# taz.de -- „Fight by Night“-Demo: Friedlich und kämpferisch
> 1.800 Flinta* ziehen bei der Abenddemo zum 8. März durch Kreuzberg. Die
> Demo wird nicht von palästinasolidarischen Gruppen vereinnahmt.
(IMG) Bild: „Flinta*, die kämpfen, sind Flinta* die leben!“, skandieren die Demonstrant*innen
Eingepackt in „Männer Lol“-Schals, Sturmhauben und vereinzelt auch Kufiyas
haben sich am Sonntagabend hunderte Menschen rund um den Neptunbrunnen am
Mariannenplatz zur traditionell queerfeministischen Abenddemo „Fight by
Night“ versammelt.
In Redebeiträgen geht es neben dem Equal Pay Day vor allem um [1][die
nächtliche Schließung des Görlitzer Parks]. „Fickt eure Zäune. Euer
Rassismus hat mit unserer Sicherheit nichts zu tun!“, ruft eine Rednerin.
Seit Jahren werde im Görli auf dem Rücken von Flinta* rassistische Politik
gemacht, kritisiert sie. „Das ist unser Park, das sind unsere Straßen, das
ist unser Tag und unsere Nacht!“
Die Beiträge sind aufgrund einer leisen Anlage kaum hörbar, stattdessen
werden Sprechchöre angestimmt. „Der Görli bleibt auf!“, schallt es über den
Mariannenplatz, und: „Heute ist kein Feiertag, heute ist Kampftag“. Die
Demonstrierenden sind zunächst zurückhaltend, die Stimmung ist verhalten.
Das ändert sich schlagartig, als der Demozug um kurz vor acht schnellen
Schrittes in Richtung Görli loszieht. Laut Polizeiangaben sind es in der
Spitze 1.800 Demonstrant*innen.
Aus den Fenstern applaudieren Anwohner*innen, von Fassaden hängen
Transparente, etwa mit der Aufschrift „Power to the Sisters“. Als die
Demonstrierenden in den Bethaniendamm einbiegen, schießen Vermummte
Pyrotechnik aus dem Rauchhaus, dahinter erleuchtet Feuerwerk den Himmel.
## Polizei und Demonstrant*innen setzten auf Deeskalation
Angeführt wird die Demo von einem auffallend jungen Flinta*-only-Block,
gefolgt von einem All-Gender-Block. Demonstrant*innen und Polizei
setzen auf Deeskalation. Beamte laufen vor dem Zug und an den Seiten
entspannt im Spalier – ohne Helme und mit dem Rücken zur Demo nach vorn
gerichtet.
Palästina-Sprechchöre bleiben überwiegend aus, es ist auch nur die übliche
Zahl an Kufiyas zu sehen, wie man sie von linken Demos kennt. Als der
Demozug in den Wrangelkiez einbiegt, versuchen zwei Demonstrierende von der
Seite, den schwarzen Block zu „Free, Free Palestine“-Rufen zu bewegen, doch
nur zögerlich stimmen einige ein. „Sowas singt ihr nicht, richtig?“, sagt
eine von ihnen entnervt.
Im gesamten Demozug der „anti-imperialistischen Organisation“, bei der „No
Zios“ erwünscht sind, ist keine Palästina-Flagge zu sehen. Vereinzelt sind
dennoch „Viva, viva Palästina“-Rufe zu hören, allerdings selten und leise.
Ein möglicher Grund: Flinta*-Gruppen mit starkem Palästina-Fokus könnten
andere Demos besucht haben – etwa [2][„Rise in Rage. Build in Struggle“ am
Kottbusser Tor am Nachmittag], zu der Gruppen wie „Anarchists4Palestine“
und „Alliance of International Feminists“ aufgerufen hatten, und an der
auch BDS Berlin beteiligt war. Zeitgleich fand am Gesundbrunnen eine
weitere [3][propalästinensische Demo statt, zu der unter anderem die Gruppe
„Young Struggle“] mobilisiert hatte – sie hatte den Hamas-Angriff auf
Israel zuvor als „Gefängnisausbruch“ und „Widerstand“ bezeichnet.
## Demo verläuft friedlich
Als die Demo in den Görlitzer Park einbiegt, nimmt die Polizeipräsenz zu.
„Bullenschweine raus aus dem Görli“, skandieren die Demonstrierenden,
während sie unter dem Sternenhimmel durch den Park ziehen. Die Beamten
haben inzwischen Helme aufgesetzt und begleiten die Demo dicht. Auf dem
Rondell haben sich Polizei-Gruppen auf den Hügeln postiert.
Die Demo verläuft bis zum Schluss friedlich. Gegen halb neun erreicht sie
ihr Ziel, den Lausitzer Platz. Es gibt Feuerwerk, in kleinen Grüppchen
sitzen noch Demonstrierende auf dem Platz.
8 Mar 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Lilly Schröder
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