# taz.de -- Angriffe auf UN-Sonderberichterstatterin: Mit einem manipulierten Video diskreditiert
> Amnesty International kritisiert den Ruf nach Absetzung von Albanese. Die
> europäischen Staaten sollten vielmehr das Völkerrecht schützen.
(IMG) Bild: „Palästina hat mir Gelegenheit gegeben, ein besserer Mensch zu werden“, schreibt Francesca Albanese auf X
Amnesty International verurteilt die Rücktrittsforderungen europäischer
Minister von UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese. Die Angriffe
gegen sie basieren auf gezielter Desinformation und einem manipulierten
Video ihrer Rede in Doha. Die Minister haben Albanese fälschlicherweise
unterstellt, Israel als „[1][gemeinsamen Feind]“ bezeichnet zu haben.
Tatsächlich bezog sie sich auf das System aus Finanzkapital, Algorithmen
und Waffen, das den Konflikt befeuert.
Amnesty fordert die Regierungen auf, sich öffentlich zu entschuldigen, die
[2][Rücktrittsforderungen] zurückzunehmen und zu untersuchen, wie diese
Desinformation verbreitet werden konnte. Während die entsprechenden Staaten
eine UN-Expertin attackieren, bleiben sie angesichts der Vorwürfe von
[3][Völkermord], Apartheid und rechtswidriger Besatzung durch Israel
untätig. Das ist nicht anders als Feigheit zu nennen. Die Kampagne gegen
Albanese ist ein Versuch, von Israels Vorgehen in Gaza abzulenken.
Trotz der [4][im Oktober vereinbarten Waffenruhe] hat sich die Lage der
Palästinenser und Palästinenserinnen im Gazastreifen nicht verbessert; die
Zahl der Todesopfer seit Oktober 2023 wird auf über 72.000 geschätzt.
Ungeachtet der Anordnungen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und
Haftbefehlen des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen
israelische Führungspersönlichkeiten halten Drittstaaten weiterhin daran
fest, die Täter zu bewaffnen, anstatt ihre rechtlichen Verpflichtungen zu
erfüllen.
Amnesty sieht in den Angriffen eine Bedrohung für die Integrität
internationaler Menschenrechtsmechanismen. Die betroffenen Staaten müssten
das Völkerrecht schützen, anstatt sich an einer schändlichen Kampagne gegen
unabhängige Experten zu beteiligen. Es ist verwerflich, dass Minister in
Österreich, Tschechien, Frankreich, Deutschland und Italien die
UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese auf der Grundlage eines
absichtlich gekürzten Videos angegriffen haben, um ihre Botschaften grob
misszudeuten.
15 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://x.com/FranceskAlbs?lang=de
(DIR) [2] https://orf.at/stories/3420030/
(DIR) [3] /Krieg-im-Gazastreifen/!6101568
(DIR) [4] /Reaktionen-in-Gaza-auf-Abkommen/!6118725
## AUTOREN
(DIR) Agnès Callamard
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