# taz.de -- Rechercheformat der Tagesschau: Alle ausnehmen
       
       > Das neue Format der Tagesschau „rabbit hole“ beschäftigt sich mit Fakes
       > und Trends. Die erste Folge geht dem Geschäft mit Obstdramen auf Insta
       > nach.
       
 (IMG) Bild: Dramaqueen: eine Hauptdarstellerin aus dem Format der Tagesschau „rabbit hole“
       
       Kaum verschwinden die nervigen Reels von westlichen Influencer:innen
       in [1][Dubai] wieder, die uns weismachen wollen, wie sicher es dort
       angeblich ist, rückt ein neuer kurioser Trend in den Feed. Ersetzt wird der
       Scheich-Content durch Lebensmittel mit Gesichtern. Die [2][KI] generierten
       Kurzfilme bringen das Obst und Gemüse nicht nur zum Sprechen, nein, ganze
       Dramen werden vorgeführt, mit wahlweise Brokkoli, Bananen, Orangen, Äpfeln
       oder sogar Käse. Wobei der Käse eher seltener ist.
       
       Der Inhalt, der kurzen Videos mit Lebensmitteln als Hauptdarsteller:innen,
       ist dabei breit aufgefächert. Für die Fantastikfans gibt es den Brokkoli,
       der mit seiner Superkraft die Obst- und Gemüsewelt rettet und dann
       beiläufig erwähnt: „Brokkoli, das Beste gegen Krebs.“
       
       Wer es lieber soapiger mag, kann sich am Menü aus klassischen Liebesdramen
       erfreuen und etwa bei der Ehekrise von Herrn Banane und Frau Orange
       mitfiebern: Frau Orange geht Herrn Banane fremd mit einer anderen Banane,
       doch am Ende: Heiraten die beiden Bananen! Doch was soll das Ganze
       eigentlich? Dieser Frage geht ein neues Rechercheformat der „Tagesschau“
       nach.
       
       „rabbit hole“ überprüft Behauptungen auf [3][Social Media] und begibt sich
       auf die Spur dubioser Trends. Auch die Machart des Formats richtet sich
       gezielt an jüngere Zuschauer:innen. Sowohl die Sprache als auch die
       schrittweise Erklärung des Ablaufs erinnern an ein Step-by-step-Tutorial
       auf Youtube.
       
       Die Filmorte und -geräte wechseln dabei, damit alles ein bisschen
       dynamischer wirkt. Mal mit einer professionellen Kamera in der Redaktion
       oder scheinbar mit einer Handykamera vor der Tür im Instastory-Style. Auch
       die Länge von 13 Minuten wirkt, als wäre sie klassischen Youtube-Formaten
       nachempfunden. Oder vielleicht doch der „Tagesschau“?
       
       So oder so lohnt sich die erste Folge sehr, denn am Ende stellt sich
       heraus: Auch mit dem Gemüse soll mal wieder Geld gemacht werden. Die
       niedlichen Videos sind eine Masche, um Menschen teure Abnehm- und
       Gesundheitsprogramme zu verkaufen.
       
       14 Mar 2026
       
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