# taz.de -- Klimaschutz der katholischen Kirche: Vatikan startet internationale Allianz für Ökologie
       
       > Mit einem neuen Netzwerk will Papst Leo XIV. Glaube, Wissenschaft und
       > soziale Gerechtigkeit zusammenführen, um ökologische Ungerechtigkeit zu
       > bekämpfen.
       
 (IMG) Bild: Solarmodule auf dem Dach der Audienzhalle am Petersplatz in Rom, 2008
       
       „Global Alliance for Ecology“, auf Deutsch „Globale Allianz für Ökologie“:
       So heißt das neue Bündnis, das der Vatikan mit einer großen Tagung in
       Castelgandolfo vor den Toren Roms schmiedet.
       
       Vertreter*innen von mehr als 60 Universitäten, Forschungseinrichtungen
       und anderen Institutionen aus Asien, Afrika, Amerika und Europa waren
       geladen, um sich miteinander im Einsatz für die Umwelt zu vernetzen.
       Organisatoren des Meetings sind das noch von Papst Franziskus ins Leben
       gerufene Zentrum Laudato si’ aus Castelgandolfo sowie die katholische
       US-Universität Notre Dame.
       
       Mit dieser Initiative ebenso wie mit dem Tagungsort macht [1][Papst Leo
       XIV]. deutlich, dass er sich auch auf diesem Feld [2][in direkter
       Kontinuität zu seinem Vorgänger Franziskus] sieht. Er hatte zu Ende seiner
       Amtszeit die Schaffung des „Borgo Laudato si’“ angeschoben, in dem sich im
       Sommersitz der Päpste in Castelgandolfo ein sich über 55 Hektar
       erstreckender Botanischer Garten sowie eine Akademie befinden.
       
       Mit dem Namen Laudato si’ wiederum hatte Franziskus an seine [3][Enzyklika
       von 2015] angeknüpft. Dieses päpstliche Lehrschreiben hatte er wiederum
       nach dem „Gesang der Geschöpfe“ des heiligen Franz von Assisi benannt, in
       dem Franz die Einheit Gottes und der Menschen mit der Umwelt besungen
       hatte. Papst Franziskus hatte in seiner Enzyklika – die er selbst als
       „Sozial-, nicht als Umweltenzyklika“ bezeichnete – die enge Verbindung
       zwischen dem Schutz der Umwelt und sozialer Gerechtigkeit unterstrichen.
       Eben dies meinte er mit „ganzheitlicher Ökologie“: Es gehe um einen Ansatz,
       „der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die
       Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde“.
       
       ## Ökologische Wende unter Franziskus
       
       Schon Papst Ratzinger hatte allerdings mit der ökologischen Umrüstung des
       Vatikans angefangen, hatte dort nicht bloß die Mülltrennung eingeführt,
       sondern auch im Jahr 2008 auf dem Dach der großen Audienzhalle
       Photovoltaik-Panels installieren lassen, denen in den Folgejahren diverse
       weitere Solaranlagen auf Vatikan-Gebäuden folgten. Und mit der im Gang
       befindlichen Installierung einer Großanlage auf dem Vatikan gehörenden
       Feldern nördlich von Rom will die Kurie sich in Zukunft komplett mit
       erneuerbaren Energien versorgen.
       
       Die echte ökologische Wende der katholischen Weltkirche erfolgte jedoch
       unter Franziskus – nie zuvor hatte ein Papst dem Thema eine eigene
       Enzyklika gewidmet. Im Geist dieser Wende steht auch die jetzt angeschobene
       „Globale Allianz für Ökologie“. Ihr gehe es, so Vatican News, um die
       Schaffung eines Netzwerks, „das in der Lage ist, die globale Wirkung der
       integralen Ökologie zu stärken, indem sie Glaube, Wissenschaft und sozial
       Gerechtigkeit zusammenführt, um so die Schädigung der Umwelt, Ungleichheit
       und ökologische Ungerechtigkeit zu bekämpfen“.
       
       Geht es nach den Veranstaltern, so soll am Ende der Tagung die Schaffung
       „thematischer Gruppen zur Entwicklung von Forschungsagenden und
       Weiterbildungsinstrumenten“ stehen, nicht zuletzt aber „die Stärkung der
       Sichtbarkeit und des Beitrags des Katholizismus in der internationalen
       Debatte über Nachhaltigkeit“.
       
       10 Mar 2026
       
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 (DIR) Michael Braun
       
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