# taz.de -- Vetternwirtschaft bei der AfD: Der Staat als Beute
       
       > AfD-Abgeordnete beschäftigen Familienangehörige und bedienen sich dafür
       > am Gemeinwohl. Kritik in den eigenen Reihen dreht sich nur ums Eigene.
       
 (IMG) Bild: Vetternwirtaschaft: Die AfD-Europaabgeordnete Anja Arndt kritisiert die niedersächsische AfD-Landespitze um Ansgar Schledde
       
       Briefe, E-Mails, Chat-Protokolle, Screenshots – all die digitalen
       Informationen des aktuellen AfD-Skandals eint ein politisches Moment: Die
       politische Ausrichtung der extrem rechten Partei werden nicht thematisiert.
       In der selbst ernannten Alternative wird schon länger nicht über das Profil
       gestritten.
       
       Stattdessen greifen die Briefe der AfD-Europaabgeordneten Anja Arndt die
       niedersächsische Landespitze um Ansgar Schledde an – wegen Posten, Jobs,
       Macht, Geld. Sie hält ihm unter anderem vor, Mitglieder bei einer
       Bundestagskandidatur nur zu unterstützen, wenn sie ihm 35 Prozent der
       Mitarbeiterbudgets gewähren. In einer Replik aus dem Landesverband, die der
       taz vorliegt, wird prompt Arndt wegen des Aufbaus von Strukturen für eigne
       [1][Machtgewinnung sowie familiäre Jobzuschiebungen] angefeindet.
       
       Kein Kritiker will eine Abgrenzung zum Ethnopluralismus, der Vorstellung
       von homogen Völkern. Kein Briefeschreiber fragt, inwieweit ein EU-Austritt
       die Wirtschaftskraft massiv senken könnte? Keine E-Mailversenderin
       hinterfragt die Annäherung zu Elon Musk. Kein Chat-Protokoll, kein
       Screenshot zu Wehrpflicht und Aufrüstung. Politik scheint irrelevant.
       
       Nun mag man sagen: Warum sollte die Partei das auch tun? Ihre extreme
       Politik ist nun mal ihre extreme Politik. Es fällt aber eben auf, dass sich
       Kritik innerhalb der eigenen Reihen nur um das Eigene dreht:
       [2][Vorankommen in der Partei, einen guten Platz auf den Wahllisten, Macht-
       und Geldanhäufung]. Postenzuschieberei und Vetternwirtschaft eben.
       
       So wird das Bonmot „Der Staat als Beute“ des Staatsrechtlers Hans Herbert
       von Arnim beflügelt: Der „parteiliche Egoismus“, der „auf Kosten des
       Gemeinwohls“ gehe, gibt den „Staat zur Beute“ frei. Das kommt jedem
       Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in der Partei- und Parlamentskritik
       entgegen. Mit dieser Monstranz zog die AfD in die Wahlkämpfe gegen „das
       Establishment“. Falsche Prophet*innen, verlogene Selbstbereicher*innen.
       Kleine Trumps. Aber ob d[3][as ihre Wählenden] enttäuscht?
       
       24 Feb 2026
       
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