# taz.de -- Skulptur aus Donezk in Venedig zu sehen: Und über den Giardini baumelt der Hirsch
> Mit einer vorm Krieg geretteten Skulptur macht Künstlerin Zhanna Kadyrova
> während der Venedig-Biennale auf die prekäre Situation der Ukraine
> aufmerksam.
(IMG) Bild: Der Pokrovsker Hirsch baumelt in der Biennale als Menetekel über den Köpfen
Die ukrainische Künstlerin Zhanna Kadyrova hat schon lange ihr
bildnerisches Instrumentarium für die von Russland geschürten Konflikte
geschärft. [1][Meist in klaren und bestechenden Bildern verarbeitet sie]
Beobachtungen aus ihrem kriegsgeschundenen Land.
Mehrmals stellte Kadyrova auch schon auf der Kunstbiennale in Venedig aus,
dieses Jahr wird sie dort die Ukraine vertreten. Bei kaum einer anderen
Kulturveranstaltung kann ihre Kunst auf ein derartig großes,
internationales Publikum treffen wie dort. 2024 zeigte sie in Venedig eine
Orgel mit Pfeifen aus russischen Geschossen. Die gesprengten Raketenköpfe
bekrönten das Instrument wie ein barockes Ornament. Schön und schrecklich.
Auf der nun im Mai eröffnenden Venedig-Biennale wird die 1981 geborene
Zhanna Kadyrova eine ältere Skulptur von ihr aus der Ukraine an die Lagune
bringen – und von einem Kran hängen lassen. Als Metapher für die anhaltend
prekäre Lage des Landes während des Krieges.
Ihr wie aus Papier gefalteter Origami-Hirsch von 2019, ein 3-D-Druck aus
Beton, stand ursprünglich im öffentlichen Leontovych-Park in Pokrowsk in
der Oblast Donezk. Die umkämpfte Stadt liegt an der Kriegsfront, ist ein
wichtiger Eisenbahn- und Logistikknotenpunkt.
## Welche „Sicherheitsgarantien“ eigentlich?
Um Kadyrovas „The Origami Deer“ vor der Zerstörung durch den russischen
Angriffskrieg zu schützen, wurde die Skulptur 2024 abgebaut und quer durch
die Ukraine transportiert. Wenn sie nun ab Mai in Venedig vom Kran hängt,
soll die gesamte Installation den Titel „Sicherheitsgarantien“ tragen.
Damit bezieht sich Kadyrova auf das [2][Budapester Memorandum von 1994],
das unter anderem von der Ukraine, Großbritannien, den USA und Russland
unterzeichnet wurde. Damals gab die Ukraine ihr Atomwaffenarsenal auf und
unterzeichnete Dokumente, die Sicherheit versprachen. Garantiert wurde
diese nicht, wie wir heute wissen.
10 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Sophie Jung
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