# taz.de -- Neue Energiepartnerschaft: USA und Armenien vereinbaren Zusammenarbeit bei Atomkraft
> Armenien ist bei der Energieversorgung bislang stark von Russland und
> Iran abhängig. Die USA wollen dies durch ein neues Abkommen ändern.
(IMG) Bild: Wollen nukleare Zusammenarbeit: US-Vizepräsident JD Vance (l.) und der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan
rtr | Die USA und Armenien haben eine Zusammenarbeit bei der zivilen
Nutzung der Atomkraft vereinbart und festigen damit ihre Beziehungen.
US-Vizepräsident JD Vance und der armenische Ministerpräsident Nikol
Paschinjan unterzeichneten am Montag in der armenischen Hauptstadt Jerewan
eine entsprechende Erklärung.
„Dieses Abkommen wird ein neues Kapitel in der sich vertiefenden
Energiepartnerschaft zwischen Armenien und den Vereinigten Staaten
aufschlagen“, sagte Paschinjan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Das sogenannte 123-Abkommen ermöglicht es den USA, Nukleartechnologie und
Ausrüstung rechtssicher nach Armenien zu exportieren. Vance bezifferte das
Volumen der anfänglichen US-Exporte auf bis zu 5 Milliarden Dollar. Hinzu
kämen langfristige Verträge für Brennstoff und Wartung im Wert von weiteren
vier Milliarden Dollar.
Die ehemalige Sowjetrepublik Armenien ist bei der Energieversorgung bislang
stark von Russland und Iran abhängig. Die Regierung in Jerewan prüft
derzeit Angebote für den Bau eines neuen Reaktors, der das veraltete, noch
von Russland gebaute Kraftwerk Mezamor ersetzen soll. Die Offerten kommen
aus den USA, Russland, China, Frankreich und Südkorea. Eine endgültige
Entscheidung ist noch nicht gefallen. Das Abkommen gilt jedoch als
wichtiger Schritt für eine mögliche US-Beteiligung, was den traditionell
starken russischen Einfluss im Südkaukasus weiter schwächen dürfte.
Der zweitägige Besuch von Vance folgt auf ein Friedensabkommen
[1][zwischen Armenien und Aserbaidschan], das vor sechs Monaten im Weißen
Haus unterzeichnet wurde. Der US-Vizepräsident wirbt zudem für die „Trump
Route for International Peace and Prosperity“ (Tripp). Dieser geplante 43
Kilometer lange Korridor durch Südarmenien soll Aserbaidschan direkt mit
seiner Exklave Nachitschewan und damit dem Verbündeten Türkei verbinden.
Die Route würde Asien und Europa besser vernetzen und dabei Russland und
Iran umgehen. „Wir schaffen nicht nur Frieden für Armenien“, sagte Vance.
„Wir schaffen auch echten Wohlstand für Armenien und die Vereinigten
Staaten gemeinsam.“ Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Jerewan wird Vance
am Mittwoch und Donnerstag in Aserbaidschan erwartet.
10 Feb 2026
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