# taz.de -- Volksinitiative scheitert: Schweizer lehnen drastische Kürzungen bei Rundfunk ab
> Die Schweizer*innen stimmen gegen die „Halbierungsinitiative“ im
> öffentlichen Rundfunk. Die rechtskonservative Kampagne ist damit vorerst
> gescheitert.
(IMG) Bild: Schweizer Abstimmung: nicht nach rechts abgebogen
rtr | Die Schweizer haben einer deutlichen Reduzierung der
Pflichtgebühren für die [1][öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft SRG]
eine Absage erteilt. In einer Volksabstimmung sprachen sich am Sonntag
ersten Hochrechnungen zufolge 62 Prozent gegen den Vorschlag aus, die
jährliche Haushaltsabgabe zur Finanzierung der SRG auf 200 Franken zu
senken. Mit 335 Franken (rund 365 Euro) pro Jahr erhebt die Schweiz den
Initiatoren zufolge die weltweit höchsten Rundfunkgebühren. Mit der
Ablehnung der sogenannten „Halbierungsinitiative“ folgt das Stimmvolk der
Empfehlung der Regierung.
Ein massiver Abbau der Schweizer Medieninfrastruktur sei verhindert worden,
sagte Laura Zimmermann, die Leiterin der Kampagne gegen die Kürzungen. Der
Zugang zu verlässlichen Informationen bleibe geschützt. Auch die SRG zeigte
sich erleichtert. „Das Abstimmungsergebnis freut, motiviert und
verpflichtet uns“, sagte SRG-Generaldirektorin Susanne Wille. „Wir setzen
alles daran, das Publikum weiterhin mit einem vielfältigen und starken
Programm im Alltag zu begleiten“, fügte sie hinzu.
Dennoch können sich die Einwohner in den kommenden Jahren über sinkende
Gebühren freuen. Denn die Regierung will die Abgabe für Privathaushalte bis
2029 schrittweise auf 300 Franken senken.
## Öffentlich-rechtliche Medien unter Druck
Den Befürwortern des Vorschlags aus dem rechtskonservativen Lager ist das
Programm der SRG zu teuer, zu breit und zu links. Zudem würden junge
Menschen kaum noch Radio oder Fernsehen der SRG nutzen, sondern
Streamingdienste und soziale Medien bevorzugen.
Auch in anderen Ländern stehen öffentlich-rechtliche Medien unter Druck von
rechts. In Deutschland will die [2][Alternative für Deutschland (AfD)] den
monatlichen Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro pro Wohnung, gut 220 Euro im
Jahr, abschaffen. In Großbritannien fordert etwa die Partei „Reform UK“
unter Nigel Farage die Abschaffung der [3][Rundfunkgebühren für die BBC].
Bei einer Annahme der Volksinitiative in der Schweiz hätte die SRG einer
Untersuchung von BAK Economics zufolge rund die Hälfte der knapp 5.500
Vollzeitstellen streichen müssen. Beim Angebot in den Bereichen Sport,
Kultur und Eigenproduktionen hätte die Gesellschaft deutliche Abstriche
machen müssen.
8 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.srgssr.ch/de/start
(DIR) [2] /AfD-Sachsen-Anhalt-gegen-Rundfunk/!6159687
(DIR) [3] /BBC-in-der-Vertrauenskrise/!6123681
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