänische Komponistin Else Marie
Pade, zu der dort zugleich eine Ausstellung läuft. Die Cellistin Khabat
Abas spielt an dem Abend zweimal hintereinander (23. 3., 19 + 21 Uhr)
eigene Improvisationen, in denen sie Pades Musik verarbeitet (verschiedene
Orte, 20.-29. 3., Programm unter [4][berlinerfestspiele.de]).
20 Mar 2026
## LINKS
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(DIR) [3] /Nachruf-auf-Komponistin-Eliane-Radigue/!6157809
(DIR) [4] https://www.berlinerfestspiele.de/
## AUTOREN
(DIR) Tim Caspar Boehme
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