# taz.de -- Brandmauer-Debatte: Linke weist Vorwurf bewusster Zusammenarbeit mit AfD zurück
       
       > Ein Antrag der Linksfraktion im Thüringer Landtag bekam nur mit Stimmen
       > der AfD eine Mehrheit. Die Linke spricht von einer „Zufallsmehrheit“.
       
 (IMG) Bild: „Zufallsmehrheit“ von Linken und AfD, weil die Bürgerlichen Mal wieder untätig sind
       
       dpa | Die Linke weist den Vorwurf zurück, im Thüringer Landtag bewusst
       [1][eine Mehrheit mit der AfD] in Kauf genommen zu haben. Bei der
       Abstimmung über einen Antrag zur Sportstättenförderung am vergangenen
       Donnerstag habe es sich um eine „Zufallsmehrheit“ gehandelt, sagte der
       Vorsitzende der Linksfraktion, Christian Schaft, auf Anfrage der
       Nachrichtenagentur dpa. Die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion,
       Heidi Reichinnek, betonte, es habe keine vorherige Absprache mit der AfD
       gegeben.
       
       Der Antrag hatte den Titel „Sportstätten retten – ein neuer Goldener Plan
       Sport muss her“. Die Linken-Fraktion fordert darin eine
       Bundesratsinitiative für ein bundesweites Förderprogramm zur Sanierung
       maroder Sportstätten. Der Antrag wurde am vergangenen Donnerstag mit 32
       Ja-Stimmen angenommen – getragen von Abgeordneten der Linken und der AfD.
       30 Nein-Stimmen gab es aus den Reihen der Regierungsfraktionen.
       
       Im Thüringer Landtag sind die Mehrheitsverhältnisse schwierig, es gibt ein
       Patt zwischen Koalition und Opposition. Ministerpräsident Mario Voigt führt
       die bundesweit einzige sogenannte Brombeer-Koalition aus CDU, [2][BSW] und
       SPD. Die Thüringer AfD wird vom Landesverfassungsschutz [3][als gesichert
       rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet].
       
       ## Fehlende Abgeordnete kippen das Gleichgewicht
       
       „Es hätte diese Zufallsmehrheit nicht gegeben, wäre die Koalition mit ihren
       Abgeordneten anwesend gewesen“, sagte Schaft. Im Landtag gebe es weder für
       die Opposition noch für die Regierung eine eigene Mehrheit. Sowohl die
       Oppositionsfraktionen als auch die Regierungskoalition kommen auf je 44
       Sitze. Den Angaben zufolge waren zum Zeitpunkt der Abstimmung mehrere
       Abgeordnete der Koalitionsfraktionen nicht anwesend.
       
       Schaft bestritt, dass seine Fraktion mit der Zustimmung der AfD gerechnet
       habe. „Von der AfD hatten wir keine Rückmeldung im Vorfeld, wie sie sich zu
       unseren Anträgen verhalten wird“, sagte der Linke-Fraktionschef. In der
       Landtagsdebatte zu dem Punkt hatte der AfD-Abgeordnete Uwe Thrum allerdings
       angekündigt, dass seine Fraktion den Linken-Antrag unterstützen will. Thrum
       sagte: „Auch wenn wir wissen, wer die 1,3 Milliarden Euro Sanierungsstau im
       Thüringer Sport mitzuverantworten hat, möchten wir den Antrag der Fraktion
       die Linken in dieser Angelegenheit eben unterstützen. Denn für die
       Aufarbeitung dieses gigantischen Berges maroder Infrastruktur brauchen wir
       die Unterstützung des Bundes – und zwar so schnell wie möglich.“
       
       ## Auch Reichinnek weist Vorwurf zurück
       
       Reichinnek sagte in der ntv-Talkshow „Pinar Atalay“, die AfD habe bei dem
       Antrag zunächst Ablehnung signalisiert und sich dann „spontan umentschieden
       und zugestimmt“. Auch die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion
       kritisierte, dass bei der Abstimmung mehrere Abgeordnete der Thüringer
       Regierungskoalition nicht anwesend gewesen seien.
       
       10 Feb 2026
       
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