# taz.de -- Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige: Söder jetzt für „totalen Quatsch“
> Die Ministerpräsident:innen fordern einstimmig auch altersgestufte
> Regeln für Tiktok & Co. Bayerns Ministerpräsident legt eine Kehrtwende
> hin.
(IMG) Bild: Verliert Markus Söder seine treusten Follower? Altersbeschränkungen für soziale Netzwerke werden wahrscheinlicher
Sollen Tiktok, Insta und Co künftig erst ab 14 Jahren erlaubt sein? Der
politische Druck auf die Bundesregierung, die Nutzung der sozialen Medien
einzuschränken, um Kids im Netz zu schützen, steigt jedenfalls. In einem
Beschluss haben sich die Regierungschef:innen der Länder am Donnerstag
für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum ausgesprochen
und schließen dabei „insbesondere altersgestufte Regelungen für den Zugang
zu und die Ausgestaltung von Angeboten im Bereich von
Social-Media-Plattformen ein“. Und zwar einstimmig – das heißt, auch Bayern
hat zugestimmt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war bislang gegen jegliche
Altersbeschränkungen und hatte ein Verbot für Kinder und Jugendliche als
„totalen Quatsch“ bezeichnet. Dagegen hatte die CDU [1][auf ihrem
Bundesparteitag Ende Februar beschlossen, ein Social-Media-Verbot] für
Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre einzuführen. Eine [2][SPD-Arbeitsgruppe
hatte zuvor einen Vorschlag veröffentlicht,] der in eine ähnliche Richtung
geht.
11 der 16 Ministerpräsident:innen fordern nun in einer
Protokollerklärung explizit eine Altersuntergrenze von 14 Jahren und eine
altersgerechte Ausgestaltung der Plattformen bis 16 Jahre. Bayern,
Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben sich dieser
Erklärung nicht angeschlossen.
## Regierung soll schon mal loslegen
Darüber hinaus sprechen sich die Länderchef:innen gemeinsam dafür aus,
Medienkompetenz an Schulen zu fördern und die Plattformanbieter stärker in
die Pflicht zu nehmen.
Derzeit erarbeitet eine von Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU)
eingesetzte Expert:innenkommission Vorschläge für „Kinder- und
Jugendschutz in der digitalen Welt“. Diese sollen im Juni veröffentlicht
werden. Einige Ministerpräsidenten:innen wollen indes nicht so
lange warten. So findet Niedersachsens Regierungschef Olaf Lies (SPD), die
Bundesregierung könne jetzt schon mal damit anfangen, ein Gesetz zu
erarbeiten.
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD)
sieht Eile geboten. Der taz sagte sie: „Die Bundesregierung muss jetzt
handeln, um Kinder und Jugendliche zu schützen.“ Dazu gehöre eine
Altersbeschränkung, aber auch eine viel stärkere Kontrolle der Plattformen
bis hin zur Androhung von Netzsperren und Verboten. „Wir akzeptieren
derzeit Dinge im Netz, die wir auf der Straße oder auf dem Schulhof niemals
akzeptieren würden.“
6 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /CDU-Parteitag/!6156511
(DIR) [2] https://sogo.taz.de/SOGo/so/ale/Mail/0/folderINBOX/607629/3/impulspapier-sichere-soziale-medien.pdf
## AUTOREN
(DIR) Anna Lehmann
## TAGS
(DIR) Social Media
(DIR) Ministerpräsidenten
(DIR) Manuela Schwesig
(DIR) Jugendschutz
(DIR) Big Tech
(DIR) Plattformökonomie
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Verbraucherschutz im Internet: Illegale Inhalte melden schwer gemacht
Eine Untersuchung zeigt: Onlineplattformen setzen die Vorgaben für die
Meldung illegaler Inhalte nicht zuverlässig um. Zugeben wollen sie das aber
nicht.