# taz.de -- Nachrichten im Iran-Krieg: Neue Angriffswelle auf Iran – Nachfolger Chameneis ernannt
> In der Nacht bombardierten Israels Kampfflugzeuge erstmals iranische
> Öllager. Trump schließt auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus. In
> Saudi-Arabien gibt es erstmals Tote.
(IMG) Bild: Brennendes Öllager in Teheran: In iranischen Staatsmedien wurde mit einem Vergeltungsangriff auf Ölraffinerien in Israel gedroht
## 18:41 Uhr: Erstmals Tote in Saudi-Arabien
dpa | Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs ist es in Saudi-Arabien infolge
eines mutmaßlich iranischen Angriffs zu Todesfällen gekommen. Zwei Menschen
seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im Gouvernement
al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet worden, sagte ein
Sprecher des saudischen Zivilschutzes laut einer Regierungsmitteilung. Bei
den Opfern soll es sich demnach um einen indischen und einen
bangladeschischen Staatsbürger gehandelt haben.
Zwölf Menschen, die alle aus Bangladesch stammen, seien bei dem Vorfall
zudem verletzt worden, hieß es weiter. Das betroffene Gebäude gehöre zu
einer Reinigungsfirma, so die Mitteilung. Versuche, zivile Einrichtungen zu
treffen, seien ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht,
wurde der Sprecher zitiert. Zur genauen Herkunft des Geschosses äußerte er
sich jedoch nicht.
Saudi-Arabien wurde seit dem Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche
bereits mehrmals zum Ziel iranischer Angriffe. Die meisten Geschosse
konnten laut Regierungsangaben jedoch abgefangen werden. Im Gouvernement
al-Chardsch befindet sich der auch von den USA genutzte
Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan Airbase, der immer wieder von iranischen
Geschossen angegriffen wurde. Saudi-Arabien betonte aber, dass er nicht als
Ausgangspunkt für die jüngsten Angriffe auf den Iran gedient habe.
## 14:45 Uhr: Zwei israelische Soldaten im Südlibanon getötet
ap | Israel hat den Tod von zwei Soldaten im Libanon eingeräumt. Sie seien
bei Kämpfen im Süden des Landes getötet worden, teilte das Militär am
Sonntag mit. Bei einem von ihnen handle es sich um einen 38-Jährigen aus
einem drusischen Dorf auf den von Israel annektierten Golanhöhen. Zu dem
zweiten Soldaten macht das Militär keine näheren Angaben.
Die beiden Soldaten sind die ersten personellen Verluste des israelischen
Militärs seit Beginn des Krieges gegen den Iran vor gut einer Woche. Nach
Beginn der Kämpfe hat sich die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im
Libanon an der Seite ihrer Schutzmacht in den Konflikt eingeschaltet und
Israel nach einer längeren, brüchigen Waffenruhe wieder mit Raketen
beschossen. Das israelische Militär bombardierte daraufhin Hisbollah-Ziele.
Es hat seit der Bodenoffensive 2024 gegen die Hisbollah Soldaten im
Südlibanon stationiert.
## 14:27 Uhr: Arabische Liga verurteilt iranische Angriffe auf Golfstaaten
afp | Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit, hat die
iranischen Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf die US-israelischen
Luftangriffe scharf verurteilt. Teherans Angriffe gegen mehrere
Mitgliedstaaten der Arabischen Liga seien „rücksichtslos“ und ein „riesiger
strategischer Fehler“, sagte Gheit am Sonntag bei einer dringlich
anberaumten Videokonferenz der Außenminister der Staatengruppe. Sie könnten
„durch keinen Vorwand und keine Entschuldigung gerechtfertigt“ werden.
Der Iran habe Friedensbemühungen der Golfstaaten mit „heimtückischen
Raketen und Drohnenangriffen“ zurückgezahlt, sagte der Generalsekretär
weiter. Die arabischen Staaten seien keine Kriegsparteien.
## 13:54 Uhr: Schweiz sieht im Iran-Krieg Verstoß gegen Völkerrecht
dpa | Die Schweizer Regierung bezeichnet den Iran-Krieg als Verstoß gegen
das Völkerrecht. Verteidigungsminister Martin Pfister sagte der
„Sonntagszeitung“: „Der Bundesrat ist der Auffassung, dass der Angriff auf
den Iran eine Verletzung des Völkerrechts darstellt.“ Bundesrat heißt in
der Schweiz die siebenköpfige Regierung.
Zur Begründung sagte Pfister: „Weil er aus unserer Sicht einen Verstoß
gegen das Gewaltverbot darstellt. Wir rufen alle Konfliktparteien auf, die
Gewalt einzustellen und die Zivilbevölkerung zu schonen.“ Dazu zählten die
USA, Israel und der Iran, weil sie sich alle nicht an das Gewaltverbot
hielten.
Das Schweizer Neutralitätsgebot heißt unter anderem, dass an kriegführende
Parteien keine Rüstungsgüter ausgeführt werden. Sehr zum Missfallen
europäischer Partner hat die Schweiz Deutschland etwa nach dem russischen
Angriff auf die Ukraine verboten, in der Schweiz gekaufte Panzermunition an
die Ukraine weiterzugeben.
Ob nun Rüstungsausfuhren in die USA gestoppt würden, wurde Pfister gefragt.
„Das werden das Staatssekretariat für Wirtschaft und der Bundesrat
entscheiden, sobald Exportgesuche vorliegen. Bisher gab es keines“,
antwortete er.
## 13:42 Uhr: Mehrere heftige Explosionen in Tel Aviv nach neuen iranischen
Raketenangriffen
afp | Nach einer neuen iranischen Angriffswelle auf Israel ist die
Küstenmetropole Tel Aviv von mehreren heftigen Explosionen erschüttert
worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Sonntag von
mindestens zehn Explosionen in der zentralisraelischen Mittelmeerstadt. Die
israelische Armee hatte zuvor neue Raketenangriffe aus dem Iran auf
israelisches Staatsgebiet gemeldet.
Die israelischen Streitkräfte hätten „vor Kurzem Raketen identifiziert, die
aus dem Iran in Richtung des israelischen Territoriums abgefeuert wurden“,
hieß es in einer Erklärung. Die Luftverteidigungssysteme des Landes seien
im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.
## 13:32 Uhr: Hamsterkäufen in Bangladesch
ap | Der Irankrieg hat in Bangladesch zu einem Ansturm auf die Tankstellen
geführt. Autofahrer warteten am Sonntag aus Angst vor Engpässen
stundenlang, um Benzin und Diesel für ihre Fahrzeuge zu erstehen. In der
Hauptstadt Dhaka harrten manche sogar die ganze Nacht hindurch in langen
Schlangen aus. Stellenweise kam es zu Panikkäufen.
Bangladesch importiert etwa 95 Prozent seines Erdöl- und 70 Prozent seines
Erdgasbedarfs aus dem Nahen Osten. Dort hat der Iran nach Beginn von
Luftangriffen der USA und Israels die Straße von Hormus praktisch
blockiert, durch die etwa 20 Prozent des weltweit geförderten Erdöls
verschifft werden. Die Blockade lässt nicht nur den Ölpreis steigen, auch
Flüssigerdgas (LNG) ist deutlich teurer geworden.
Ein großer Teil der Ölexporte durch die Straße von Hormus geht nach Ost-
und Südostasien. Energiehungrige Staaten dort treibt die Sorge um, bei
einer Angebotsverknappung von reicheren Staaten überboten zu werden.
Anders als etwa China und Japan kann Bangladesch die Ausfälle schon jetzt
kaum noch abfedern. Tankstellenbesitzer sehen sich wegen der gestiegenen
Nachfrage unter starkem Druck. Die Regierung des Landes mit mehr als 170
Millionen Einwohnern hat den Verkauf von Treibstoff begrenzt. Autos und
Motorräder dürfen nur eine bestimmte Menge Benzin oder Diesel tanken. Die
Behörden schlossen außerdem fünf der sechs Düngemittelfabriken des Landes
bis zum 18. März.
## 12:40 Uhr: Emirate melden neue iranische Angriffe mit Drohnen und
Raketen
ap | Der Iran hat die Vereinigten Arabischen Emirate nach deren Angaben
erneut mit einer Salve aus mehr als einem Dutzend Raketen und Hunderten
Drohnen beschossen. Die Luftabwehr habe 16 der 17 am Sonntag abgefeuerten
Raketen abgefangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die 17. sei
ins Meer gestürzt. Auch die meisten der 117 Drohnen seien abgefangen
worden. Die Emirate seien bereit, der Bedrohung „fest entgegenzutreten“.
Welche konkreten Ziele attackiert wurden, blieb offen.
## 12:20 Uhr: Macron reist nach Zypern
dpa | Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Montag vor dem
Hintergrund des Iran-Kriegs nach Zypern reisen. Vor einigen Tagen hatte
eine Drohne iranischer Bauart den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri
auf der Mittelmeerinsel getroffen. „Diese Reise soll die Solidarität
Frankreichs mit Zypern zum Ausdruck bringen“, hieß es aus Élysée-Kreisen.
In der Hafenstadt Paphos werde Macron Zyperns Präsidenten Nikos
Christodoulidis sowie den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos
Mitsotakis treffen. Dabei soll es um die Sicherheitslage in der Region
gehen. Laut Élysée-Kreisen soll das Treffen auch dabei helfen,
Anstrengungen zu koordinieren, um Rückführungsoperationen zu unterstützen.
Aus Solidarität mit Zypern haben mehrere europäische Staaten ihre
militärische Präsenz in der Region verstärkt. Frankreich verlegte drei der
größten französischen Kriegsschiffe in Richtung der Konfliktregion.
## 12:09 Uhr: 117 Iraner mit russischem Flugzeug aus Beirut ausgeflogen
afp | Nach einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen gegen die vom Iran
finanzierte Hisbollah durch den Libanon haben nach Regierungsangaben 117
iranische Staatsbürger Beirut verlassen – darunter Diplomaten. Die Maschine
mit den Iranern sei in der Nacht zum Sonntag in der Hauptstadt gestartet,
hieß es aus libanesischen Regierungskreisen. Libanons Regierung hatte am
Donnerstag jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden und eine
Visumspflicht für einreisende iranische Staatsbürger verhängt, um den Druck
auf die Hisbollah zu erhöhen.
## 12:08 Uhr: Diplomatischer Druck auf Sri Lanka
rtr | Sri Lanka gerät einem internen Dokument zufolge auf diplomatischer
Ebene zwischen die Fronten der USA und des Iran. So drängen die USA Sri
Lanka zum Verzicht auf die Rückführung iranischer Seeleute, die sich
derzeit in dem südasiatischen Inselstaat befinden. Das geht aus einer
vertraulichen Mitteilung des US-Außenministeriums hervor, die die
Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag einsehen konnte. Darin soll die
US-Vertretung in Colombo die dortige Regierung davor gewarnt haben, die
Überlebenden der versenkten iranischen Fregatte „Dena“ und die Besatzung
eines weiteren Schiffes in ihre Heimat zurückzuschicken.
US-Geschäftsträgerin Jayne Howell soll der diplomatischen Depesche zufolge
betont haben, Sri Lanka müsse iranische Versuche unterbinden, die
Festgehaltenen für Propagandazwecke zu nutzen. Zudem erkundigte sich
demnach der israelische Botschafter für Indien und Sri Lanka bei Howell, ob
es Kontakt zu der Besatzung gebe, um diese zum Überlaufen zu bewegen. Die
israelische Botschaft in Neu Delhi antwortete zunächst nicht auf die Bitte
um Stellungnahme.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums wollte den Bericht nicht direkt
kommentieren, erklärte aber, man respektiere Sri Lankas Souveränität und
die dortigen Gesetze. Oberstes Ziel sei es jedoch, die vom Iran ausgehende
Gefahr für die USA und ihre Partner einzudämmen.
Ein US-U-Boot hatte die „Dena“ am Mittwoch vor der Hafenstadt Galle im
Süden Sri Lankas torpediert. Dabei wurden nach Angaben Sri Lankas 87
Menschen getötet. Das Schiff hatte vergangenen Monat an von Indien
organisierten Marineübungen in der Bucht von Bengalen teilgenommen und war
auf dem Rückweg nach Iran, als es beschossen wurde. Etwa 20 der 32
Überlebenden wurden inzwischen von einem Krankenhaus in einen
Luftwaffenstützpunkt verlegt.
Sri Lankas Präsident Anura Kumara Dissanayake hatte am Donnerstag die
Evakuierung des gestrandeten Versorgungsschiffs „Buschehr“ angeordnet und
dies mit einer humanitären Verantwortung für die 208 Menschen an Bord
begründet. Dem internen Dokument zufolge soll dieses Schiff für die Dauer
des Konflikts in Sri Lanka festgesetzt werden.
## 11:58 Uhr: 15 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
dpa | Bei erneuten Luftangriffen Israels sind im Libanon nach dortigen
Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Israel habe
südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen Grenze angegriffen, teilte
das libanesische Gesundheitsministerium mit. Dort sei in einem Dorf ein
Wohngebäude getroffen worden. Örtlichen Medienberichten zufolge waren auch
Frauen und Kinder unter den Opfern. Rettungskräfte suchten unter Trümmer
nach Opfern.
Ein israelischer Armeesprecher teilte mit, die Luftangriffe dauerten an.
Hintergrund seien terroristische Aktivitäten der Hisbollah. Anwohner wurden
aufgerufen, sich umgehend nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu
begeben. Teil des aktuellen Militäreinsatzes im Libanon ist nach
israelischen Angaben auch eine begrenzte Bodenoffensive mit dem Ziel, eine
Sicherheitszone entlang der Grenze einzurichten, vermutlich um
Hisbollah-Kämpfer weiter nach Norden in den Libanon zu drängen und das
Risiko von Angriffen in Israel zu verringern.
## 11:55 Uhr: Trump nimmt Leichen von im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten
in Empfang
afp | Unter den Augen von US-Präsident Donald Trump sind am Samstag die
Leichen der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten in die Vereinigten
Staaten überführt worden. Trump salutierte, als die mit US-Flaggen
bedeckten Särge aus einem Militärflugzeug ausgeladen und an ihm
vorbeigetragen wurden. An der Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover
im Bundesstaat Delaware nahmen auch US-Vizepräsident JD Vance und seine
Frau Usha, Pentagon-Chef Pete Hegseth, US-Generalstabschef Dan Caine sowie
First Lady Melania Trump teil.
Die sterblichen Überreste der Soldaten wurden anschließend in eine
Leichenhalle gebracht. Dort sollen sie offiziell identifiziert und für die
Beisetzung vorbereitet werden.
Die getöteten Soldaten – fünf Männer und eine Frau im Alter von 20 bis 54
Jahren – waren Reservisten, die einer Einheit aus dem US-Bundesstaat Iowa
angehörten. Sie wurden am Sonntag bei einem Drohnenangriff in Kuwait
getötet.
## 10:52 Uhr: Nachfolger Chameneis ernannt – Expertenrat nennt Namen jedoch
nicht
afp | Rund eine Woche nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei hat das
zuständige Gremium im Iran nach Angaben mehrerer Mitglieder dessen
Nachfolger bestimmt. Der Name des neuen geistlichen Oberhaupts der
Islamischen Republik wurde am Sonntag zunächst jedoch nicht genannt. Wie
die Nachrichtenagentur Isna berichtete, einigte sich einem Mitglied des
Expertenrats zufolge „eine Mehrheit“ auf den am „besten geeigneten
Kandidaten“.
Ein Mitglied des Expertenrats deutete jedoch an, dass die Wahl auf
Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei gefallen sei. Expertenratsmitgliet
Mohsen Hejdari erklärte zur getroffenen Wahl nach Angaben der
Nachrichtenagentur Isna: „Der ‚Große Satan‘ hat die von den Vertretern
getroffene Wahl auch erwähnt.“ Hejdari bezog sich damit auf eine Aussage
von US-Präsident Donald Trump, der nach der Tötung Chameneis dessen Sohn
Modschtaba als Nachfolger ausgeschlossen und für sich eine Mitsprache bei
der Entscheidung beansprucht hatte.
## 10:38 Uhr: Neue israelische Drohungen gegen künftigen
Chamenei-Nachfolger
dpa | Das israelische Militär hat vor der Wahl eines Nachfolgers des
getöteten iranischen Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei erneut gedroht,
dass auch dieser nicht sicher sei. „Die Hand des Staates Israel wird
weiterhin jeden Nachfolger verfolgen und jeden, der einen Nachfolger zu
ernennen versucht“, hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X.
Die Warnung gelte für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines
Nachfolgers Chameneis teilzunehmen.
Gemäß der iranischen Verfassung bestimmt der Expertenrat, ein Gremium aus
88 Geistlichen, das neue Staatsoberhaupt. Einem iranischen Bericht zufolge
wurde über die Nachfolge des getöteten Religionsführers bereits Konsens
erzielt. „In den ersten Stunden nach dem Märtyrertod des Führers trat der
Expertenrat zusammen, und die Mehrheit einigte sich auf einen einzigen
Kandidaten, der dem Präsidium der Versammlung mitgeteilt wurde“, sagte ein
Mitglied des Expertenrats nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur
Mehr.
## 09:55 Uhr: Schlepper unter Flagge der Emirate nach Explosion in Straße
von Hormus gesunken
afp | In der Straße von Hormus ist ein unter Flagge der Vereinigten
Arabischen Emirate fahrender Schlepper nach einer Explosion und einem Feuer
an Bord gesunken. Drei indonesische Besatzungsmitglieder würden vermisst,
teilte das Außenministerium in Jakarta am Samstag mit. Die örtlichen
Behörden suchten nach ihnen. Vier weitere der insgesamt sieben Menschen an
Bord hätten den Vorfall überlebt, einer von ihnen werde in einem
Krankenhaus im Oman wegen Verbrennungen behandelt.
Der Schlepper „Musaffah 2“ war den Angaben zufolge am Freitag
untergegangen. Zuvor habe sich eine Explosion ereignet, die einen Brand an
Bord ausgelöst habe, hieß es in der Erklärung des indonesischen
Außenministeriums. Die örtlichen Behörden hätten eine Untersuchung
eingeleitet.
Der Sicherheitsfirma Vanguard zufolge wurde der Schlepper von zwei Raketen
getroffen, als die Besatzung versucht habe, einem unter der Flagge Maltas
fahrenden Containerschiff zu Hilfe gekommen. Der Frachter „Safeen Prestige“
seinerseits sei am Mittwoch von einer Rakete getroffen worden.
Am Samstag hatten die iranischen Revolutionsgarden Angriffe auf Schiffe im
Persischen Golf und in der Straße von Hormus bekanntgegeben.
## 09:41 Uhr: Trump schließt Bodentruppen für Sicherstellung angereicherten
Urans nicht aus
afp | US-Präsident Donald Trump schließt nach eigener Aussage nicht aus,
Bodentruppen in den Iran zu entsenden, um das angereicherte Uran der
Islamischen Republik sicherzustellen. „Vielleicht werden wir das irgendwann
machen“, sagte er Journalisten am Samstag an Bord des Präsidentenflugzeugs
Air Force One. „Das wäre eine tolle Sache.“ Trump äußerte sich mit Blick
auf das iranische Atomprogramm, dessen Bekämpfung die USA zu einem ihrer
Kriegsziele erklärt haben.
Bodentruppen könnten „möglicherweise“ eingesetzt werden, sagte Trump, fügte
aber an, hierfür müsse es einen „sehr guten Grund“ geben. Zu den iranischen
Streitkräften sagte er, bei einem Einsatz würden diese „so geschwächt, dass
sie auf Bodenebene nicht mehr kämpfen könnten“. Einigen Kritikern des
laufenden US-israelischen Krieges zufolge reichen Luftangriffe nicht aus,
um den Iran dauerhaft von der Entwicklung einer Atombombe abzuhalten.
## 09:24 Uhr: Wasser-Entsalzungsanlage in Bahrain bei Angriff beschädigt
dpa | Iran hat bei seinen Angriffen in den Golfstaaten nun auch eine
wichtige Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen. Bei einem
Drohenangriff sei eine Anlage zur Wasser-Entsalzung beschädigt worden,
teilte Bahrains Innenministerium heute mit. Es handle sich um „iranische
Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele“ richte.
Ähnlich wie weitere der Golfstaaten ist das kleine Land Bahrain für seine
Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen. Die
Arabische Halbinsel ist eine sehr trockene Region mit nur wenigen
natürlichen Süßwasser-Ressourcen. Die rund 400 Anlagen in den Golfstaaten,
die vor allem mit Öl und Gas betrieben werden, produzieren etwa 40 Prozent
des weltweit entsalzten Wassers.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden
nahesteht, verbreitete eine Karte, die die Lage von Bahrains
Entsalzungsanlagen zeigt. Dabei merkte die Agentur an, dass das Land etwa
60 Prozent seines Trinkwassers aus diesen Anlagen gewinne.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA am Samstag vorgeworfen,
eine Entsalzungsanlage auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel
Qeschm angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei
beeinträchtigt, schrieb er auf der Plattform X. Die Angaben konnten
zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Ein Angriff auf die
Infrastruktur des Irans sei ein „gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden
Folgen“, schrieb Araghtschi.
## 07:44 Uhr: Israel startet neue Angriffswelle auf Iran
afp | Israel hat am Sonntag nach Armeeangaben eine weitere Angriffswelle
auf den Iran gestartet. Ins Visier genommen werde die „militärische
Infrastruktur des Terrorregimes“ in mehreren Teilen des Landes, erklärten
die Streitkräfte.
Bei den in der Nacht zum Sonntag geflogenen Angriffen trafen Israel und die
USA nach iranischen Angaben vier Öllager und eine „Einrichtung zum
Transport von Erdölerzeugnissen“. Dies sagte der Leiter der nationalen
Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Vejskarami, im Staatsfernsehen.
Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, der Brand sei jedoch unter
Kontrolle gebracht worden.
## 04:51 Uhr: Drohnenangriff in Kuwait löst Brände am Internationalen
Flughafen aus
ap | Bei einem Drohnenangriff auf Treibstofftanks am Internationalen
Flughafen von Kuwait sind Brände ausgebrochen. Die Feuerwehr versuche die
Flammen einzudämmen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur in der Nacht
zum Sonntag. Das kuwaitische Verteidigungsministerium erklärte, die
Treibstofftanks am Flughafen seien bei dem Angriff direkt getroffen worden.
Eine Drohne schlug auch im Gebäude der staatlichen Sozialversicherung in
Kuwait-Stadt ein.
## 04:45 Uhr: Revolutionsgarden sprechen von sechs Monate möglicher
„intensiver“ Kriegsfähigkeit
afp | Der Iran kann nach Angaben der Revolutionsgarden noch mindestens
sechs Monate lang einen „intensiven“ Krieg gegen die USA und Israel führen.
„Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran sind in der Lage, einen
intensiven Krieg mit dem derzeitigen Tempo mindestens sechs Monate lang
fortzusetzen“, erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut
Berichten der Nachrichtenagentur Fars am Sonntag.
Die Revolutionsgarden gaben zudem an, bereits „mehr als 200“ Standorte
angegriffen zu haben, die im Zusammenhang mit Stützpunkten und
Einrichtungen der USA und Israels stehen.
## 03:47 Uhr: Israels Militär bestätigt Angriff auf Öllager in Teheran
ap | Das israelische Militär hat Angriffe auf mehrere Öllager in Teheran
bestätigt. Die Anlagen seien zur Versorgung der iranischen Streitkräfte
genutzt worden, erklärte das Militär. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur
AP zeigten, wie am Samstagabend Flammensäulen über einem Öllager aufstiegen
und der Nachthimmel aufleuchtete. Es schien das erste Mal seit Kriegsbeginn
zu sein, dass eine Industrieanlage ins Visier genommen wurde, die nach
jüngsten israelischen Angaben auch militärisch genutzt wurde.
In iranischen Staatsmedien wurde mit einem Vergeltungsangriff auf
Ölraffinerien in der nordisraelischen Stadt Haifa gedroht.
## 03:23 Uhr: Laut Israels Armee Al-Quds-Kommandeure in Beirut angegriffen
dpa | Israels Armee hat nach eigenen Angaben in der libanesischen
Hauptstadt Beirut einen „präzisen Angriff“ auf Kommandeure der
Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durchgeführt. Die
Kommandeure des sogenannten Libanon-Korps hätten Terroranschläge auf Israel
vorbereitet, teilte die Armee in der Nacht mit.
Nach libanesischen Angaben hatte Israels Militär gezielt ein Zimmer eines
Luxushotels in Beirut angegriffen. Nach vorläufigen Angaben des
Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und
acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der
Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.
In der Mitteilung der israelischen Armee wurden keine Angaben zum genauen
Ort des Angriffs gemacht. Es hieß nur, dass Teheran die Zivilbevölkerung im
eigenen Land wie auch im Libanon als menschliche Schutzschilde zur
Vorbereitung von Terrorakten missbrauche.
## 02:08 Uhr: Mindestens vier Tote bei israelischem Angriff auf Hotel in
Beirut
rtr | Bei einem israelischen Angriff auf ein Apartment im Ramada-Hotel im
Zentrum von Beirut sind nach Angaben des libanesischen
Gesundheitsministeriums mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere
verletzt worden. Es handelt sich demnach um den ersten derartigen Angriff
im Zentrum der Hauptstadt, seit die Kämpfe zwischen Israel und der
Hisbollah in der vergangenen Woche wiederaufgeflammt sind. Eine
Stellungnahme aus Israel lag zunächst nicht vor.
In dem Hotel waren Binnenflüchtlinge untergebracht, die vor den Kämpfen im
Südlibanon und den südlichen Vororten von Beirut geflohen waren.
## 01:33 Uhr: Erneut Angriffe in Saudi-Arabien und Kuwait
dpa | Saudi-Arabien und Kuwait sind erneut Ziel von Angriffen geworden. Das
saudische Verteidigungsministerium teilte in der Nacht auf der Plattform X
mit, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und
zerstört worden seien. In Kuwait wurden Treibstofftanks des internationalen
Flughafens des Landes Ziel von Drohnenangriffen, wie das
Verteidigungsministerium auf X bekanntgab. Die Streitkräfte seien zur
Abwehr der „Welle feindlicher Drohnen“ im Einsatz gewesen. Nähere Angaben
machten die beiden Golfstaaten nicht.
Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran
greift Teheran seit einer Woche eine ganze Reihe arabischer Länder an, in
denen die USA Militärstützpunkte unterhalten.
## 01:12 Uhr: Trump beschuldigt Iran für Bombardierung von Mädchenschule
dpa/taz | US-Präsident Donald Trump hat Teheran beschuldigt, für die
Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag
verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA für den verheerenden
Angriff verantwortlich seien, sagte Trump an Bord des Regierungsfliegers
Air Force One vor Journalisten: „Nein, meiner Meinung nach, basierend auf
dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan“.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der mit ihm reiste, bestätigte das
nicht direkt. Die USA untersuchten den Vorfall, sagte er.
Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes wurden nach iranischen Angaben
am vergangenen Samstag unter anderem etwa 170 Schülerinnen getötet.
Trump ließ sich von Hegseths Zurückhaltung nicht von seiner Überzeugung
abbringen: „Wir glauben, dass es vom Iran getan wurde“, bekräftigte er.
Beweise dafür führte Trump nicht an – er verwies zur Begründung lediglich
darauf, dass der Iran mit Waffen „sehr ungenau“ sei.
[1][Recherchen der New York Times] deuten allerdings darauf hin, dass die
USA für den Angriff verantwortlich sein könnte.
## 00:42 Uhr: Laut Laridschani keine Spaltung in Teheraner Führungsriege
ap | Der Generalsekretär des nationalen Sicherheitsrats des Irans, Ali
Laridschani, hat Zwietracht innerhalb der Führung mit Blick auf die
Kriegsführung gegen Israel und die USA bestritten. „Unsere Anführer sind
sich in dieser Frage einig und haben keine Meinungsverschiedenheiten
untereinander“, betonte Laridschani in einer von den Staatsmedien
verbreiteten Ansprache. „Es gibt keine Spaltungen unter uns im Kampf gegen
Israel und die Vereinigten Staaten.“
Laridschani äußerte sich, nachdem Präsident Massud Peseschkian sich bei
Nachbarstaaten für die iranischen Angriffe entschuldigt hatte. Die Attacken
erklärte Peseschkian auch mit der Tötung des Obersten iranischen Führers
Ajatollah Ali Chamenei durch Luftangriffe der USA und Israels zu Beginn des
Krieges am vergangenen Wochenende. Doch widersprachen andere
Spitzenpolitiker im Iran Peseschkian offenbar und erklärten, dass sich an
der Kriegsstrategie nichts ändern werde.
In seiner Rede deutete Laridschani auch an, dass es Bewegung in der
Nachfolgeregelung für Chamenei zu geben scheint. Der dreiköpfige
Führungsrat, der den Iran aktuell leitet, habe darum gebeten, dass
„Vorkehrungen getroffen werden, den Expertenrat einzuberufen, der den
nächsten obersten Führer des Landes wählen“ solle. Einen Zeitpunkt nannte
Laridschani nicht.
## 00:32 Uhr: Trump spricht sich gegen Offensive der Kurden im Iran aus
afp | US-Präsident Donald Trump hat mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten
eine Offensive der Kurden gegen den Iran abgelehnt. „Ich möchte nicht, dass
die Kurden dorthin gehen“, sagte der US-Präsident am Samstag an Bord seiner
Präsidentenmaschine zu Journalisten. „Wir haben nicht vor, die Kurden
dorthin zu schicken. Wir haben, wie Sie wissen, ein sehr freundschaftliches
Verhältnis zu den Kurden, aber wir möchten diesen Krieg nicht noch
komplizierter machen, als er ohnehin schon ist“, fügte Trump hinzu.
Am Donnerstag hatte sich Trump in einem Interview mit der
Nachrichtenagentur Reuters noch „voll und ganz“ für eine Offensive der
iranischen kurdischen Milizen gegen die Regierung in Teheran ausgesprochen.
## 00:07 Uhr: Ein Mensch in Dubai durch herabfallende Trümmer getötet
ap | In Dubai ist ein Mensch durch herabfallende Trümmer bei einer
Luftabwehraktion ums Leben gekommen. Die Trümmer seien auf ein Fahrzeug im
Viertel al-Barscha gestürzt und hätten eine aus Asien stammende Person am
Steuer getötet, teilte das zuständige Medienbüro der Vereinigten Arabischen
Emirate am Samstagabend (Ortszeit) mit. Damit stieg die Zahl der Todesopfer
in den Emiraten seit Beginn des Irankrieges auf vier. Bei allen handele es
sich um ausländische Staatsangehörige.
8 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Angriff-auf-Maedchenschule-im-Iran/!6160539
## AUTOREN
(DIR) Eva Fischer
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Straße von Hormus
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Israel
(DIR) Schwerpunkt Iran
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Golfstaaten
(DIR) Kuwait
(DIR) Angriff
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Iran
(DIR) Benzinpreise
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Krieg zwischen Hisbollah und Israel: Misstrauen in Zeiten des Krieges
Im Libanon verstärkt der Krieg den Argwohn gegenüber den unterschiedlichen
Gruppierungen, das bekommen vor allem die Schiit*innen zu spüren.
(DIR) Nachrichten im Iran-Krieg: Gaza-Friedensplan liegt auf Eis
Die Verhandlungen über den Gaza-Friedensplan liegen Insidern zufolge auf
Eis. Modschtaba Chamenei wird neues geistliches Oberhaupt in Iran. G7 geben
Öl frei.
(DIR) Zentralrat der Juden und Iran: Eine anmaßende Unterstellung
Darf sich der Präsident des Zentralrats der Juden über den Angriff auf Iran
positiv äußern? Eine Replik auf einen taz-Kommentar.
(DIR) +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump schreibt auf X, der Iran werde „in die Hölle geprügelt“
Der US-Präsident droht dem Regime in Teheran mit einer Ausweitung der
Angriffe. Derweil fordert Hisbollah zur Evakuierung einer nordisraelischen
Stadt auf, nachdem Israel heftige Luftschläge im Libanon ausgeübt hat.
(DIR) Hohe Spritpreise: Nutzen Tankstellen den Krieg in Iran zur Abzocke?
Über zwei Euro kosten Benzin und Diesel gerade in Deutschland. Die
Bundespolitik diskutiert darüber, ob und wie einzugreifen ist.
(DIR) Angriff auf Mädchenschule im Iran: Recherchen deuten auf US-Bomben
Über 180 Menschen starben am ersten Kriegstag. Laut „New York Times“
könnten die USA verantwortlich sein. Die UN fordern Aufklärung.