# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump schreibt auf X, der Iran werde „in die Hölle geprügelt“
       
       > Der US-Präsident droht dem Regime in Teheran mit einer Ausweitung der
       > Angriffe. Derweil fordert Hisbollah zur Evakuierung einer
       > nordisraelischen Stadt auf, nachdem Israel heftige Luftschläge im Libanon
       > ausgeübt hat.
       
 (IMG) Bild: Der Libanon ist längst schon zu einem der Kriegshauptschauplätze geworden: Einwohner begutachten die Schäden, die israelische Luftangriffe in Nabi Chit am späten Freitag hinterlassen haben
       
       ## Arabische Liga plant Notfallsitzung
       
       Die Arabische Liga plant morgen eine Notfallsitzung zu den iranischen
       Angriffen unter anderem in der Golfregion. Die Sitzung per Video-Schalte
       sei am Sonntagmittag geplant, sagte der Vize-Generalsekretär Hussam Saki
       gegenüber dem staatlichen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahera-News. Die
       staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram berichtete, das Treffen komme auf
       Gesuch Saudi-Arabiens. Auch Saudi-Arabiens Staatsfernsehen berichtete von
       dem geplanten Treffen.
       
       Im Zuge der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert das
       Land seit einer Woche mit Angriffen im Nahen Osten unter anderem auf
       US-Militärstützpunkte, aber auch auf zivile Ziele wie Flughäfen und
       Wohngebäude. In rund einem Dutzend arabischen Ländern kamen es seitdem zu
       Angriffen. Besonders viele davon meldeten Golfstaaten wie die Vereinigten
       Arabischen Emirate, Kuwait und Katar.
       
       Die Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, die sich bei internationalen
       Konflikten in Stellungnahmen zwar oft einheitlich äußern, aber eher selten
       konkrete Schritte beschließen. Als Gründe gelten vor allem interne
       Spaltungen und der Umstand, dass die Beschlüsse der Liga in der Regel nicht
       bindend sind. Schon in großen Kriegen und Konflikten etwa im Irak, in
       Syrien, Libyen und dem Jemen wurde der Liga deshalb vorgeworfen, kaum
       Einfluss ausgeübt zu und keine gemeinsame Linie gefunden haben. (dpa)
       
       ## Trump droht Iran mit Ausweitung der Angriffe
       
       US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Ausweitung der Angriffe
       gedroht. Der Iran werde heute sehr hart getroffen und bislang nicht ins
       Visier genommene Gegenden würden für „komplette Zerstörung und sicheren
       Tod“ ernsthaft geprüft, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
       Der Iran werde „in die Hölle geprügelt“, schrieb Trump.
       
       „Aufgrund des schlechten Verhaltens des Irans sind Gegenden und Gruppen von
       Menschen, die bislang noch nicht Ziel waren, unter ernsthafter Prüfung für
       vollständige Zerstörung und sicheren Tod“, schrieb Trump. Der Post auf
       seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen Präsidenten Massud
       Peseschkian, der am Morgen Bedingungen für ein Ende der eigenen
       Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt
       
       Eigentlich habe der Iran die ganze Region übernehmen wollen, schrieb der
       US-Präsident, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt aber sei das
       Land der „Verlierer“ der Region und werde es für viele Jahrzehnte sein,
       „bis sie sich ergeben, oder, noch wahrscheinlicher, komplett
       zusammenbrechen“. (dpa)
       
       ## Libanesisches Gesundheitsministerium meldet 41 Tote
       
       Bei israelischen Luftangriffen auf die Gegend um die libanesische Stadt
       Nabi Chit sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 41 Menschen getötet
       und weitere 40 verletzt worden. Unter den Toten seien drei libanesische
       Soldaten, teilte das Ministerium am Samstag mit. In der Nacht seien dort
       israelische Streitkräfte gelandet und hätten sich heftige Gefechte mit
       Bewaffneten aus dem Gebiet im Osten des Landes geliefert.
       
       Die israelischen Streitkräfte suchten nach Informationen über den
       israelischen Navigator Ron Arad, der vor 40 Jahren nach dem Absturz seines
       Kampfjets im Libanon verschollen war. Das israelische Militär gab an, keine
       Überreste von Arad gefunden zu haben. (dpa)
       
       ## Hisbollah fordert zur Evakuierung von nordisraelischer Stadt auf
       
       Die libanesische Hisbollah-Miliz ruft die Bewohner einer nordisraelischen
       Stadt zur sofortigen Evakuierung auf. „Warnung. Alle Einwohner von Kirjat
       Schmona sind aufgefordert, den Ort unverzüglich zu verlassen. Begeben Sie
       sich in den Süden“, heißt es in einer Erklärung der Gruppe. Welche
       Maßnahmen gegen die grenznahe Stadt geplant seien, lässt die Hisbollah
       offen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte die Bevölkerung im
       Norden dagegen wiederholt aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Das
       israelische Militär werde die Menschen schützen. (rtr)
       
       ## Heidi Reichinnek verlangt sichere Fluchtwege nach Europa für
       Iraner*innen
       
       Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat legale und sichere
       Fluchtmöglichkeiten nach Europa für schutzlos dem Krieg im Iran ausgesetzte
       Menschen verlangt. „Nachdem die Menschen in Iran Jahrzehnte unter einem
       brutalen Regime gelitten haben, bringt nun noch der massive Beschuss durch
       die USA und Israel die Zivilbevölkerung in große Gefahr“, sagte Reichinnek
       dem „Spiegel“. Auch umliegende Länder seien keineswegs sicher. „Es braucht
       sichere Fluchtwege nach Europa. Wir dürfen die Menschen in Iran und seinen
       Nachbarländern in dieser Situation nicht im Stich lassen.“ (dpa)
       
       ## Tankstellenbetreiber monieren Abzocke durch Ölkonzerne
       
       Die Kritik von Tankstellenbetreibern an den Mineralölkonzernen wegen der
       stark gestiegenen Spritpreise reißt nicht ab. „Das ist Raubtierkapitalismus
       wie im 19. Jahrhundert und hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun“,
       sagte der Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV), Herbert Rabl,
       der Stuttgarter Zeitung.
       
       Er monierte, dass Rohöl zu einem viel günstigeren Preis eingekauft und
       raffiniert worden sei und seitdem teilweise in den Tanks unter den
       Tankstellen lagere. Nun werde es deutlich teurer verkauft – ein Preis, mit
       dem die Konzerne ursprünglich nicht kalkuliert hätten. Das sei „Abzocke“,
       so Rabl weiter.
       
       Auf die Preise an der Zapfsäule selbst hätten die Pächter keinen Einfluss.
       Diese würden von den Konzernen gemacht – den Frust der Autofahrer bekämen
       dann die Tankstellenpächter und ihre Angestellten ab, führte Rabl weiter
       aus. Die Mineralölwirtschaft rechtfertige die gestiegenen Preise als
       Vorsichtsmaßnahme vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs.
       
       Ähnlich hatten sich zuvor auch Tankstellenbetreiber in Ostdeutschland
       geäußert. „Die Kollegen an den Kassen kriegen natürlich schon sehr deutlich
       den Unmut der Leute mit“, hatte Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des
       Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes (VGT) Nord-Ost, gesagt.
       
       Die Tankstellenpächter könnten nichts für die Preisentwicklung. Die
       Preishoheit liege bei den Mineralölgesellschaften.
       
       Zudem hätten die gestiegenen Preise auch Auswirkungen auf den Verkauf in
       den Tankstellenshops, sagte Rabl. Verärgerte Kunden würden nach dem Tanken
       nichts mehr kaufen. Dabei sei der Umsatz im Shop für die Tankstellenpächter
       wichtig: Er mache etwa 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus, während auf
       Einnahmen durch den Verkauf von Benzin und Diesel lediglich etwa 20 Prozent
       des Gesamtumsatzes entfielen.
       
       Auch dem Vorgehen der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
       steht Rabl skeptisch gegenüber: Die Prüfung durch das Kartellamt werde
       nichts ergeben, da die Preise bislang nicht so hoch seien, dass von
       gesetzeswidrigem Wucher gesprochen werden könne. Das Kartellamt sei in
       diesem Fall ein „zahnloser Tiger“.
       
       Auch ein Tankrabatt, wie ihn die damalige Bundesregierung 2022 zeitweise
       eingeführt hatte, ist für den Sprecher des Interessenverbandes keine
       Option. Es sei nicht sinnvoll, die Preiserhöhungen der Konzerne zu
       bezuschussen. Dies hatte Reiche zuvor auch bereits ausgeschlossen. (dpa)
       
       ## Rasche Ernennung von Chamenei-Nachfolger gefordert
       
       Im Iran dringen zwei einflussreiche Geistliche auf die rasche Ernennung
       eines neuen Obersten Führers. Dies sei notwendig, um die Angelegenheiten
       des Landes besser zu organisieren, zitieren staatliche Medien Großajatollah
       Naser Makarem Schirasi. Auch Großajatollah Hossein Nouri Hamedani fordert
       das zuständige Expertengremium zur Eile bei der Auswahl eines Nachfolgers
       von Ajatollah Ali Chamenei auf. Nach dem Tod Chameneis führt derzeit
       vorübergehend ein dreiköpfiger Rat die Amtsgeschäfte. Diese Konstellation
       dürfte – nach den Aufrufen der Geistlichen zu urteilen – zumindest in
       Teilen des klerikalen Führungszirkels auf Vorbehalte stoßen. US-Präsident
       Donald Trump hatte gefordert, die USA müssten bei der Wahl des Nachfolgers
       ein Wort mitreden, was Teheran zurückweist. (rtr)
       
       ## Benzin und Diesel kosten teils mehr als zwei Euro
       
       Die Spritpreise in Deutschland sind infolge des Iran-Kriegs seit Ende
       Februar 2026 stark gestiegen. Der Dieselpreis überschritt am 4. März
       erstmals die Marke von zwei Euro pro Liter. Superbenzin der Sorte E10
       verteuerte sich ebenfalls deutlich und kostete zeitweise knapp zwei Euro
       pro Liter.
       
       ## Revolutionsgarden greifen Kämpfer im irakischen Kurdengebiet an
       
       Eine Woche nach Beginn des Iran-Kriegs haben die iranischen
       Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Kämpfer im irakischen Kurdengebiet
       angegriffen. Drei Ziele „separatistischer Gruppen“ seien am Morgen
       getroffen worden, erklärten die Revolutionsgarden der islamischen Republik
       nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim. „Sollten separatistische
       Gruppen in der Region auch nur die geringste Handlung gegen die
       territoriale Integrität des Iran unternehmen, werden wir sie zerschlagen“,
       erklärten die Revolutionsgarden demnach weiter.
       
       Schon am Freitag hatte der Iran vor einem [1][Eindringen kurdischer Kämpfer
       aus dem Irak in den Iran] gewarnt. Der Verteidigungsrat drohte nach Angaben
       der Nachrichtenagentur Mehr für diesen Fall damit, „alle Einrichtungen“ der
       Kurdenregion im Irak ins Visier zu nehmen. (afp)
       
       ## Fluggesellschaft Emirates nimmt Betrieb in Dubai wieder auf
       
       Die Fluggesellschaft Emirates hat die Wiederaufnahme ihres wegen iranischer
       Angriffe unterbrochenen Betriebs in Dubai angekündigt. Nachdem am
       Samstagmorgen Explosionen zu hören waren, hatte Emirates zunächst erklärt,
       alle Flüge von und nach Dubai würden bis auf Weiteres ausgesetzt. Die
       Regierung gab bekannt, dass sie die Flugabwehr aktiviert habe. Kurz darauf
       erklärte Emirates dann, sie nehme ihre Flüge wieder auf.
       
       Die Nachricht löste Jubel auf dem Internationalen Flughafen von Dubai aus,
       wo sich Reisende nach einem lauten Knall über ihnen in Zugtunneln unter dem
       weitläufigen Gelände in Sicherheit gebracht hatten. Die Behörden der
       Vereinigten Arabischen Emirate haben noch nicht erklärt, ob die Explosion
       Folge einer Abfangaktion war oder ob es zu Schäden am Flughafen gekommen
       ist, der weltweit als einer der verkehrsreichsten für internationale Flüge
       gilt.
       
       Der Iran hat nach Beginn der Angriffe Israels und der USA auch
       Nachbarstaaten beschossen, die nicht direkt an dem Konflikt beteiligt sind.
       Allein die Vereinigten Arabischen Emirate sind nach eigenen Angaben mit
       Hunderten iranischen Drohnen und Raketen angegriffen worden.
       [2][Luftfahrt-Drehkreuze wie der Airport von Duai oder der von Doha
       stellten daraufhin ihren Betrieb vorübergehend ein.] (dpa)
       
       ## 16 Menschen bei israelischen Luftattacken im Libanon getötet
       
       Im Libanon sind bei israelischen Luftangriffen laut Behördenangaben
       mindestens 16 Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden. Die Zahl der
       Opfer könne noch steigen, teilt ‌das Gesundheitsministerium weiter mit. Die
       Attacke galt der Stadt Nabi Schith im Osten des Landes. Seit dem jüngsten
       Wiederaufflammen der Kämpfe ist dies einer der Angriffe mit den meisten
       Toten. Insgesamt sind seit Montag [3][bei israelischen Angriffen im
       Libanon] mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Auslöser der schweren
       Bombardements war der Beschuss Israels mit Raketen und Drohnen durch die
       Hisbollah im Libanon. (rtr)
       
       ## Schwere Schäden und zahlreiche Tote nach Luftangriffen auf Iran
       
       Die iranischen Staatsmedien berichten nach Luftangriffen von schweren
       Schäden im ganzen Land. Betroffen seien unter anderem zwei Krankenhäuser in
       der Provinz Chuzestan im Südwesten des Landes. Laut Staatsfernsehen wurden
       das medizinische Zentrum Rasi in der Stadt Ahwaz und das
       Imam-Ali-Krankenhaus in Andimeschk durch Druckwellen nach Explosionen
       erheblich beschädigt.
       
       Ein Mitarbeiter der Provinzregierung im zentraliranischen Isfahan sprach
       von „acht Bürgern, die als Märtyrer gestorben“ seien. Neben der Stadt
       Isfahan seien in der Provinz sieben weitere Städte angegriffen worden,
       sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden laut der Nachrichtenagentur
       Tasnim. Mindestens 80 Gebäude seien „schwer beschädigt“ worden. Unabhängige
       Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht.
       
       Israels Militär setzte nach eigenen Angaben mehr als 80 Kampfflugzeuge ein,
       diese hätten Ziele in Teheran und im Zentrum des Landes ins Visier
       genommen. Die „Angriffswelle“ habe sich gegen „Infrastruktur des iranischen
       Terror-Regimes“ gerichtet. Im Visier waren demnach unter anderem
       Abschussrampen für Raketen und weitere Ziele.
       
       Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib war auch der Inlandsflughafen
       Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. Medienberichte zeigen
       Brände und große Schäden an dem Flughafen. Die Autobahn, die dorthin führt,
       ist demnach blockiert. Auch Militäranlangen in Teheran sowie in Zentral-,
       West- und Nordwestiran seien attackiert worden.
       
       Der Ausfall des Inlandsflughafens zählt zu den Gründen, warum die
       Beisetzung des [4][vor einer Woche getöteten Religionsführers, Ajatollah
       Ali Chamenei,] verschoben wurde. Chamenei soll im Imam-Resa-Mausoleum in
       seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Der Schrein im Nordosten des
       Landes ist für Schiiten ein Heiligtum. Eine Autofahrt in das rund 900
       Kilometer entfernte Maschhad dauert rund zehn Stunden. Allerdings sind die
       Routen bekannt, und Fahrzeuge könnten gezielt angegriffen werden. (dpa/afp)
       
       ## Irans Präsident stellt Bedingungen für Ende der Luftangriffe auf
       Nachbarländer
       
       Irans Präsident Massud Peseschkian stellt Bedingungen für ein Ende von
       Luftangriffen auf Nachbarländer. In einer von der staatlichen
       Rundfunkagentur ausgestrahlten Videobotschaft sagte er, der Iran werde
       keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren
       Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Er nannte jede Form der
       Unterstützung für Israel und die USA als „ehrlos“.
       
       Zugleich entschuldigte er sich für die Angriffe auf Nachbarländer. „Diese
       Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer
       hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und
       eigenständig handeln mussten“, sagte er.
       
       Peseschkians Aussage bedeutet, dass auch von US-Militärstützpunkten in der
       Region keine Angriffe auf den Iran erfolgen dürfen. Da solche Basen in
       mehreren Nachbarländern stationiert sind, würde die Bedingung faktisch auch
       die USA betreffen. (dpa)
       
       ## Hilfsorganisation schlagen Alarm wegen humanitärer Lage in Libanon
       
       Die katholischen Hilfswerke Misereor und Malteser International machen
       angesichts des anhaltenden Nahost-Kriegs auf das Leid der Zivilbevölkerung
       im Libanon aufmerksam. „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass der Libanon in
       diesen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran
       hineingezogen wird“, hieß es in einer Misereor-Mitteilung vom Samstag. Die
       humanitäre Lage verschlechtere sich dramatisch. Nach offiziellen Angaben
       seien bislang mehr als 120 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt
       worden.
       
       Misereor und seine Partnerorganisationen im Land riefen alle
       Konfliktparteien zu einem sofortigen Gewaltverzicht auf. Die internationale
       Staatengemeinschaft müsse alles tun, um zum Weg der Diplomatie
       zurückzukehren.
       
       Malteser International äußerte sich ebenfalls besorgt. „Die
       Zivilbevölkerung im Libanon ist den Angriffen quasi schutzlos ausgeliefert.
       Es gibt im gesamten Land nur wenige öffentlich zugängliche Luftschutzbunker
       und kaum Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen“, erklärte die
       Organisation. [5][Wegen der Kämpfe zwischen israelischer Armee und
       pro-iranischer Hisbollah-Miliz seien Hunderttausende Menschen auf der
       Flucht]. Der Schulbetrieb sei im gesamten Land komplett eingestellt worden.
       Und für die Helfer werde es immer schwieriger, der notleidenden Bevölkerung
       beizustehen. (kna)
       
       ## Putin fordert sofortige Einstellung der Kriegshandlungen
       
       Russlands Präsident Wladimir Putin fordert in einem Telefonat mit seinem
       iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian die sofortige Einstellung der
       Kampfhandlungen im Iran-Krieg. Er verurteile die „bewaffnete
       israelisch-amerikanische Aggression“ und verlange eine Rückkehr zur
       Diplomatie, erklärte Putin laut Kreml am späten Freitagabend. Er lehne
       Gewalt als ein Mittel zur Lösung von Problemen rund um den Iran und darüber
       hinaus im Nahen Osten ab. Putin sprach sein Beileid zum Tod ‌des
       geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei, dessen Familienmitgliedern
       sowie von Politikern, Militärs und „zahlreichen Zivilisten“ aus, so der
       Kreml. Peseschkian dankte Putin demnach [6][für die Solidarität Russlands].
       (rtr)
       
       ## Israel meldet Angriffe aus Iran
       
       Israel wird nach Angaben des Militärs erneut aus Iran angegriffen. Am
       frühen Morgen seien von Iran aus Raketen auf Israel abgefeuert worden,
       teilt die Armee mit. Es sind Explosionen zu hören, während die Luftabwehr
       aktiv ist. Kurz ⁠darauf beginnt das israelische Militär nach eigenen
       Angaben mit Angriffen auf Infrastruktur in der iranischen Hauptstadt
       Teheran. Auch im Libanon werden demnach iranische und Hisbollah-Ziele
       attackiert. (rtr)
       
       ## US-Außenministerium genehmigt Waffenverkauf an Israel
       
       Das ‌US-Außenministerium genehmigt einen möglichen Verkauf von Munition und
       dazugehöriger Ausrüstung im Wert von 151,8 Millionen Dollar an Israel. Nach
       Angaben des Ministeriums hat ⁠US-Außenminister Marco Rubio einen Notfall
       festgestellt, der einen sofortigen Verkauf erfordere und im nationalen
       Sicherheitsinteresse der USA liege. Daher werde es die sonst übliche
       Überprüfung durch den US-Kongress nicht geben. (rtr)
       
       ## Revolutionsgarden greifen erneut Öltanker in der Straße von Hormus an
       
       Die iranischen Revolutionsgarden haben am Samstag nach eigenen Angaben
       einen Öltanker in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von
       Hormus angegriffen. Das Schiff „Prima“ sei am Morgen von einer Drohne
       getroffen worden, teilten die Revolutionsgarden der Islamischen Republik
       laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit. Der Tanker habe „wiederholte
       Warnungen“ der Revolutionsgarden zur Sperrung der Meerenge im Persischen
       Golf ignoriert.
       
       Zuvor hatten die Revolutionsgarden US-Präsident Donald Trump einem Bericht
       staatlicher iranischer Medien zufolge ‌direkt herausgefordert, Öltanker mit
       Marineschiffen durch die Straße von Hormus zu eskortieren. „Der Iran
       begrüßt die Eskorte von ‌Öltankern und die Anwesenheit von US-Streitkräften
       bei der Durchquerung der Straße von Hormus ausdrücklich. Wir warten
       darauf“, sagte der Sprecher der Revolutionsgarden, Alimohammad Naini. „Wir
       empfehlen den Amerikanern, sich vor jeder Entscheidung an den Brand des
       amerikanischen Supertankers Bridgeton im Jahr 1987 und an die ‌kürzlich
       angegriffenen Öltanker zu erinnern.“
       
       Trump hatte am Dienstag gesagt, die US-Marine könne bei ⁠Bedarf Öltanker
       durch die Straße von Hormus eskortieren. Seit Beginn der ‌Angriffe der USA
       und Israels auf den Iran am Samstag wurden mindestens neun Schiffe
       angegriffen.
       
       Die Revolutionsgarden hatten nach Beginn des Krieges die Sperrung der
       Straße von Hormus verkündet, [7][die für den weltweiten Verkehr von
       Containerschiffen und Tankern bedeutend ist]. (rtr/afp)
       
       ## Konservative Medien wenden sich von Trump ab
       
       Donald Trump bekam einige der kritischsten Töne in den ersten Tagen des
       Iran-Kriegs von einst loyalen Journalistinnen und Journalisten zu hören.
       Dazu zählen Tucker Carlson, Megyn Kelly und Matt Walsh, auf deren
       Unterstützung sich der US-Präsident bislang verlassen konnte. Der
       Stimmungsumschwung bleibt im Weißen Haus nicht unbemerkt. Die Regierung
       verteidigt sich in sozialen Medien und Interviews.
       
       Die Kritiker zählen zwar zur Minderheit in der medialen MAGA-Sphäre, wo die
       wichtigsten Stimmen etwa bei Fox News weiter fest hinter Trumps Politik
       stehen. Doch ihre Äußerungen verdeutlichen den Einfluss konservativer
       Medien und wie wertvoll es für den Präsidenten ist, wenn alles läuft wie
       geschmiert – und wie problematisch es sein kann, wenn die Unterstützung
       nachlässt.
       
       Ein Großteil der Kritik richtet sich gegen den Einfluss Israels auf Trumps
       Entscheidung für den Krieg. Carlson, ehemaliger Fox-News-Star und heute
       selbstständiger Medienschaffender, bezeichnete den Angriff auf ABC News als
       „absolut widerlich und böse“. „Es ist schwer, das zu sagen, aber die USA
       haben hier nicht die Entscheidung getroffen“, sagte er in seinem Podcast.
       „Das war (der israelische Ministerpräsident) Benjamin Netanjahu.“
       
       Kelly, ebenfalls frühere Fox-Moderatorin und inzwischen selbstständig,
       sagte in ihrer Sendung über amerikanische Todesopfer in dem Krieg: „Niemand
       sollte für ein fremdes Land sterben müssen.“
       
       „Ich denke nicht, dass diese Soldaten für die Vereinigten Staaten gestorben
       sind“, fuhr sie fort. „Ich denke, sie sind für den Iran oder für Israel
       gestorben.“ Trump sagte der Journalistin Rachael Bade in einem Interview,
       er glaube nicht, dass die Basis seiner MAGA-Anhängerschaft die Ansichten
       von Carlson und Kelly teile.
       
       Auf Widerspruch stießen auch Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio.
       Trump habe den Startschuss für die Operation in dem Wissen gegeben, dass
       Israel zum Angriff bereit war und in der Folge iranische Vergeltungsschläge
       gegen US-Stützpunkte in der Region zu befürchten seien, sagte Rubio. Wenn
       die USA nicht präventiv angegriffen hätten, wäre die Zahl der US-Toten
       höher gewesen.
       
       Walsh, Moderator beim konservativen Medienunternehmen The Daily Wire,
       schrieb auf X, Rubio habe „uns rundheraus gesagt, dass wir in einem Krieg
       mit dem Iran sind, weil Israel uns dazu gezwungen hat. Das ist im Grunde
       das Schlimmstmögliche, was er uns hätte sagen können“. Auf seinen Vorwurf,
       das Narrativ der US-Regierung in Bezug auf den Krieg klinge wirr, reagierte
       die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, mit einem längeren Post
       auf der Plattform X. „Einfach ausgedrückt würde das terroristische
       iranische Regime nicht Ja sagen zum Frieden“, schrieb sie.
       
       Die republikanische Ex-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene äußerte sich in
       Kellys Podcast aufgebracht über das militärische Vorgehen der USA. „Bei
       ‚Make America Great Again‘ sollte Amerika an erster Stelle stehen und nicht
       Israel“, sagte Greene, die sich seit einem bitteren Zerwürfnis mit Trump
       als Influencerin positioniert.
       
       Schon vor dem Iran-Krieg hatten sich Risse in der Unterstützung
       konservativer Medien für Trump gezeigt, vor allem im Zuge der
       Veröffentlichung von Ermittlungsdokumenten zum verstorbenen
       Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Aber die jüngste Kritik löste einige
       überraschende interne Verbalattacken aus.
       
       Ben Shapiro vom Daily Wire bezeichnete Kelly als „völlig widersprüchlich“
       und feige. Die TV-Moderatorin Elisabeth Hasselbeck verurteilte in der
       Sendung „The View“ Kellys Andeutung, US-Soldaten seien für Israel
       gestorben.
       
       Sean Hannity von Fox News sagte, Carlson sei „nicht der Mensch, wie ich ihn
       zu seiner Zeit bei Fox gekannt habe“. Carlson wiederum nannte Hannity einen
       Bittsteller, der niemals etwas Negatives über Trump sagen würde. (ap)
       
       ## Israelischer Botschafter in Berlin sieht auch Deutschland bedroht
       
       Im Zuge des Iran-Krieges sieht der israelische Botschafter in Deutschland,
       Ron Prosor, auch Deutschland „existenziell“ durch die Führung in Teheran
       bedroht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „bewusst, dass die
       iranischen Terror-Proxies und ihre ballistischen Raketen auch Europa
       bedrohen“, sagte Prosor im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Auch
       deutsche Wirtschaftsinteressen seien betroffen. Für Deutschland seien dies
       „existenzielle Bedrohungen“.
       
       „Die Situation ist ernst“, warnte Prosor. „Die Mullahs haben wiederholt
       bewiesen, dass sie Terror als politisches Mittel einsetzen.“ Für Anschläge
       auf jüdische und israelische Einrichtungen nutze die Führung in Teheran
       „ihr Netzwerk in der organisierten Kriminalität in Europa“. Die
       Bundesregierung und die Länder hätten auf diese Bedrohungslage aber
       „schnell und entschieden“ reagiert.
       
       „Der Machtanspruch der Mullahs endet nicht in Jerusalem“, warnte der
       Botschafter – auch mit Verweis auf den Ukraine-Krieg. Dieser habe gezeigt,
       „wie schnell ein scheinbar weit entfernter Konflikt und auch iranische
       Waffen nach Europa kommen können“.
       
       „Solange die Mullahs an der Macht sind, werden sie die Seewege und die
       Energiesicherheit stören und damit das deutsche Geschäftsmodell als
       Exportnation gefährden“, führte Prosor aus. Hinzu kämen „die zahlreichen
       Bürgerkriege in Nahost, die von Teheran angeheizt werden und in der Region
       zu großem Leid sowie in Europa zu innenpolitischen Problemen führen“. Diese
       Bedrohungen könnten „nicht länger ignoriert werden“.
       
       Den Kanzler lobte Prosor für seinen Umgang mit der Lage. „Ich ziehe meinen
       Hut vor der Führungsstärke von Bundeskanzler Friedrich Merz“, sagte Prosor.
       Merz könnte „es sich leicht machen und das Thema versuchen so gut es geht
       zu ignorieren“. Stattdessen stelle Merz sich jedoch der Debatte und
       formuliere „eine klare Haltung, die sowohl moralisch richtig als auch im
       Interesse Deutschlands“ sei.
       
       Sollten sich die Machtverhältnisse im Iran infolge des Krieges verändern,
       könnte Deutschland aus Prosors Sicht eine wichtige Rolle zukommen. „Es ist
       kein Geheimnis: Deutschland genießt bei der Bevölkerung des Iran ein
       ausgezeichnetes Ansehen“, sagte er. „Fällt das Mullah-Regime, wird
       Expertise aus Deutschland – ob in der Wirtschaft oder im zivilen Aufbau –
       gefragt sein.“ Noch wichtiger sei aber, „dass der Wegfall der Bedrohung
       durch das Regime, ob durch Terror-Proxies oder die Lieferung von Waffen im
       Ukraine-Krieg, die Sicherheitslage für Europa deutlich verbessert“.
       
       Deutschland sei Israels wichtigster Partner in Europa, bekräftigte Prosor.
       Mit seinem Raketenabwehrsystem Arrow 3, dem die israelischen Erfahrungen
       mit dem Iran zugrunde lägen, liefere sein Land „nun einen konkreten Beitrag
       zur Sicherheit Deutschlands“. Er wünsche sich, dass dieser Zusammenhang
       „stärker wahrgenommen“ werde. (dpa)
       
       ## Iranisches Kriegsschiff in indischem Hafen
       
       Indien hat einem iranischen Kriegsschiff wegen eines Motorschadens
       Medienberichten zufolge das Anlegen erlaubt. Die „IRIS Lavan“ und ihre 183
       Besatzungsmitglieder befänden sich seit Mittwoch in der südwestlichen
       Hafenstadt Kochi, berichteten der Sender NDTV und andere indische Medien
       übereinstimmend unter Berufung auf Beamte in Neu-Delhi.
       
       Für die USA ist es im Iran-Krieg ein wichtiges Ziel, alle Kriegsschiffe der
       iranischen Marine außer Gefecht zu setzen. Erst vor wenigen Tagen hatte ein
       U-Boot der US-Marine eine iranische Fregatte in internationalen Gewässern
       vor Sri Lanka versenkt.
       
       Dem Sender NDTV berichtete, die iranische Seite habe darum gebeten, das
       Schiff aufzunehmen, um technische Probleme beheben zu können. Die Anfrage
       erfolgte den Berichten zufolge am 28. Februar, also am ersten Tag der
       israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran. Einen Tag später habe Indien
       der Aufnahme zugestimmt, hieß es. Die Besatzungsmitglieder des
       Landungsschiffs „IRIS Lavan“ befänden sich in Einrichtungen der indischen
       Marine in Kochi.
       
       Unklar war zunächst, ob das Schiff ebenfalls an einer von Indien im Februar
       veranstalteten Flottenschau teilgenommen hatte. Daran hatte sich die vom
       US-Militär später vor Sri Lanka versenkte Fregatte beteiligt. (dpa)
       
       ## Weiteres iranisches Kriegsschiff in Sri Lanka
       
       Einen Tag nach dem Angriff auf die Fregatte gestattete die sri-lankische
       Regierung einem anderen iranischen Kriegsschiff aus humanitären Gründen das
       Anlegen. Das Schiff „IRIS Bushehr“ bat nach Angaben der Regierung um die
       Erlaubnis, in einem sri-lankischen Hafen ankern zu dürfen. Die 208
       Besatzungsmitglieder wurden demnach in die Hauptstadt Colombo gebracht. Das
       Schiff hatte Medienberichten zufolge einen technischen Schaden. (dpa)
       
       ## USA nicht besorgt über mögliche russische Hilfe für Iran
       
       Das Pentagon hat sich angesichts eines Medienberichts, wonach Russland
       seinem Verbündeten Iran Informationen über US-Militärziele im Nahen Osten
       liefert, unbesorgt gezeigt. Die USA seien „nicht besorgt“ über den Bericht
       in der Washington Post, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am
       Freitag (Ortszeit) dem Sender CBS. Hegseth bestätigte den Bericht zwar
       nicht, sagte im Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ jedoch: „Wir verfolgen
       alles.“
       
       „Unsere Kommandeure sind über alles informiert. Wir verfügen über die
       besten Geheimdienstinformationen der Welt. Wir wissen, wer mit wem spricht.
       Wir sind darüber nicht besorgt“, erklärte der Pentagonchef, der sich selbst
       „Kriegsminister“ nennt.
       
       Die Washington Post hatte berichtet, Russland habe dem Iran die Positionen
       von US-Militäranlagen übermittelt, darunter Schiffe und Flugzeuge. Das
       Blatt berief sich auf mit Geheimdiensterkenntnissen vertraute Quellen.
       
       Zuvor hatte bereits das Weiße Haus die Berichte heruntergespielt. Das mache
       keinen Unterschied für den Militäreinsatz im Iran, denn die US-Armee werde
       die gegnerischen Kräfte in jedem Fall „vollständig vernichten“, sagte die
       Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Freitag.
       
       „Wir erreichen die militärischen Ziele dieser Operation, und das wird so
       weitergehen“, fügte Leavitt hinzu.
       
       Der Washington Post zufolge leistet China offenbar keine Unterstützung für
       die Verteidigung des Iran. Russland sowie China unterhalten seit langem
       diplomatische und Handelsbeziehungen zum Iran, während Russland zudem enge
       militärische Verbindungen zu Teheran hat.
       
       Sowohl Moskau als auch Peking haben den Krieg der USA und Israels gegen den
       Iran kritisiert.
       
       US-Präsident Donald Trump hatte den Kremlchef Wladimir Putin im vergangenen
       August in Alaska auf einem roten Teppich empfangen. Im russischen
       Angriffskrieg auf die Ukraine ergriff Trump wiederholt Putins Partei.
       
       Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt in Kuwait
       sechs US-Soldaten getötet worden. Trump nimmt am Samstag an der Überführung
       der sterblichen Überreste der fünf Soldaten und einer Soldatin teil. Die
       Militärzeremonie findet auf einem Luftwaffenstützpunkt in Dover im
       US-Bundesstaat Delaware statt. (afp)
       
       ## Trump bei Militärritual für getötete US-Soldat*innen
       
       US-Präsident Donald Trump nimmt am Samstag an einem Militärritual für sechs
       im Iran-Krieg getötete US-Soldatinnen und Soldaten teil. Die sterblichen
       Überreste der fünf Männer und einer Frau werden auf eine Luftwaffenbasis in
       Dover im US-Bundesstaat Delaware überführt.
       
       Die Soldaten waren bei einem Drohnenangriff in Port Schuaiba in Kuwait
       getötet worden. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten am Samstag
       massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer
       Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung
       getötet. Als Reaktion greift der Iran Ziele in der Region an. (afp)
       
       ## Saudi-Arabien wehrt iranischen Drohnenangriff auf Ölfeld ab
       
       Saudi-Arabien hat nach Behördenangaben einen Drohnenangriff des Irans auf
       das riesige Ölfeld Schaiba abgewehrt. Es seien sechs Drohnen abgefangen und
       zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Wie die saudische
       Nachrichtenagentur Spa unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher
       berichtete, wurde zudem erneut eine auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz
       Sultan abgefeuerte ballistischen Rakete abgefangen.
       
       Erst vor wenigen Tagen war in Saudi-Arabien eine Ölraffinerie des
       staatlichen Ölkonzerns Aramco in Ras Tanura im Osten des Landes mit
       mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden. Auch sie wurden nach
       amtlichen Angaben abgefangen und zerstört. Aramco betreibt auch das Ölfeld
       Schaiba. (dpa)
       
       ## US-Rüstungsunternehmen wollen Produktion „vervierfachen“
       
       US-Rüstungsunternehmen haben sich angesichts der Debatte über mögliche
       Engpässe im Arsenal wegen des Iran-Kriegs laut Präsident Donald Trump
       bereit erklärt, [8][die Produktion „exquisiter“ Waffen zu vervierfachen].
       Gemeint sind damit häufig besondere, teure oder technisch komplexe Waffen,
       etwa Hyperschallwaffen oder Abfangraketen mit hoher Reichweite, die in der
       Regel in geringerer Stückzahl vorgehalten werden als herkömmlichere
       Kriegsgeräte.
       
       In einem Post auf der Online-Plattform Truth Social vom Freitag (Ortszeit)
       machte Trump keine Angaben dazu, bei welchen Waffen eine
       Produktionssteigerung geplant sein soll. Er habe auch Bestellungen für
       herkömmliche Waffen gesteigert, „die wir zum Beispiel im Iran verwenden und
       kürzlich in Venezuela eingesetzt haben“, schrieb er.
       
       US-Generalstabschef Dan Caine versicherte diese Woche vor Reportern, dass
       das Militär in ausreichendem Maße über Präzisionswaffen für die
       gegenwärtigen Aufgaben verfüge. Zugleich erklärte er, das man von Raketen
       mit großer Reichweite auf weniger komplexe Bomben mit kürzerer Reichweite
       umsteige. (dpa)
       
       ## Iranischer Botschafter verbietet sich US-Einmischung bei
       Chamenei-Nachfolge
       
       Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeid Iravani,
       hat eine Einmischung von US-Präsident Donald Trump in die inneren
       Angelegenheiten des Iran angeprangert und diese scharf verurteilt. Trumps
       Äußerungen seien „ein klarer Verstoß gegen die Grundsätze der
       Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten von Staaten“, welche in der
       UN-Charta verankert sind, sagte Iravani am Freitag vor Journalisten in New
       York mit Blick auf die Forderung Trumps, [9][bei der Nachfolge des
       getöteten obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei] mitzureden.
       
       Trump hatte zuvor erklärt, er wolle bei der Ernennung eines Nachfolgers des
       bei den US-israelischen Angriffen vor einer Woche getöteten Chamenei
       beteiligt sein. „Ich muss in die Ernennung eingebunden sein“, zitierte die
       Plattform Axios den US-Präsidenten am Donnerstag.
       
       Iravani erklärte: „Der Iran ist ein souveräner und unabhängiger Staat. Er
       akzeptiert keine Einmischung ausländischer Mächte in seine inneren
       Angelegenheiten und wird dies auch niemals akzeptieren.“
       
       Die Wahl von Chameneis Nachfolger werde „streng nach unseren
       verfassungsrechtlichen Verfahren und ausschließlich nach dem Willen des
       iranischen Volkes ohne jegliche Einmischung aus dem Ausland erfolgen“,
       fügte der UN-Botschafter hinzu. (afp)
       
       ## Irankrieg treibt Ölpreis in die Höhe
       
       Der Iran-Konflikt ‌hat am Freitag die Preise für schwere US-Ölsorten weiter
       in die Höhe getrieben. Die Käufer suchen weltweit nach Alternativen für
       ausfallende Lieferungen aus dem Nahen Osten. Der Preis für die Sorte Mars
       Sour, die wichtigste im US-Golf von Mexiko geförderte Rohölsorte, notierte
       ‌Händlern zufolge mit einem Aufschlag von elf Dollar auf die
       US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI). Dies ist der höchste Wert
       seit April 2020 und ein Anstieg um vier Dollar gegenüber Donnerstag. Noch
       vor einer Woche hatte der Aufschlag bei 1,50 Dollar gelegen.
       
       Die faktische Schließung der Straße von Hormus hat mehrere Länder, darunter
       den Irak, gezwungen, ihre Produktion zu drosseln. Zusätzliche, ‌am Freitag
       in Kuwait angekündigte Förderkürzungen trugen einem Händler zufolge
       ebenfalls zum Preisanstieg bei. „Raffinerien, die auf diese Sorten
       angewiesen sind, müssen ⁠Alternativen finden, um die ausfallenden Mengen zu
       ersetzen“, sagte Matt Smith, leitender Öl-Analyst für Amerika bei Kpler.
       Vor allem Käufer in Asien bemühten sich ‌um diese Fässer. ‌
       
       Auch Tim Snyder, Chefökonom bei Matador ⁠Economics, sieht die
       kriegsbedingte Angebotsverknappung als Haupttreiber des Preisanstiegs.
       „Kurzfristig werden wir [10][weiter steigende Preise für diese Sorten]
       ‌sehen, bis die Straße ‌von Hormus wieder geöffnet wird“, sagte Snyder.
       (rtr)
       
       ## Drohnen treffen Energieinfrastruktur in Irak
       
       Mindestens zwei Drohnen haben Energieinfrastruktur und Einrichtungen von
       US-Auftragnehmern in der südirakischen Provinz Basra getroffen. Dies
       teilten zwei Sicherheitsbeamte am Freitag mit. Demnach wurde am Abend ein
       Gelände ins Visier genommen, auf dem sich Büros sowie Lagerhäuser einer
       ausländischen Ölgesellschaft befinden. Die Angriffe hätten Brände in den
       Einrichtungen verursacht, die mit US-Energiefirmen in Verbindung stehen,
       hieß es. Ob es Opfer gab, war zunächst unklar.
       
       Zuletzt ist es zu einer Reihe von Drohnen- und Raketenangriffen auf Ziele
       im Irak und in der Region gekommen, die unter anderem Ölfelder und den
       Frachtbereich des Internationalen Flughafens von Basra trafen. (dpa)
       
       ## USA wollen im Ukrainekrieg erprobtes Anti-Drohnen-System in Nahost
       einsetzen
       
       Die USA wollen ein amerikanisches Anti-Drohnen-System im Nahen Osten
       einsetzen, das sich in der Ukraine bei der Abwehr russischer Drohnen als
       wirksam erwiesen hat. Das als Merops bekannte System solle bald in die
       Region gebracht werden, um die Verteidigung gegen iranische Drohnen zu
       stärken, teilten zwei US-Vertreter der am Freitag mit. Zwar hätten die USA
       bisher die Luftabwehrsysteme der Typen Patriot und THAAD eingesetzt, um
       iranische Raketen abzuschießen, sagte eine der Gewährspersonen gegenüber
       der Nachrichtenagentur AP. Doch hätten die USA im Nahen Osten aktuell nur
       eine begrenzt wirksame Drohnenabwehr.
       
       Die andere Gewährsperson bezeichnete die bisherige US-Reaktion auf
       iranische Schahed-Drohnen als „enttäuschend“. Dies sei insbesondere deshalb
       der Fall, weil die von Iran eingesetzten Drohnen eine viel einfachere
       Version der Drohnen seien, die Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine
       kontinuierlich weiterentwickele und verbessere.
       
       Das Waffensystem Merops setzt Abfangdrohnen gegen feindliche Drohnen ein
       und hat sich laut Experten im Kampf gegen russische Drohnen in der Ukraine
       bewährt. Es ist klein und kompakt genug, um im hinteren Teil eines
       mittelgroßen Pickup-Trucks Platz zu finden, und kann Drohnen identifizieren
       und sich ihnen nähern. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann Merops zudem
       gesteuert werden, wenn Satelliten- und elektronische Kommunikation gestört
       wird. Die Nato-Staaten Polen und Rumänien nutzten das System im vergangenen
       Jahr, nachdem russische Angriffsdrohnen wiederholt in den Nato-Luftraum
       eingedrungen waren.
       
       Drohnen sind auf Radarsystemen, die für die Erkennung von Raketen mit hoher
       Geschwindigkeit angelegt sind, schwer zu erkennen und können mit Vögeln
       oder Flugzeugen verwechselt werden. Merops ist darauf ausgelegt, Drohnen zu
       erkennen und auszuschalten. Entscheidend ist überdies, dass der Einsatz des
       Systems günstiger als das Abfeuern einer mehrere Hunderttausend Dollar
       teuren Rakete auf eine Drohne ist, die weniger als 50.000 Dollar (rund
       43.000 Euro) kostet.
       
       Erst in dieser Woche erklärte Jim Himes, der ranghöchste Demokrat im
       Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, dass die USA zwar ziemlich
       gut darin seien, Raketen abzuschießen. „Was für uns viel problematischer
       ist, ist das riesige Inventar an iranischen Drohnen, die schwer zu erkennen
       und schwer abzuschießen sind.“
       
       Die Drohnenangriffe stellen ein „mathematisches Problem“ dar, da sich die
       USA nicht weiterhin auf teure militärische Abfangsysteme wie die
       Patriot-Systeme verlassen könnten, um die schnell und günstig produzierten
       iranischen Drohnen abzuschießen. „Es ist wirklich, wirklich teuer, eine
       billige Drohne abzuschießen“, sagte Himes. „Eine riesige Rakete, die auf
       eine winzige, schrottige Drohne zielt.“
       
       Pentagonvertreter räumten diese Woche zudem in vertraulichen Sitzungen mit
       Kongressabgeordneten ein, dass das US-Militär Mühe habe, sich den Wellen
       iranischer Drohnen zu erwehren. Dadurch seien einige US-Ziele in der
       Golfregion anfällig.
       
       Im Nahen Osten solle Merops an verschiedenen Standorten eingesetzt werden,
       auch dort, wo keine US-Truppen stationiert sind, sagte eine der Quellen der
       AP. Die meisten Systeme würden direkt von Perennial Autonomy geliefert, dem
       Hersteller des Anti-Drohnen-Systems. Die Drohnenabwehr in Europa werde
       dadurch nicht beeinträchtigt. Perennial Autonomy wird von Ex-Google-Chef
       Eric Schmidt unterstützt.
       
       Michael Robbins, Chef des Drohnen-Branchenverbands AUVSI erklärte, die
       Lehren aus dem Nahen Osten und der Ukraine zeigten, dass die USA den
       Einsatz fortschrittlicher Anti-Drohnen-Technologien beschleunigen müssten.
       Nur so „können unsere Truppen Stützpunkte und Bevölkerungen verteidigen,
       ohne eine Million Dollar auszugeben, um eine Bedrohung im Umfang von 50.000
       Dollar zu stoppen“. (ap)
       
       ## Ischinger ist über Planlosigkeit der USA negativ überrascht
       
       Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger,
       vermisst einen klaren Plan der US-Regierung für den Iran-Krieg. „Negativ
       überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen
       halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der
       Intervention im Iran ist“, sagte Ischinger dem Magazin „Stern“. „Das
       Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch
       mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert.“
       
       Am ersten Tag der Operation habe US-Präsident Donald Trump den Begriff
       „Regime Change“ in den Mund genommen. „Inzwischen hat Washington die
       Begründung für den Einsatz jedoch gewechselt, so wie manche das Hemd
       wechseln“, sagte Ischinger. Von „Regime Change“ sei jetzt nicht mehr die
       Rede, „oder nur noch am Rande“.
       
       Ischinger sieht durch den Iran-Krieg auch die westliche Unterstützung für
       die Ukraine in Gefahr. Deutschland müsse als europäische Führungsnation den
       USA sagen: „Wir müssen uns auf die Ukraine konzentrieren, und nicht auch
       noch Munitionsknappheiten für die Ukraine verstärken durch eine längere
       militärische Auseinandersetzung mit dem Iran“, betonte Ischinger.
       
       Die Ukraine müsse für Europa die absolute Priorität haben. „Wir dürfen es
       unter keinen Umständen zulassen, dass die Ukraine in ihrem Freiheitskampf
       in Vergessenheit gerät, weil sich der Fokus verlagert.“ Der Iran-Krieg
       lenke schon jetzt ab und reduziere die Fähigkeiten, Russland unter Druck zu
       setzen. „Er droht, die Friktionen im transatlantischen Verhältnis noch zu
       verstärken.“ (dpa)
       
       ## 20.000 Seeleute sitzen wegen des Krieges fest
       
       Wegen des Iran-Kriegs sitzen im Persischen Golf nach Angaben der
       Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) rund 20.000 Seeleute an
       Bord von Schiffen fest. Generalsekretär Arsenio Dominguez bezeichnete das
       als inakzeptabel und wies auf ihr erhöhtes Risiko und die „erhebliche
       psychische Belastung“ hin. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien seien
       verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der
       Seeleute sowie die Freiheit der Schifffahrt im Einklang mit dem Völkerrecht
       zu gewährleisten.
       
       Der Persische Golf wird nur durch die für den internationalen Handel
       wichtige Straße von Hormus mit den Weltmeeren verbunden. Der Iran weist
       zwar Berichte über eine vollständige Sperrung der Meerenge, die zwischen
       seinem Land und dem Oman liegt, zurück. Nach Einschätzung von
       US-Kriegsbeobachtern ist der Schiffsverkehr dort aber um etwa 90 Prozent
       zurückgegangen. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, zu
       den Anrainern zählen neben dem Iran Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar,
       Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
       
       Dominguez wies auf einen tödlichen Angriff auf ein Schiff („Mussafah 2“) in
       der Straße von Hormus am Freitag hin, bei dem Berichten zufolge mindestens
       vier Seeleute ums Leben gekommen und drei schwer verletzt worden seien.
       Seeleute dürften nicht zur Zielscheibe werden, sagte er.
       
       Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von
       Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Gefahr durch
       iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit
       Beginn der jüngsten Kampfhandlungen am Samstag beinahe zum Erliegen
       gebracht. (dpa)
       
       7 Mar 2026
       
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