# taz.de -- US-Bürgerrechtler: Jesse Jackson stirbt mit 84 Jahren
> Er kämpfte einst mit Martin Luther King und war
> US-Präsidentschaftskandidat. Nun ist eine der bekanntesten Schwarzen
> Stimmen in den USA verstummt.
(IMG) Bild: Prediger, Bürgerrechtler, Politiker: Jesse Jackson bei einer Rede in New York, 2007
dpa/ap | Der [1][US-Bürgerrechtler Jesse Jackson] ist tot. Er sei am
Dienstagmorgen friedlich im Kreise seiner Familie gestorben, teilte die von
ihm gegründete Stiftung Rainbow Push Coalition in einem Statement unter
Berufung auf seine Familie mit. Jackson, der in den 1960er Jahren an der
Seite von Martin Luther King für Gleichberechtigung in Amerika kämpfte,
wurde 84 Jahre alt.
„Sein unerschütterliches Engagement für Gerechtigkeit, Gleichheit und
Menschenrechte trug dazu bei, eine globale Bewegung für Freiheit und Würde
zu formen“, heißt es in dem Statement. „Unser Vater war ein dienender
Anführer – nicht nur für unsere Familie, sondern für die Unterdrückten, die
Stimmlosen und die Übersehenen auf der ganzen Welt.“
Über Jahrzehnte hinweg war Jesse Jackson [2][einer der prominentesten
Bürgerrechtler in den USA]. Im In- und Ausland trat er für Arme und
Minderheiten ein, um ihnen Zugang zu Jobs, Bildung und
Gesundheitsversorgung zu verschaffen und ihnen ihr Wahlrecht zu sichern.
Über seine sogenannte Rainbow Push Coalition setzte er sich für mehr
Gleichberechtigung in Konzernen ein. Weltweite Schlagzeilen machte er mit
seinen Bewerbungen um die Präsidentschaftskandidatur der demokratischen
Partei.
## Eine der bekanntesten Schwarzen Stimmen
Geboren wurde Jackson 1941 in Greenville im südlichen US-Bundesstaat South
Carolina als Jesse Louis Burns. Später nahm er den Nachnamen seines
Stiefvaters Charles Jackson an. Jesse Jackson studierte Theologie in
Chicago, als er seine Mitarbeit in der Southern Christian Leadership
Conference des legendären Bürgerrechtlers Martin Luther King begann.
Jackson war mit King in Memphis, als dieser 1968 ermordet wurde. Nach
[3][Kings Ermordung] führte er jahrzehntelang die Bürgerrechtsbewegung in
den USA an. Jahrzehntelang zählte er [4][zu den wichtigsten Schwarzen
Stimmen] des Landes. In den 70ern zählte Jackson für das Magazin Ebony zu
den hundert einflussreichsten Schwarzen Amerikanern. Im darauffolgenden
Jahrzehnt wurde der Baptistenpfarrer einer der bekanntesten
afroamerikanischen Politiker. Er gründete eigene Organisationen, die 1996
in der „Regenbogen“-Koalition aufgingen – einer Initiative, die sich nach
eigenem Bekunden „für sozialen Wandel“ engagiert.
Jackson heiratete 1963 seine College-Liebe Jacqueline Lavinia Brown, das
Ehepaar hat fünf Kinder. In den letzten Jahren hatte er mit schweren
gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Dazu gehörte eine seltene
Gehirnerkrankung, durch die seine Beweglichkeit und seine Fähigkeit zu
sprechen eingeschränkt waren. Bei der Coronaviruspandemie mussten er und
seine Ehefrau nach einer Infektion im August 2021 im Krankenhaus behandelt
werden.
17 Feb 2026
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