# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump schreibt auf X, der Iran werde „in die Hölle geprügelt“
> Der US-Präsident droht dem Regime in Teheran mit einer Ausweitung der
> Angriffe. Derweil fordert Hisbollah zur Evakuierung einer
> nordisraelischen Stadt auf, nachdem Israel heftige Luftschläge im Libanon
> ausgeübt hat.
(IMG) Bild: Der Libanon ist längst schon zu einem der Kriegshauptschauplätze geworden: Einwohner begutachten die Schäden, die israelische Luftangriffe in Nabi Chit am späten Freitag hinterlassen haben
## Arabische Liga plant Notfallsitzung
Die Arabische Liga plant morgen eine Notfallsitzung zu den iranischen
Angriffen unter anderem in der Golfregion. Die Sitzung per Video-Schalte
sei am Sonntagmittag geplant, sagte der Vize-Generalsekretär Hussam Saki
gegenüber dem staatlichen ägyptischen Fernsehsender Al-Kahera-News. Die
staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram berichtete, das Treffen komme auf
Gesuch Saudi-Arabiens. Auch Saudi-Arabiens Staatsfernsehen berichtete von
dem geplanten Treffen.
Im Zuge der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert das
Land seit einer Woche mit Angriffen im Nahen Osten unter anderem auf
US-Militärstützpunkte, aber auch auf zivile Ziele wie Flughäfen und
Wohngebäude. In rund einem Dutzend arabischen Ländern kamen es seitdem zu
Angriffen. Besonders viele davon meldeten Golfstaaten wie die Vereinigten
Arabischen Emirate, Kuwait und Katar.
Die Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, die sich bei internationalen
Konflikten in Stellungnahmen zwar oft einheitlich äußern, aber eher selten
konkrete Schritte beschließen. Als Gründe gelten vor allem interne
Spaltungen und der Umstand, dass die Beschlüsse der Liga in der Regel nicht
bindend sind. Schon in großen Kriegen und Konflikten etwa im Irak, in
Syrien, Libyen und dem Jemen wurde der Liga deshalb vorgeworfen, kaum
Einfluss ausgeübt zu und keine gemeinsame Linie gefunden haben. (dpa)
## Trump droht Iran mit Ausweitung der Angriffe
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Ausweitung der Angriffe
gedroht. Der Iran werde heute sehr hart getroffen und bislang nicht ins
Visier genommene Gegenden würden für „komplette Zerstörung und sicheren
Tod“ ernsthaft geprüft, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Der Iran werde „in die Hölle geprügelt“, schrieb Trump.
„Aufgrund des schlechten Verhaltens des Irans sind Gegenden und Gruppen von
Menschen, die bislang noch nicht Ziel waren, unter ernsthafter Prüfung für
vollständige Zerstörung und sicheren Tod“, schrieb Trump. Der Post auf
seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen Präsidenten Massud
Peseschkian, der am Morgen Bedingungen für ein Ende der eigenen
Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt
Eigentlich habe der Iran die ganze Region übernehmen wollen, schrieb der
US-Präsident, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt aber sei das
Land der „Verlierer“ der Region und werde es für viele Jahrzehnte sein,
„bis sie sich ergeben, oder, noch wahrscheinlicher, komplett
zusammenbrechen“. (dpa)
## Libanesisches Gesundheitsministerium meldet 41 Tote
Bei israelischen Luftangriffen auf die Gegend um die libanesische Stadt
Nabi Chit sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 41 Menschen getötet
und weitere 40 verletzt worden. Unter den Toten seien drei libanesische
Soldaten, teilte das Ministerium am Samstag mit. In der Nacht seien dort
israelische Streitkräfte gelandet und hätten sich heftige Gefechte mit
Bewaffneten aus dem Gebiet im Osten des Landes geliefert.
Die israelischen Streitkräfte suchten nach Informationen über den
israelischen Navigator Ron Arad, der vor 40 Jahren nach dem Absturz seines
Kampfjets im Libanon verschollen war. Das israelische Militär gab an, keine
Überreste von Arad gefunden zu haben. (dpa)
## Hisbollah fordert zur Evakuierung von nordisraelischer Stadt auf
Die libanesische Hisbollah-Miliz ruft die Bewohner einer nordisraelischen
Stadt zur sofortigen Evakuierung auf. „Warnung. Alle Einwohner von Kirjat
Schmona sind aufgefordert, den Ort unverzüglich zu verlassen. Begeben Sie
sich in den Süden“, heißt es in einer Erklärung der Gruppe. Welche
Maßnahmen gegen die grenznahe Stadt geplant seien, lässt die Hisbollah
offen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte die Bevölkerung im
Norden dagegen wiederholt aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Das
israelische Militär werde die Menschen schützen. (rtr)
## Heidi Reichinnek verlangt sichere Fluchtwege nach Europa für
Iraner*innen
Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat legale und sichere
Fluchtmöglichkeiten nach Europa für schutzlos dem Krieg im Iran ausgesetzte
Menschen verlangt. „Nachdem die Menschen in Iran Jahrzehnte unter einem
brutalen Regime gelitten haben, bringt nun noch der massive Beschuss durch
die USA und Israel die Zivilbevölkerung in große Gefahr“, sagte Reichinnek
dem „Spiegel“. Auch umliegende Länder seien keineswegs sicher. „Es braucht
sichere Fluchtwege nach Europa. Wir dürfen die Menschen in Iran und seinen
Nachbarländern in dieser Situation nicht im Stich lassen.“ (dpa)
## Tankstellenbetreiber monieren Abzocke durch Ölkonzerne
Die Kritik von Tankstellenbetreibern an den Mineralölkonzernen wegen der
stark gestiegenen Spritpreise reißt nicht ab. „Das ist Raubtierkapitalismus
wie im 19. Jahrhundert und hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun“,
sagte der Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV), Herbert Rabl,
der Stuttgarter Zeitung.
Er monierte, dass Rohöl zu einem viel günstigeren Preis eingekauft und
raffiniert worden sei und seitdem teilweise in den Tanks unter den
Tankstellen lagere. Nun werde es deutlich teurer verkauft – ein Preis, mit
dem die Konzerne ursprünglich nicht kalkuliert hätten. Das sei „Abzocke“,
so Rabl weiter.
Auf die Preise an der Zapfsäule selbst hätten die Pächter keinen Einfluss.
Diese würden von den Konzernen gemacht – den Frust der Autofahrer bekämen
dann die Tankstellenpächter und ihre Angestellten ab, führte Rabl weiter
aus. Die Mineralölwirtschaft rechtfertige die gestiegenen Preise als
Vorsichtsmaßnahme vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs.
Ähnlich hatten sich zuvor auch Tankstellenbetreiber in Ostdeutschland
geäußert. „Die Kollegen an den Kassen kriegen natürlich schon sehr deutlich
den Unmut der Leute mit“, hatte Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des
Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes (VGT) Nord-Ost, gesagt.
Die Tankstellenpächter könnten nichts für die Preisentwicklung. Die
Preishoheit liege bei den Mineralölgesellschaften.
Zudem hätten die gestiegenen Preise auch Auswirkungen auf den Verkauf in
den Tankstellenshops, sagte Rabl. Verärgerte Kunden würden nach dem Tanken
nichts mehr kaufen. Dabei sei der Umsatz im Shop für die Tankstellenpächter
wichtig: Er mache etwa 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus, während auf
Einnahmen durch den Verkauf von Benzin und Diesel lediglich etwa 20 Prozent
des Gesamtumsatzes entfielen.
Auch dem Vorgehen der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
steht Rabl skeptisch gegenüber: Die Prüfung durch das Kartellamt werde
nichts ergeben, da die Preise bislang nicht so hoch seien, dass von
gesetzeswidrigem Wucher gesprochen werden könne. Das Kartellamt sei in
diesem Fall ein „zahnloser Tiger“.
Auch ein Tankrabatt, wie ihn die damalige Bundesregierung 2022 zeitweise
eingeführt hatte, ist für den Sprecher des Interessenverbandes keine
Option. Es sei nicht sinnvoll, die Preiserhöhungen der Konzerne zu
bezuschussen. Dies hatte Reiche zuvor auch bereits ausgeschlossen. (dpa)
## Rasche Ernennung von Chamenei-Nachfolger gefordert
Im Iran dringen zwei einflussreiche Geistliche auf die rasche Ernennung
eines neuen Obersten Führers. Dies sei notwendig, um die Angelegenheiten
des Landes besser zu organisieren, zitieren staatliche Medien Großajatollah
Naser Makarem Schirasi. Auch Großajatollah Hossein Nouri Hamedani fordert
das zuständige Expertengremium zur Eile bei der Auswahl eines Nachfolgers
von Ajatollah Ali Chamenei auf. Nach dem Tod Chameneis führt derzeit
vorübergehend ein dreiköpfiger Rat die Amtsgeschäfte. Diese Konstellation
dürfte – nach den Aufrufen der Geistlichen zu urteilen – zumindest in
Teilen des klerikalen Führungszirkels auf Vorbehalte stoßen. US-Präsident
Donald Trump hatte gefordert, die USA müssten bei der Wahl des Nachfolgers
ein Wort mitreden, was Teheran zurückweist. (rtr)
## Benzin und Diesel kosten teils mehr als zwei Euro
Die Spritpreise in Deutschland sind infolge des Iran-Kriegs seit Ende
Februar 2026 stark gestiegen. Der Dieselpreis überschritt am 4. März
erstmals die Marke von zwei Euro pro Liter. Superbenzin der Sorte E10
verteuerte sich ebenfalls deutlich und kostete zeitweise knapp zwei Euro
pro Liter.
## Revolutionsgarden greifen Kämpfer im irakischen Kurdengebiet an
Eine Woche nach Beginn des Iran-Kriegs haben die iranischen
Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Kämpfer im irakischen Kurdengebiet
angegriffen. Drei Ziele „separatistischer Gruppen“ seien am Morgen
getroffen worden, erklärten die Revolutionsgarden der islamischen Republik
nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim. „Sollten separatistische
Gruppen in der Region auch nur die geringste Handlung gegen die
territoriale Integrität des Iran unternehmen, werden wir sie zerschlagen“,
erklärten die Revolutionsgarden demnach weiter.
Schon am Freitag hatte der Iran vor einem [1][Eindringen kurdischer Kämpfer
aus dem Irak in den Iran] gewarnt. Der Verteidigungsrat drohte nach Angaben
der Nachrichtenagentur Mehr für diesen Fall damit, „alle Einrichtungen“ der
Kurdenregion im Irak ins Visier zu nehmen. (afp)
## Fluggesellschaft Emirates nimmt Betrieb in Dubai wieder auf
Die Fluggesellschaft Emirates hat die Wiederaufnahme ihres wegen iranischer
Angriffe unterbrochenen Betriebs in Dubai angekündigt. Nachdem am
Samstagmorgen Explosionen zu hören waren, hatte Emirates zunächst erklärt,
alle Flüge von und nach Dubai würden bis auf Weiteres ausgesetzt. Die
Regierung gab bekannt, dass sie die Flugabwehr aktiviert habe. Kurz darauf
erklärte Emirates dann, sie nehme ihre Flüge wieder auf.
Die Nachricht löste Jubel auf dem Internationalen Flughafen von Dubai aus,
wo sich Reisende nach einem lauten Knall über ihnen in Zugtunneln unter dem
weitläufigen Gelände in Sicherheit gebracht hatten. Die Behörden der
Vereinigten Arabischen Emirate haben noch nicht erklärt, ob die Explosion
Folge einer Abfangaktion war oder ob es zu Schäden am Flughafen gekommen
ist, der weltweit als einer der verkehrsreichsten für internationale Flüge
gilt.
Der Iran hat nach Beginn der Angriffe Israels und der USA auch
Nachbarstaaten beschossen, die nicht direkt an dem Konflikt beteiligt sind.
Allein die Vereinigten Arabischen Emirate sind nach eigenen Angaben mit
Hunderten iranischen Drohnen und Raketen angegriffen worden.
[2][Luftfahrt-Drehkreuze wie der Airport von Duai oder der von Doha
stellten daraufhin ihren Betrieb vorübergehend ein.] (dpa)
## 16 Menschen bei israelischen Luftattacken im Libanon getötet
Im Libanon sind bei israelischen Luftangriffen laut Behördenangaben
mindestens 16 Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden. Die Zahl der
Opfer könne noch steigen, teilt das Gesundheitsministerium weiter mit. Die
Attacke galt der Stadt Nabi Schith im Osten des Landes. Seit dem jüngsten
Wiederaufflammen der Kämpfe ist dies einer der Angriffe mit den meisten
Toten. Insgesamt sind seit Montag [3][bei israelischen Angriffen im
Libanon] mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Auslöser der schweren
Bombardements war der Beschuss Israels mit Raketen und Drohnen durch die
Hisbollah im Libanon. (rtr)
## Schwere Schäden und zahlreiche Tote nach Luftangriffen auf Iran
Die iranischen Staatsmedien berichten nach Luftangriffen von schweren
Schäden im ganzen Land. Betroffen seien unter anderem zwei Krankenhäuser in
der Provinz Chuzestan im Südwesten des Landes. Laut Staatsfernsehen wurden
das medizinische Zentrum Rasi in der Stadt Ahwaz und das
Imam-Ali-Krankenhaus in Andimeschk durch Druckwellen nach Explosionen
erheblich beschädigt.
Ein Mitarbeiter der Provinzregierung im zentraliranischen Isfahan sprach
von „acht Bürgern, die als Märtyrer gestorben“ seien. Neben der Stadt
Isfahan seien in der Provinz sieben weitere Städte angegriffen worden,
sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden laut der Nachrichtenagentur
Tasnim. Mindestens 80 Gebäude seien „schwer beschädigt“ worden. Unabhängige
Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht.
Israels Militär setzte nach eigenen Angaben mehr als 80 Kampfflugzeuge ein,
diese hätten Ziele in Teheran und im Zentrum des Landes ins Visier
genommen. Die „Angriffswelle“ habe sich gegen „Infrastruktur des iranischen
Terror-Regimes“ gerichtet. Im Visier waren demnach unter anderem
Abschussrampen für Raketen und weitere Ziele.
Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib war auch der Inlandsflughafen
Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. Medienberichte zeigen
Brände und große Schäden an dem Flughafen. Die Autobahn, die dorthin führt,
ist demnach blockiert. Auch Militäranlangen in Teheran sowie in Zentral-,
West- und Nordwestiran seien attackiert worden.
Der Ausfall des Inlandsflughafens zählt zu den Gründen, warum die
Beisetzung des [4][vor einer Woche getöteten Religionsführers, Ajatollah
Ali Chamenei,] verschoben wurde. Chamenei soll im Imam-Resa-Mausoleum in
seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Der Schrein im Nordosten des
Landes ist für Schiiten ein Heiligtum. Eine Autofahrt in das rund 900
Kilometer entfernte Maschhad dauert rund zehn Stunden. Allerdings sind die
Routen bekannt, und Fahrzeuge könnten gezielt angegriffen werden. (dpa/afp)
## Irans Präsident stellt Bedingungen für Ende der Luftangriffe auf
Nachbarländer
Irans Präsident Massud Peseschkian stellt Bedingungen für ein Ende von
Luftangriffen auf Nachbarländer. In einer von der staatlichen
Rundfunkagentur ausgestrahlten Videobotschaft sagte er, der Iran werde
keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren
Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Er nannte jede Form der
Unterstützung für Israel und die USA als „ehrlos“.
Zugleich entschuldigte er sich für die Angriffe auf Nachbarländer. „Diese
Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer
hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und
eigenständig handeln mussten“, sagte er.
Peseschkians Aussage bedeutet, dass auch von US-Militärstützpunkten in der
Region keine Angriffe auf den Iran erfolgen dürfen. Da solche Basen in
mehreren Nachbarländern stationiert sind, würde die Bedingung faktisch auch
die USA betreffen. (dpa)
## Hilfsorganisation schlagen Alarm wegen humanitärer Lage in Libanon
Die katholischen Hilfswerke Misereor und Malteser International machen
angesichts des anhaltenden Nahost-Kriegs auf das Leid der Zivilbevölkerung
im Libanon aufmerksam. „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass der Libanon in
diesen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran
hineingezogen wird“, hieß es in einer Misereor-Mitteilung vom Samstag. Die
humanitäre Lage verschlechtere sich dramatisch. Nach offiziellen Angaben
seien bislang mehr als 120 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt
worden.
Misereor und seine Partnerorganisationen im Land riefen alle
Konfliktparteien zu einem sofortigen Gewaltverzicht auf. Die internationale
Staatengemeinschaft müsse alles tun, um zum Weg der Diplomatie
zurückzukehren.
Malteser International äußerte sich ebenfalls besorgt. „Die
Zivilbevölkerung im Libanon ist den Angriffen quasi schutzlos ausgeliefert.
Es gibt im gesamten Land nur wenige öffentlich zugängliche Luftschutzbunker
und kaum Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen“, erklärte die
Organisation. [5][Wegen der Kämpfe zwischen israelischer Armee und
pro-iranischer Hisbollah-Miliz seien Hunderttausende Menschen auf der
Flucht]. Der Schulbetrieb sei im gesamten Land komplett eingestellt worden.
Und für die Helfer werde es immer schwieriger, der notleidenden Bevölkerung
beizustehen. (kna)
## Putin fordert sofortige Einstellung der Kriegshandlungen
Russlands Präsident Wladimir Putin fordert in einem Telefonat mit seinem
iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian die sofortige Einstellung der
Kampfhandlungen im Iran-Krieg. Er verurteile die „bewaffnete
israelisch-amerikanische Aggression“ und verlange eine Rückkehr zur
Diplomatie, erklärte Putin laut Kreml am späten Freitagabend. Er lehne
Gewalt als ein Mittel zur Lösung von Problemen rund um den Iran und darüber
hinaus im Nahen Osten ab. Putin sprach sein Beileid zum Tod des
geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei, dessen Familienmitgliedern
sowie von Politikern, Militärs und „zahlreichen Zivilisten“ aus, so der
Kreml. Peseschkian dankte Putin demnach [6][für die Solidarität Russlands].
(rtr)
## Israel meldet Angriffe aus Iran
Israel wird nach Angaben des Militärs erneut aus Iran angegriffen. Am
frühen Morgen seien von Iran aus Raketen auf Israel abgefeuert worden,
teilt die Armee mit. Es sind Explosionen zu hören, während die Luftabwehr
aktiv ist. Kurz darauf beginnt das israelische Militär nach eigenen
Angaben mit Angriffen auf Infrastruktur in der iranischen Hauptstadt
Teheran. Auch im Libanon werden demnach iranische und Hisbollah-Ziele
attackiert. (rtr)
## US-Außenministerium genehmigt Waffenverkauf an Israel
Das US-Außenministerium genehmigt einen möglichen Verkauf von Munition und
dazugehöriger Ausrüstung im Wert von 151,8 Millionen Dollar an Israel. Nach
Angaben des Ministeriums hat US-Außenminister Marco Rubio einen Notfall
festgestellt, der einen sofortigen Verkauf erfordere und im nationalen
Sicherheitsinteresse der USA liege. Daher werde es die sonst übliche
Überprüfung durch den US-Kongress nicht geben. (rtr)
## Revolutionsgarden greifen erneut Öltanker in der Straße von Hormus an
Die iranischen Revolutionsgarden haben am Samstag nach eigenen Angaben
einen Öltanker in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von
Hormus angegriffen. Das Schiff „Prima“ sei am Morgen von einer Drohne
getroffen worden, teilten die Revolutionsgarden der Islamischen Republik
laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit. Der Tanker habe „wiederholte
Warnungen“ der Revolutionsgarden zur Sperrung der Meerenge im Persischen
Golf ignoriert.
Zuvor hatten die Revolutionsgarden US-Präsident Donald Trump einem Bericht
staatlicher iranischer Medien zufolge direkt herausgefordert, Öltanker mit
Marineschiffen durch die Straße von Hormus zu eskortieren. „Der Iran
begrüßt die Eskorte von Öltankern und die Anwesenheit von US-Streitkräften
bei der Durchquerung der Straße von Hormus ausdrücklich. Wir warten
darauf“, sagte der Sprecher der Revolutionsgarden, Alimohammad Naini. „Wir
empfehlen den Amerikanern, sich vor jeder Entscheidung an den Brand des
amerikanischen Supertankers Bridgeton im Jahr 1987 und an die kürzlich
angegriffenen Öltanker zu erinnern.“
Trump hatte am Dienstag gesagt, die US-Marine könne bei Bedarf Öltanker
durch die Straße von Hormus eskortieren. Seit Beginn der Angriffe der USA
und Israels auf den Iran am Samstag wurden mindestens neun Schiffe
angegriffen.
Die Revolutionsgarden hatten nach Beginn des Krieges die Sperrung der
Straße von Hormus verkündet, [7][die für den weltweiten Verkehr von
Containerschiffen und Tankern bedeutend ist]. (rtr/afp)
## Konservative Medien wenden sich von Trump ab
Donald Trump bekam einige der kritischsten Töne in den ersten Tagen des
Iran-Kriegs von einst loyalen Journalistinnen und Journalisten zu hören.
Dazu zählen Tucker Carlson, Megyn Kelly und Matt Walsh, auf deren
Unterstützung sich der US-Präsident bislang verlassen konnte. Der
Stimmungsumschwung bleibt im Weißen Haus nicht unbemerkt. Die Regierung
verteidigt sich in sozialen Medien und Interviews.
Die Kritiker zählen zwar zur Minderheit in der medialen MAGA-Sphäre, wo die
wichtigsten Stimmen etwa bei Fox News weiter fest hinter Trumps Politik
stehen. Doch ihre Äußerungen verdeutlichen den Einfluss konservativer
Medien und wie wertvoll es für den Präsidenten ist, wenn alles läuft wie
geschmiert – und wie problematisch es sein kann, wenn die Unterstützung
nachlässt.
Ein Großteil der Kritik richtet sich gegen den Einfluss Israels auf Trumps
Entscheidung für den Krieg. Carlson, ehemaliger Fox-News-Star und heute
selbstständiger Medienschaffender, bezeichnete den Angriff auf ABC News als
„absolut widerlich und böse“. „Es ist schwer, das zu sagen, aber die USA
haben hier nicht die Entscheidung getroffen“, sagte er in seinem Podcast.
„Das war (der israelische Ministerpräsident) Benjamin Netanjahu.“
Kelly, ebenfalls frühere Fox-Moderatorin und inzwischen selbstständig,
sagte in ihrer Sendung über amerikanische Todesopfer in dem Krieg: „Niemand
sollte für ein fremdes Land sterben müssen.“
„Ich denke nicht, dass diese Soldaten für die Vereinigten Staaten gestorben
sind“, fuhr sie fort. „Ich denke, sie sind für den Iran oder für Israel
gestorben.“ Trump sagte der Journalistin Rachael Bade in einem Interview,
er glaube nicht, dass die Basis seiner MAGA-Anhängerschaft die Ansichten
von Carlson und Kelly teile.
Auf Widerspruch stießen auch Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio.
Trump habe den Startschuss für die Operation in dem Wissen gegeben, dass
Israel zum Angriff bereit war und in der Folge iranische Vergeltungsschläge
gegen US-Stützpunkte in der Region zu befürchten seien, sagte Rubio. Wenn
die USA nicht präventiv angegriffen hätten, wäre die Zahl der US-Toten
höher gewesen.
Walsh, Moderator beim konservativen Medienunternehmen The Daily Wire,
schrieb auf X, Rubio habe „uns rundheraus gesagt, dass wir in einem Krieg
mit dem Iran sind, weil Israel uns dazu gezwungen hat. Das ist im Grunde
das Schlimmstmögliche, was er uns hätte sagen können“. Auf seinen Vorwurf,
das Narrativ der US-Regierung in Bezug auf den Krieg klinge wirr, reagierte
die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, mit einem längeren Post
auf der Plattform X. „Einfach ausgedrückt würde das terroristische
iranische Regime nicht Ja sagen zum Frieden“, schrieb sie.
Die republikanische Ex-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene äußerte sich in
Kellys Podcast aufgebracht über das militärische Vorgehen der USA. „Bei
‚Make America Great Again‘ sollte Amerika an erster Stelle stehen und nicht
Israel“, sagte Greene, die sich seit einem bitteren Zerwürfnis mit Trump
als Influencerin positioniert.
Schon vor dem Iran-Krieg hatten sich Risse in der Unterstützung
konservativer Medien für Trump gezeigt, vor allem im Zuge der
Veröffentlichung von Ermittlungsdokumenten zum verstorbenen
Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Aber die jüngste Kritik löste einige
überraschende interne Verbalattacken aus.
Ben Shapiro vom Daily Wire bezeichnete Kelly als „völlig widersprüchlich“
und feige. Die TV-Moderatorin Elisabeth Hasselbeck verurteilte in der
Sendung „The View“ Kellys Andeutung, US-Soldaten seien für Israel
gestorben.
Sean Hannity von Fox News sagte, Carlson sei „nicht der Mensch, wie ich ihn
zu seiner Zeit bei Fox gekannt habe“. Carlson wiederum nannte Hannity einen
Bittsteller, der niemals etwas Negatives über Trump sagen würde. (ap)
## Israelischer Botschafter in Berlin sieht auch Deutschland bedroht
Im Zuge des Iran-Krieges sieht der israelische Botschafter in Deutschland,
Ron Prosor, auch Deutschland „existenziell“ durch die Führung in Teheran
bedroht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „bewusst, dass die
iranischen Terror-Proxies und ihre ballistischen Raketen auch Europa
bedrohen“, sagte Prosor im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Auch
deutsche Wirtschaftsinteressen seien betroffen. Für Deutschland seien dies
„existenzielle Bedrohungen“.
„Die Situation ist ernst“, warnte Prosor. „Die Mullahs haben wiederholt
bewiesen, dass sie Terror als politisches Mittel einsetzen.“ Für Anschläge
auf jüdische und israelische Einrichtungen nutze die Führung in Teheran
„ihr Netzwerk in der organisierten Kriminalität in Europa“. Die
Bundesregierung und die Länder hätten auf diese Bedrohungslage aber
„schnell und entschieden“ reagiert.
„Der Machtanspruch der Mullahs endet nicht in Jerusalem“, warnte der
Botschafter – auch mit Verweis auf den Ukraine-Krieg. Dieser habe gezeigt,
„wie schnell ein scheinbar weit entfernter Konflikt und auch iranische
Waffen nach Europa kommen können“.
„Solange die Mullahs an der Macht sind, werden sie die Seewege und die
Energiesicherheit stören und damit das deutsche Geschäftsmodell als
Exportnation gefährden“, führte Prosor aus. Hinzu kämen „die zahlreichen
Bürgerkriege in Nahost, die von Teheran angeheizt werden und in der Region
zu großem Leid sowie in Europa zu innenpolitischen Problemen führen“. Diese
Bedrohungen könnten „nicht länger ignoriert werden“.
Den Kanzler lobte Prosor für seinen Umgang mit der Lage. „Ich ziehe meinen
Hut vor der Führungsstärke von Bundeskanzler Friedrich Merz“, sagte Prosor.
Merz könnte „es sich leicht machen und das Thema versuchen so gut es geht
zu ignorieren“. Stattdessen stelle Merz sich jedoch der Debatte und
formuliere „eine klare Haltung, die sowohl moralisch richtig als auch im
Interesse Deutschlands“ sei.
Sollten sich die Machtverhältnisse im Iran infolge des Krieges verändern,
könnte Deutschland aus Prosors Sicht eine wichtige Rolle zukommen. „Es ist
kein Geheimnis: Deutschland genießt bei der Bevölkerung des Iran ein
ausgezeichnetes Ansehen“, sagte er. „Fällt das Mullah-Regime, wird
Expertise aus Deutschland – ob in der Wirtschaft oder im zivilen Aufbau –
gefragt sein.“ Noch wichtiger sei aber, „dass der Wegfall der Bedrohung
durch das Regime, ob durch Terror-Proxies oder die Lieferung von Waffen im
Ukraine-Krieg, die Sicherheitslage für Europa deutlich verbessert“.
Deutschland sei Israels wichtigster Partner in Europa, bekräftigte Prosor.
Mit seinem Raketenabwehrsystem Arrow 3, dem die israelischen Erfahrungen
mit dem Iran zugrunde lägen, liefere sein Land „nun einen konkreten Beitrag
zur Sicherheit Deutschlands“. Er wünsche sich, dass dieser Zusammenhang
„stärker wahrgenommen“ werde. (dpa)
## Iranisches Kriegsschiff in indischem Hafen
Indien hat einem iranischen Kriegsschiff wegen eines Motorschadens
Medienberichten zufolge das Anlegen erlaubt. Die „IRIS Lavan“ und ihre 183
Besatzungsmitglieder befänden sich seit Mittwoch in der südwestlichen
Hafenstadt Kochi, berichteten der Sender NDTV und andere indische Medien
übereinstimmend unter Berufung auf Beamte in Neu-Delhi.
Für die USA ist es im Iran-Krieg ein wichtiges Ziel, alle Kriegsschiffe der
iranischen Marine außer Gefecht zu setzen. Erst vor wenigen Tagen hatte ein
U-Boot der US-Marine eine iranische Fregatte in internationalen Gewässern
vor Sri Lanka versenkt.
Dem Sender NDTV berichtete, die iranische Seite habe darum gebeten, das
Schiff aufzunehmen, um technische Probleme beheben zu können. Die Anfrage
erfolgte den Berichten zufolge am 28. Februar, also am ersten Tag der
israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran. Einen Tag später habe Indien
der Aufnahme zugestimmt, hieß es. Die Besatzungsmitglieder des
Landungsschiffs „IRIS Lavan“ befänden sich in Einrichtungen der indischen
Marine in Kochi.
Unklar war zunächst, ob das Schiff ebenfalls an einer von Indien im Februar
veranstalteten Flottenschau teilgenommen hatte. Daran hatte sich die vom
US-Militär später vor Sri Lanka versenkte Fregatte beteiligt. (dpa)
## Weiteres iranisches Kriegsschiff in Sri Lanka
Einen Tag nach dem Angriff auf die Fregatte gestattete die sri-lankische
Regierung einem anderen iranischen Kriegsschiff aus humanitären Gründen das
Anlegen. Das Schiff „IRIS Bushehr“ bat nach Angaben der Regierung um die
Erlaubnis, in einem sri-lankischen Hafen ankern zu dürfen. Die 208
Besatzungsmitglieder wurden demnach in die Hauptstadt Colombo gebracht. Das
Schiff hatte Medienberichten zufolge einen technischen Schaden. (dpa)
## USA nicht besorgt über mögliche russische Hilfe für Iran
Das Pentagon hat sich angesichts eines Medienberichts, wonach Russland
seinem Verbündeten Iran Informationen über US-Militärziele im Nahen Osten
liefert, unbesorgt gezeigt. Die USA seien „nicht besorgt“ über den Bericht
in der Washington Post, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am
Freitag (Ortszeit) dem Sender CBS. Hegseth bestätigte den Bericht zwar
nicht, sagte im Nachrichtenmagazin „60 Minutes“ jedoch: „Wir verfolgen
alles.“
„Unsere Kommandeure sind über alles informiert. Wir verfügen über die
besten Geheimdienstinformationen der Welt. Wir wissen, wer mit wem spricht.
Wir sind darüber nicht besorgt“, erklärte der Pentagonchef, der sich selbst
„Kriegsminister“ nennt.
Die Washington Post hatte berichtet, Russland habe dem Iran die Positionen
von US-Militäranlagen übermittelt, darunter Schiffe und Flugzeuge. Das
Blatt berief sich auf mit Geheimdiensterkenntnissen vertraute Quellen.
Zuvor hatte bereits das Weiße Haus die Berichte heruntergespielt. Das mache
keinen Unterschied für den Militäreinsatz im Iran, denn die US-Armee werde
die gegnerischen Kräfte in jedem Fall „vollständig vernichten“, sagte die
Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Freitag.
„Wir erreichen die militärischen Ziele dieser Operation, und das wird so
weitergehen“, fügte Leavitt hinzu.
Der Washington Post zufolge leistet China offenbar keine Unterstützung für
die Verteidigung des Iran. Russland sowie China unterhalten seit langem
diplomatische und Handelsbeziehungen zum Iran, während Russland zudem enge
militärische Verbindungen zu Teheran hat.
Sowohl Moskau als auch Peking haben den Krieg der USA und Israels gegen den
Iran kritisiert.
US-Präsident Donald Trump hatte den Kremlchef Wladimir Putin im vergangenen
August in Alaska auf einem roten Teppich empfangen. Im russischen
Angriffskrieg auf die Ukraine ergriff Trump wiederholt Putins Partei.
Am Sonntag waren bei einem Drohnenangriff auf einen US-Stützpunkt in Kuwait
sechs US-Soldaten getötet worden. Trump nimmt am Samstag an der Überführung
der sterblichen Überreste der fünf Soldaten und einer Soldatin teil. Die
Militärzeremonie findet auf einem Luftwaffenstützpunkt in Dover im
US-Bundesstaat Delaware statt. (afp)
## Trump bei Militärritual für getötete US-Soldat*innen
US-Präsident Donald Trump nimmt am Samstag an einem Militärritual für sechs
im Iran-Krieg getötete US-Soldatinnen und Soldaten teil. Die sterblichen
Überreste der fünf Männer und einer Frau werden auf eine Luftwaffenbasis in
Dover im US-Bundesstaat Delaware überführt.
Die Soldaten waren bei einem Drohnenangriff in Port Schuaiba in Kuwait
getötet worden. Die Vereinigten Staaten und Israel hatten am Samstag
massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer
Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung
getötet. Als Reaktion greift der Iran Ziele in der Region an. (afp)
## Saudi-Arabien wehrt iranischen Drohnenangriff auf Ölfeld ab
Saudi-Arabien hat nach Behördenangaben einen Drohnenangriff des Irans auf
das riesige Ölfeld Schaiba abgewehrt. Es seien sechs Drohnen abgefangen und
zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Wie die saudische
Nachrichtenagentur Spa unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher
berichtete, wurde zudem erneut eine auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz
Sultan abgefeuerte ballistischen Rakete abgefangen.
Erst vor wenigen Tagen war in Saudi-Arabien eine Ölraffinerie des
staatlichen Ölkonzerns Aramco in Ras Tanura im Osten des Landes mit
mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden. Auch sie wurden nach
amtlichen Angaben abgefangen und zerstört. Aramco betreibt auch das Ölfeld
Schaiba. (dpa)
## US-Rüstungsunternehmen wollen Produktion „vervierfachen“
US-Rüstungsunternehmen haben sich angesichts der Debatte über mögliche
Engpässe im Arsenal wegen des Iran-Kriegs laut Präsident Donald Trump
bereit erklärt, [8][die Produktion „exquisiter“ Waffen zu vervierfachen].
Gemeint sind damit häufig besondere, teure oder technisch komplexe Waffen,
etwa Hyperschallwaffen oder Abfangraketen mit hoher Reichweite, die in der
Regel in geringerer Stückzahl vorgehalten werden als herkömmlichere
Kriegsgeräte.
In einem Post auf der Online-Plattform Truth Social vom Freitag (Ortszeit)
machte Trump keine Angaben dazu, bei welchen Waffen eine
Produktionssteigerung geplant sein soll. Er habe auch Bestellungen für
herkömmliche Waffen gesteigert, „die wir zum Beispiel im Iran verwenden und
kürzlich in Venezuela eingesetzt haben“, schrieb er.
US-Generalstabschef Dan Caine versicherte diese Woche vor Reportern, dass
das Militär in ausreichendem Maße über Präzisionswaffen für die
gegenwärtigen Aufgaben verfüge. Zugleich erklärte er, das man von Raketen
mit großer Reichweite auf weniger komplexe Bomben mit kürzerer Reichweite
umsteige. (dpa)
## Iranischer Botschafter verbietet sich US-Einmischung bei
Chamenei-Nachfolge
Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Amir Saeid Iravani,
hat eine Einmischung von US-Präsident Donald Trump in die inneren
Angelegenheiten des Iran angeprangert und diese scharf verurteilt. Trumps
Äußerungen seien „ein klarer Verstoß gegen die Grundsätze der
Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten von Staaten“, welche in der
UN-Charta verankert sind, sagte Iravani am Freitag vor Journalisten in New
York mit Blick auf die Forderung Trumps, [9][bei der Nachfolge des
getöteten obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei] mitzureden.
Trump hatte zuvor erklärt, er wolle bei der Ernennung eines Nachfolgers des
bei den US-israelischen Angriffen vor einer Woche getöteten Chamenei
beteiligt sein. „Ich muss in die Ernennung eingebunden sein“, zitierte die
Plattform Axios den US-Präsidenten am Donnerstag.
Iravani erklärte: „Der Iran ist ein souveräner und unabhängiger Staat. Er
akzeptiert keine Einmischung ausländischer Mächte in seine inneren
Angelegenheiten und wird dies auch niemals akzeptieren.“
Die Wahl von Chameneis Nachfolger werde „streng nach unseren
verfassungsrechtlichen Verfahren und ausschließlich nach dem Willen des
iranischen Volkes ohne jegliche Einmischung aus dem Ausland erfolgen“,
fügte der UN-Botschafter hinzu. (afp)
## Irankrieg treibt Ölpreis in die Höhe
Der Iran-Konflikt hat am Freitag die Preise für schwere US-Ölsorten weiter
in die Höhe getrieben. Die Käufer suchen weltweit nach Alternativen für
ausfallende Lieferungen aus dem Nahen Osten. Der Preis für die Sorte Mars
Sour, die wichtigste im US-Golf von Mexiko geförderte Rohölsorte, notierte
Händlern zufolge mit einem Aufschlag von elf Dollar auf die
US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI). Dies ist der höchste Wert
seit April 2020 und ein Anstieg um vier Dollar gegenüber Donnerstag. Noch
vor einer Woche hatte der Aufschlag bei 1,50 Dollar gelegen.
Die faktische Schließung der Straße von Hormus hat mehrere Länder, darunter
den Irak, gezwungen, ihre Produktion zu drosseln. Zusätzliche, am Freitag
in Kuwait angekündigte Förderkürzungen trugen einem Händler zufolge
ebenfalls zum Preisanstieg bei. „Raffinerien, die auf diese Sorten
angewiesen sind, müssen Alternativen finden, um die ausfallenden Mengen zu
ersetzen“, sagte Matt Smith, leitender Öl-Analyst für Amerika bei Kpler.
Vor allem Käufer in Asien bemühten sich um diese Fässer.
Auch Tim Snyder, Chefökonom bei Matador Economics, sieht die
kriegsbedingte Angebotsverknappung als Haupttreiber des Preisanstiegs.
„Kurzfristig werden wir [10][weiter steigende Preise für diese Sorten]
sehen, bis die Straße von Hormus wieder geöffnet wird“, sagte Snyder.
(rtr)
## Drohnen treffen Energieinfrastruktur in Irak
Mindestens zwei Drohnen haben Energieinfrastruktur und Einrichtungen von
US-Auftragnehmern in der südirakischen Provinz Basra getroffen. Dies
teilten zwei Sicherheitsbeamte am Freitag mit. Demnach wurde am Abend ein
Gelände ins Visier genommen, auf dem sich Büros sowie Lagerhäuser einer
ausländischen Ölgesellschaft befinden. Die Angriffe hätten Brände in den
Einrichtungen verursacht, die mit US-Energiefirmen in Verbindung stehen,
hieß es. Ob es Opfer gab, war zunächst unklar.
Zuletzt ist es zu einer Reihe von Drohnen- und Raketenangriffen auf Ziele
im Irak und in der Region gekommen, die unter anderem Ölfelder und den
Frachtbereich des Internationalen Flughafens von Basra trafen. (dpa)
## USA wollen im Ukrainekrieg erprobtes Anti-Drohnen-System in Nahost
einsetzen
Die USA wollen ein amerikanisches Anti-Drohnen-System im Nahen Osten
einsetzen, das sich in der Ukraine bei der Abwehr russischer Drohnen als
wirksam erwiesen hat. Das als Merops bekannte System solle bald in die
Region gebracht werden, um die Verteidigung gegen iranische Drohnen zu
stärken, teilten zwei US-Vertreter der am Freitag mit. Zwar hätten die USA
bisher die Luftabwehrsysteme der Typen Patriot und THAAD eingesetzt, um
iranische Raketen abzuschießen, sagte eine der Gewährspersonen gegenüber
der Nachrichtenagentur AP. Doch hätten die USA im Nahen Osten aktuell nur
eine begrenzt wirksame Drohnenabwehr.
Die andere Gewährsperson bezeichnete die bisherige US-Reaktion auf
iranische Schahed-Drohnen als „enttäuschend“. Dies sei insbesondere deshalb
der Fall, weil die von Iran eingesetzten Drohnen eine viel einfachere
Version der Drohnen seien, die Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine
kontinuierlich weiterentwickele und verbessere.
Das Waffensystem Merops setzt Abfangdrohnen gegen feindliche Drohnen ein
und hat sich laut Experten im Kampf gegen russische Drohnen in der Ukraine
bewährt. Es ist klein und kompakt genug, um im hinteren Teil eines
mittelgroßen Pickup-Trucks Platz zu finden, und kann Drohnen identifizieren
und sich ihnen nähern. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann Merops zudem
gesteuert werden, wenn Satelliten- und elektronische Kommunikation gestört
wird. Die Nato-Staaten Polen und Rumänien nutzten das System im vergangenen
Jahr, nachdem russische Angriffsdrohnen wiederholt in den Nato-Luftraum
eingedrungen waren.
Drohnen sind auf Radarsystemen, die für die Erkennung von Raketen mit hoher
Geschwindigkeit angelegt sind, schwer zu erkennen und können mit Vögeln
oder Flugzeugen verwechselt werden. Merops ist darauf ausgelegt, Drohnen zu
erkennen und auszuschalten. Entscheidend ist überdies, dass der Einsatz des
Systems günstiger als das Abfeuern einer mehrere Hunderttausend Dollar
teuren Rakete auf eine Drohne ist, die weniger als 50.000 Dollar (rund
43.000 Euro) kostet.
Erst in dieser Woche erklärte Jim Himes, der ranghöchste Demokrat im
Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, dass die USA zwar ziemlich
gut darin seien, Raketen abzuschießen. „Was für uns viel problematischer
ist, ist das riesige Inventar an iranischen Drohnen, die schwer zu erkennen
und schwer abzuschießen sind.“
Die Drohnenangriffe stellen ein „mathematisches Problem“ dar, da sich die
USA nicht weiterhin auf teure militärische Abfangsysteme wie die
Patriot-Systeme verlassen könnten, um die schnell und günstig produzierten
iranischen Drohnen abzuschießen. „Es ist wirklich, wirklich teuer, eine
billige Drohne abzuschießen“, sagte Himes. „Eine riesige Rakete, die auf
eine winzige, schrottige Drohne zielt.“
Pentagonvertreter räumten diese Woche zudem in vertraulichen Sitzungen mit
Kongressabgeordneten ein, dass das US-Militär Mühe habe, sich den Wellen
iranischer Drohnen zu erwehren. Dadurch seien einige US-Ziele in der
Golfregion anfällig.
Im Nahen Osten solle Merops an verschiedenen Standorten eingesetzt werden,
auch dort, wo keine US-Truppen stationiert sind, sagte eine der Quellen der
AP. Die meisten Systeme würden direkt von Perennial Autonomy geliefert, dem
Hersteller des Anti-Drohnen-Systems. Die Drohnenabwehr in Europa werde
dadurch nicht beeinträchtigt. Perennial Autonomy wird von Ex-Google-Chef
Eric Schmidt unterstützt.
Michael Robbins, Chef des Drohnen-Branchenverbands AUVSI erklärte, die
Lehren aus dem Nahen Osten und der Ukraine zeigten, dass die USA den
Einsatz fortschrittlicher Anti-Drohnen-Technologien beschleunigen müssten.
Nur so „können unsere Truppen Stützpunkte und Bevölkerungen verteidigen,
ohne eine Million Dollar auszugeben, um eine Bedrohung im Umfang von 50.000
Dollar zu stoppen“. (ap)
## Ischinger ist über Planlosigkeit der USA negativ überrascht
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger,
vermisst einen klaren Plan der US-Regierung für den Iran-Krieg. „Negativ
überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen
halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der
Intervention im Iran ist“, sagte Ischinger dem Magazin „Stern“. „Das
Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch
mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert.“
Am ersten Tag der Operation habe US-Präsident Donald Trump den Begriff
„Regime Change“ in den Mund genommen. „Inzwischen hat Washington die
Begründung für den Einsatz jedoch gewechselt, so wie manche das Hemd
wechseln“, sagte Ischinger. Von „Regime Change“ sei jetzt nicht mehr die
Rede, „oder nur noch am Rande“.
Ischinger sieht durch den Iran-Krieg auch die westliche Unterstützung für
die Ukraine in Gefahr. Deutschland müsse als europäische Führungsnation den
USA sagen: „Wir müssen uns auf die Ukraine konzentrieren, und nicht auch
noch Munitionsknappheiten für die Ukraine verstärken durch eine längere
militärische Auseinandersetzung mit dem Iran“, betonte Ischinger.
Die Ukraine müsse für Europa die absolute Priorität haben. „Wir dürfen es
unter keinen Umständen zulassen, dass die Ukraine in ihrem Freiheitskampf
in Vergessenheit gerät, weil sich der Fokus verlagert.“ Der Iran-Krieg
lenke schon jetzt ab und reduziere die Fähigkeiten, Russland unter Druck zu
setzen. „Er droht, die Friktionen im transatlantischen Verhältnis noch zu
verstärken.“ (dpa)
## 20.000 Seeleute sitzen wegen des Krieges fest
Wegen des Iran-Kriegs sitzen im Persischen Golf nach Angaben der
Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) rund 20.000 Seeleute an
Bord von Schiffen fest. Generalsekretär Arsenio Dominguez bezeichnete das
als inakzeptabel und wies auf ihr erhöhtes Risiko und die „erhebliche
psychische Belastung“ hin. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien seien
verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der
Seeleute sowie die Freiheit der Schifffahrt im Einklang mit dem Völkerrecht
zu gewährleisten.
Der Persische Golf wird nur durch die für den internationalen Handel
wichtige Straße von Hormus mit den Weltmeeren verbunden. Der Iran weist
zwar Berichte über eine vollständige Sperrung der Meerenge, die zwischen
seinem Land und dem Oman liegt, zurück. Nach Einschätzung von
US-Kriegsbeobachtern ist der Schiffsverkehr dort aber um etwa 90 Prozent
zurückgegangen. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, zu
den Anrainern zählen neben dem Iran Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar,
Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Dominguez wies auf einen tödlichen Angriff auf ein Schiff („Mussafah 2“) in
der Straße von Hormus am Freitag hin, bei dem Berichten zufolge mindestens
vier Seeleute ums Leben gekommen und drei schwer verletzt worden seien.
Seeleute dürften nicht zur Zielscheibe werden, sagte er.
Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von
Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Gefahr durch
iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit
Beginn der jüngsten Kampfhandlungen am Samstag beinahe zum Erliegen
gebracht. (dpa)
7 Mar 2026
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