# taz.de -- Ukrainischer Skeletoni Heraskewytsch: Der verbotene Helm
> Wladyslaw Heraskewytsch will im Eiskanal an getötete ukrainische
> Sportlerinnen und Sportler erinnern. Das IOC findet das gar nicht gut.
(IMG) Bild: Nicht erlaubte Hommage an Verstorbene: Heraskewytsch musste seinen Helm auf IOC-Bitte ablegen
Auf dem Helm, den sich [1][der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw
Heraskewytsch] am Montag zum Training in Cortina d’Ampezzo überzog, waren
Porträtfotos von Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen
Anschlägen ums Leben gekommen sind. Ein Vertreter des Internationalen
Olympischen Komitees (IOC) an der Bahn sah dies und untersagte ihm das
Tragen des Helmes. So berichtete es Heraskewytsch. Worauf der 27-Jährige
einen Antrag beim IOC gestellt hatte, zu seinem ersten Wettkampf am
Donnerstag den besonders designten Kopfschutz tragen zu dürfen. Das IOC hat
dies am Dienstag abgelehnt.
Heraskewytsch bezeichnet den Helm als eine „Hommage an Athleten“, die zur
olympischen Familie gehörten. Der IOC-Vertreter hatte diesen dagegen als
politische Botschaft und damit als Verstoß gegen die IOC-Statuten gelesen.
Bei den Winterspielen 2022 in Peking, kurz vor dem Überfall Russlands auf
die Ukraine, [2][rückte Heraskewytsch erstmals ins Rampenlicht,] weil er im
Eiskanal die Botschaft „No war in Ukraine“ in einer Klarsichtfolie vor
seine Brust hielt. Damals ließ ihm das IOC diese Aktion als allgemeinen
Wunsch und unpolitische Botschaft durchgehen.
Wo genau fängt Politik an und wie ist sie vom Sport zu trennen, diese Frage
muss das IOC erneut beantworten. In einem Interview mit der SZ hatte
Heraskewytsch kurz vor Beginn der Winterspiele bereits angekündigt: „Wir
werden die IOC-Regeln nicht verletzen – zumindest in der Form, in der wir
sie verstehen. Aber wir werden sicherstellen, dass die Welt davon erfährt,
was in der Ukraine geschieht.“ Er verwies unter anderem darauf, dass über
500 Sportlerinnen und Sportler aus der Ukraine im Krieg ums Leben kamen.
[3][Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj] würdigte auf Telegram,
Heraskewytsch erinnere die Welt an den Preis des ukrainischen Kampfes. Und
er schrieb: „Diese Wahrheit kann nicht unbequem, unpassend oder als
politischer Akt bezeichnet werden.“
10 Feb 2026
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(DIR) Johannes Kopp
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