# taz.de -- Epstein-Komplizin bei Anhörung: Maxwell nur bereit auszusagen bei Begnadigung durch Trump
       
       > Ghislaine Maxwell weigert sich, vor dem Repräsentantenhaus über den
       > Sexualstraftäter Epstein auszusagen. Der Kongress lehnt ihre Forderung
       > nach Immunität ab.
       
 (IMG) Bild: Ghislaine Maxwell verweigert die Aussage: Ein Dokument, aus den Epstein-Akten zeigt ein Passfoto von ihr
       
       afp | Die Komplizin des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein,
       Ghislaine Maxwell, hat eine Anhörung im US-Repräsentantenhaus verweigert.
       Maxwell berief sich am Montag auf ihr Recht zu schweigen, wie der
       republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer,
       mitteilte. Sie sei nach Angaben ihres Anwalts nur dann zu einer Aussage
       bereit, wenn [1][US-Präsident Donald Trump] sie begnadige.
       
       Comer sagte weiter, Maxwell verweigere „die Beantwortung jeglicher Fragen“.
       Das sei „sehr enttäuschend“. Die Ausschussmitglieder hätten „viele Fragen
       zu den von ihr und Epstein begangenen Verbrechen sowie zu möglichen
       Mitverschwörern“ gehabt. Maxwell berief sich auf den fünften
       US-Verfassungszusatz, der es Menschen in einem Verfahren ermöglicht, sich
       nicht selbst zu belasten.
       
       Die Anhörung in dem Ausschuss sollte hinter verschlossenen Türen
       stattfinden. Geplant war, Maxwell per Video aus dem Gefängnis im
       Bundesstaat Texas zuzuschalten, in dem sie eine 20-jährige Haftstrafe
       absitzt. Sie war 2022 wegen Sexhandels mit Minderjährigen verurteilt
       worden.
       
       ## Kongress weist Immunitätsforderung zurück
       
       Maxwells Anwälte hatten den Kongress aufgefordert, ihr rechtliche Immunität
       für ihre Aussage zu gewähren. Der Kongress wies dies jedoch zurück. Ohne
       Immunität werde sich Maxwell jedoch auf ihr Recht zu schweigen berufen,
       erklärten ihre Anwälte. „Unter diesen Umständen würde das Verfahren keinen
       anderen Zweck erfüllen als reines politisches Theater“, schrieben sie in
       einem Brief.
       
       Der [2][bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte]
       US-Investor Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen
       missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war erstmals
       2008 [3][wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution] verurteilt
       worden. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt
       er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe.
       
       2019 wurde er erneut festgenommen, unter anderem wegen des Verdachts auf
       sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Im August 2019 wurde er erhängt in
       seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben nahm er
       sich das Leben.
       
       ## Auch Clintons geladen, Trump nicht
       
       Ende Januar veröffentlichte das US-Justizministerium mehr als drei
       Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein. Auch wenn keine neuen
       Strafverfahren in den USA zu erwarten sind, sind zahlreiche
       Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in Skandale verwickelt oder
       mussten zurücktreten, nachdem ihre Verbindungen zu Epstein oder Details
       dazu bekannt geworden waren.
       
       Ende des Monats sollen die Demokraten Ex-Präsident Bill Clinton und seine
       Frau Hillary Clinton vor dem Kongressausschuss aussagen. Beide forderten
       eine öffentliche Anhörung, um eine Instrumentalisierung durch die
       Republikaner von US-Präsident Trump zu verhindern. Trump hatte wie die
       Clintons Verbindungen zu Epstein, wurde vom Ausschuss jedoch nicht zur
       Aussage vorgeladen. Ein Fehlverhalten konnte weder den Clintons noch Trump
       bisher nachgewiesen werden.
       
       9 Feb 2026
       
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