# taz.de -- Strom- und Flugausfälle auf Karibikinsel: Energiekrise auf Kuba spitzt sich zu
> Millionen Menschen sind ohne Strom. Air France unterbricht seine
> Verbindung nach Havanna wegen Treibstoffmangels. Ecuador weist Kubas
> Botschafter aus.
(IMG) Bild: Stromausfall und Verkehrsprobleme wegen der Energiekrise: In Havanna warten Menschen im Dunkeln auf den Bus
ap/dpa | In Kuba ist es [1][erneut zu einem Stromausfall gekommen]. Der
staatliche Energieversorger teilte am Mittwoch in den sozialen Medien mit,
dass der Ausfall Millionen Menschen von Pinar del Río im Westen Kubas bis
Camagüey im Zentrum der Insel betroffen habe. Der staatliche Radiosender
Radio Rebelde berichtete, dass der Ausfall durch die Abschaltung des
Wärmekraftwerks Antonio Guiteras östlich von Havanna verursacht wurde,
nachdem ein Defekt aufgetreten war.
Der technische Direktor des Kraftwerks, Román Pérez Castañeda, sagte Radio
Rebelde, dass der Fehler zunächst lokalisiert und repariert werden müsse,
bevor die Anlage neu gestartet werde. Laut Pérez Castañeda platzte ein Rohr
im Kessel. Dabei trat Wasser aus, und es entstand ein Feuer, das die
Feuerwehr ohne größere Schäden löschte.
Die US-Botschaft in Kuba gab eine Sicherheitswarnung heraus und riet den
Menschen, sich auf „erhebliche Unterbrechungen“ des Stromnetzes
vorzubereiten und Treibstoff, Wasser, Lebensmittel und Handy-Akkus zu
schonen. „Kubas nationales Stromnetz ist zunehmend unzuverlässig, und
geplante wie ungeplante Stromausfälle sind lang andauernd und treten
täglich im ganzen Land auf, auch in Havanna“, hieß es in einem Post in
einem sozialen Netzwerk.
Es ist der zweite Stromausfall in den vergangenen drei Monaten, der Kubas
Westen trifft. Die Behörden betonten, dass einige thermische Kraftwerke
seit über 30 Jahren in Betrieb seien und nur wenig gewartet würden, da die
Kosten hoch seien. US-Sanktionen hätten zudem den Kauf neuer Geräte und
Spezialteile verhindert.
## Air France setzt Flüge nach Kuba aus
Washington übt seit Wochen erheblichen Druck auf Kubas kommunistische
Regierung aus. Im Dezember ordnete US-Präsident Donald Trump eine
vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus
Venezuela an – Kubas engstem Verbündeten in der Region. Danach drohte Trump
mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten. Mittlerweile wurden bestimmte
Sanktionen gelockert. Zusätzlich kam es vor Kubas Küste zu [2][einem
Schusswechsel zwischen kubanischen Grenzschützern und der Besatzung eines
in den USA] registrierten Schnellbootes, bei dem vier Menschen starben.
Die Fluggesellschaft Air France setzt Verbindungen zwischen Paris und
Havanna [3][aufgrund der Treibstoffknappheit in Kuba] für mehrere Wochen
aus. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, die Flüge vom Flughafen
Paris-Charles-de-Gaulle in die kubanische Hauptstadt würden ab dem 28. März
gestrichen und voraussichtlich am 15. Juni wieder aufgenommen. Aktuell
legten die Air-France-Maschinen auf dem Rückflug einen Zwischenstopp zum
Auftanken auf den Bahamas ein.
Die kubanische Regierung informierte am 8. Februar Fluggesellschaften
darüber, dass an neun Flughäfen der Insel, darunter dem internationalen
Flughafen José Martí in Havanna, bis zum 11. März kein Kerosin verfügbar
sein werde. Auch andere Fluggesellschaften, darunter Air Canada, haben ihre
Flüge nach Kuba eingestellt.
Die kubanische Tourismusbranche leidet unter massiven Stromausfällen,
schwindenden Ölreserven und den zunehmenden Spannungen mit den Vereinigten
Staaten. Öllieferungen aus Venezuela wurden eingestellt, nachdem die USA
das südamerikanische Land Anfang Januar angegriffen und Präsident Nicolás
Maduro gestürzt hatten.
## Ecuador weist Kubas Botschafter und Diplomaten aus
Ecuador hat den kubanischen Botschafter und das gesamte diplomatische
Personal der sozialistischen Karibikinsel ausgewiesen. „Dem Botschafter und
allen Mitgliedern dieser diplomatischen Mission wurde gemäß diplomatischer
Praxis eine Frist von 48 Stunden eingeräumt, um das nationale Territorium
zu verlassen“, teilte Ecuadors Außenministerium mit, ohne konkrete Gründe
für die Entscheidung zu nennen.
Die Regierung von Präsident Daniel Noboa erklärte demnach den kubanischen
Botschafter Basilio Antonio Gutiérrez García sowie weitere Diplomaten der
Botschaft zu unerwünschten Personen.
Kuba verurteilte die Entscheidung als „willkürliche und unbegründete
Entscheidung“. Es handle sich um „eine unfreundliche und beispiellose
Handlung, die die historischen Beziehungen der Freundschaft und
Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und Völkern erheblich beschädigt“,
erklärte das Außenministerium in Havanna. Kuba deutete zudem einen
geopolitischen Hintergrund an. Die Entscheidung sei im Kontext einer
verstärkten US-Aggression gegen Kuba und starken Drucks der US-Regierung
auf Drittstaaten gefallen.
An der kubanischen Botschaft in Ecuadors Hauptstadt Quito kam es zu
ungewöhnlichen Szenen. Auf Aufnahmen war zu sehen, wie ein Mann offenbar
Dokumente verbrannte – laut Berichten auf der Terrasse der Botschaft. Noboa
kommentierte die Bilder in den sozialen Netzwerken mit den Worten
„Papier-Grillen“.
5 Mar 2026
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