# taz.de -- Gesetz zur Demokratieförderung in Berlin: Auf den letzten Drücker
> Berlin will als erstes Bundesland ein Gesetz zur Demokratieförderung
> beschließen. Aber klappt das noch vor der Sommerpause? Daran gibt es
> Zweifel.
(IMG) Bild: Sozialsenatorin Kiziltepe: Streitfall Demokratiefördergesetz
dpa | Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe will das angekündigte Landesgesetz
zur Förderung der Demokratie bis zum Sommer unter Dach und Fach bringen.
Damit wäre Berlin das erste Bundesland, das diesen Schritt geht. „In
Zeiten, in denen unsere Demokratie immer öfter angegriffen wird, setzt
Berlin mit dem Landesdemokratiefördergesetz ein klares Zeichen“, sagte
[1][die SPD-Politikerin] zur Deutschen Presse-Agentur.
Bereits seit Ende Januar läuft die in solchen Fällen übliche Anhörung
beteiligter Verbände. Die Vorlage für den Gesetzentwurf soll im Mai
erstellt und danach [2][im Senat] eingebracht werden. Die Sozialverwaltung,
die für die Themenbereiche Vielfalt und Antidiskriminierung zuständig ist,
geht davon aus, dass es bei der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause
am 2. Juli im Abgeordnetenhaus beschlossen wird.
Ziel des Gesetzes ist, die Förderung der Demokratie als eine dauerhafte
staatliche Aufgabe festzuschreiben. Es soll die Grundlage dafür sein, die
längerfristige Förderung von Trägerorganisationen zu ermöglichen, die mit
Projekten in diesem Bereich aktiv sind. In der Konsequenz sollen Kürzungen
aus Spargründen, die zuletzt [3][für viel Kritik gesorgt hatten], erschwert
werden.
„Wir stehen an der Seite der Träger und Engagierten, die mit Mut und
Ausdauer für Zusammenhalt, Vielfalt und Respekt eintreten – und
Rechtsextremismus, Antisemitismus und jeder Form gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit entschlossen widersprechen“, sagte Kiziltepe. Das
geplante Gesetz gebe den Trägern und Engagierten den Rückhalt und den
sicheren Rahmen, den ihre Arbeit verdiene.
## Skepsis bei der Opposition
CDU und SPD hatten sich bereits in den Richtlinien der Regierungspolitik
verständigt, ein Demokratiefördergesetz auf Landesebene zu erarbeiten. Eine
Einschätzung zu der Frage, ob das Gesetz tatsächlich noch im Sommer zu
erwarten sei, lehnte die CDU-Fraktion allerdings ab. Aus der Opposition
gibt es daran bereits Zweifel.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Werner Graf wirft der Regierungskoalition vor,
sich damit zu viel Zeit gelassen zu haben. Die Verbändeanhörung sei zu spät
gestartet, um eine ernsthafte Mitgestaltung zu ermöglichen und einen
Beschluss noch vor der Sommerpause realistisch zu machen.
„Das chaotische Verfahren des Senats schadet unserer Demokratie“,
kritisierte er. Dabei gerate die Demokratie immer stärker unter Druck. „Das
Erstarken der extremen Rechten, russische Einflussnahme auch in Deutschland
durch Hacker und Bots sowie der zunehmende Antisemitismus stellen eine
ernste Gefahr dar“, sagte Graf.
23 Feb 2026
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