# taz.de -- Große Gefühle bei Disney+: Ohne Liebe auf den ersten Blick
       
       > „Love Story“ erzählt die Kennedy jr.- Bessette-Liebesgeschichte neu.
       > Trotzdem kriegt man davon nicht genug. Deswegen der Hinweis: Vorsicht,
       > Spoiler!
       
 (IMG) Bild: Liebe oder das was es mal werden kann, Sarah Pidgeon als Carolyn Bessette Kennedy (links) und Paul Kelly als John F. Kennedy Jr. in „Love Story“
       
       Ein Blitz. Noch einer. Auf dem roten Teppich dreht sich John F. Kennedy Jr.
       (Paul Anthony Kelly) routiniert in die Kameras. Carolyn Bessette (Sarah
       Pidgeon) steigt währenddessen aus dem Taxi. Am Rand der Fotografen versucht
       sie, sich ins Gebäude zu schleichen. Für einen flüchtigen Moment treffen
       sich ihre Blicke.
       
       Das ist mehr als eine kitschige Romanze. „Love Story“ erzählt eine der
       berühmtesten Liebesgeschichten der 1990er-Jahre. Die Art von Geschichte,
       von der man nicht genug bekommt, selbst wenn man sie bereits kennt. Eine
       Geschichte ohne Liebe auf den ersten Blick. Dafür aber mit
       [1][Medienspektakel]. Dem widmet sich die neue Serie von Produzent Ryan
       Murphy.
       
       Bessette, die sich ihren Aufstieg selbst erarbeitet hat – von der
       Verkaufsassistentin zur PR-Managerin bei Calvin Klein –, lebt ein privates
       Leben. Sie wirkt zurückhaltend, verschlossen und teilt nur sehr ungern ihre
       Geheimnisse.
       
       Kennedy hingegen ist als Sohn des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy
       längst eine öffentliche Figur, „the closest thing to American royalty“, wie
       es im Pressematerial zur Serie heißt.
       
       ## Von der Projektionsfläche zur Stilikone
       
       Mit dieser Asymmetrie arbeitet die Serie: Während Kennedy von klein auf von
       Paparazzi verfolgt wird, wird Bessette – eine bis dahin unbekannte Person –
       erst durch die Beziehung zur Projektionsfläche und später zur Stilikone,
       die sich plötzlich nicht mehr unbeobachtet bewegen kann.
       
       Das zieht. Auch wenn Kennedys Neffe Jack Schlossberg die Serie scharf
       kritisiert, vom Vermächtnis seines Onkels zu profitieren.
       
       Vielleicht liegt der Erfolg von „Love Story“ auch daran, dass wir tragische
       Geschichten lieben. Spoiler: [2][Die beiden starben 1999 bei einem
       Flugzeugabsturz]. Vielleicht liegt es aber auch an unserer Faszination mit
       Mythen um Monarchien und Dynastien.
       
       Nicht zuletzt aber dürfte die Serie deswegen so gut ankommen, weil die Gen
       Z Carolyn Bessette gerade als Inbegriff von „effortlessly cool chic“
       wiederentdeckt.
       
       28 Feb 2026
       
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