# taz.de -- Podcast „Sternstunde Philosophie“: Talkshow gegen den Trend
       
       > Das Schweizer Gesprächsformat „Sternstunde Philosophie“ füllt eine
       > wichtige Lücke. Hier stehen keine Menschen, sondern Themen im
       > Vordergrund.
       
 (IMG) Bild: Barbara Bleisch führt stets kompetent durch die Diskussionen, ist eine der ModeratorInnen von „Sternstunde Philosophie“
       
       Das Skript der täglichen Talkshows im [1][öffentlich-rechtlichen Rundfunk]
       wiederholt sich: Ein Staatschef kündigt etwas maximal Drastisches an und am
       Abend diskutieren Politiker*innen und Expert*innen ihre mal mehr,
       mal weniger stichhaltigen Interpretationen.
       
       Fürs Geschäft ist das natürlich ideal. Irgendwo auf der Welt liefert
       schließlich immer ein Despot neues Material für den nächsten Abend. Gewiss
       erfüllt die Einordnung von Aussagen und Ereignissen in einen größeren
       Kontext den wichtigen Informationsauftrag. Auf Dauer ermüdet dieses immer
       gleiche Schema trotzdem.
       
       Doch glänzt ein Stern im Schweizer Rundfunk am Talkshow-Himmel: Mit
       „Sternstunde Philosophie“ setzt dieser ein echtes Paradebeispiel gegen den
       Trend. Moderatorin [2][Barbara Bleisch] - eine der wechselnden
       Moderator*innen – führt wöchentlich lebendige Gespräche mit ihren
       Gästen verschiedener Hintergründe: Sie stellt Fragen, die nicht an der
       Oberfläche verharren, zeigt ehrliche Neugier und begegnet ihnen mit
       spürbarem Enthusiasmus.
       
       Das macht Lust, länger zuzuhören, etwa wenn es um die Rolle von Frauen in
       zeitgenössischen Revolutionen geht, um das Glück im Alter oder um die
       Unmöglichkeit, das Klima mit einem Schluck Hafermilch im Kaffee zu retten.
       Unter die reaktiven Einordnungen des politischen Tagesgeschehens mischen
       sich also immer wieder Themen, die die Sendung selbst auf die Agenda setzt.
       
       Und während Sendungen wie „Caren Miosga“ oder „Markus Lanz“ häufig den
       Eindruck vermitteln, dass vor allem die Prominenz der Gäste zählt („Was
       sagt der Kanzler dazu?“), steht bei „Sternstunde Philosophie“ tatsächlich
       das Thema im Mittelpunkt.
       
       Die Gäste stützen ihre Ansichten häufig auf empirische Erkenntnisse,
       ideengeschichtliche Ansätze [3][oder politische Theorien] und leiten ihre
       Positionen so aus übergeordneten Denktraditionen ab. Wer also nach
       anregenden Gedanken dürstet, könnte gut mit ein paar Folgen bedient sein.
       
       15 May 2026
       
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