# taz.de -- Nach Epstein-Files: Deutsche Bank räumt Fehler im Umgang mit Epstein ein
> Der verstorbene Sexualstraftäter soll mehr als 40 Konten bei Deutschlands
> größtem Geldhaus geführt haben. Das zeigt sich nun reuig.
(IMG) Bild: Die Zwillingstürme der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt von ganz weit unten
dpa | Angesichts neuer Enthüllungen hat die [1][Deutsche Bank] ihre
Geschäftsbeziehung zu dem verstorbenen [2][Sexualstraftäter Jeffrey
Epstein] erneut als Fehler bezeichnet. „Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder
betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden
aufgenommen zu haben“, teilte ein Sprecher des Geldhauses in Frankfurt auf
Anfrage mit.
Epstein war nach Angaben der Deutschen Bank im August 2013 Kunde des
Instituts geworden, im Dezember 2018 leitete die Bank demnach den „Prozess
der Beendigung“ der Kundenbeziehung ein.
Der US-Multimillionär Epstein hatte über Jahre aus New York einen
Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige
zum Opfer fielen. Der verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 im Alter von
66 Jahren in der Haft, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung
hätte kommen können.
[3][In den jüngst vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten aus
den Epstein-Akten] finden sich Berichten mehrerer Medien zufolge Hinweise
darauf, dass Epstein zwischenzeitlich mehr als 40 Konten bei der Deutschen
Bank führte und einen Großteil seines Vermögens dort verwahrte.
## Forderung nach Offenlegung der Geschäftsverbindung
Die Bild-Zeitung zitierte am Samstag den Vizepräsidenten der Deutschen
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), den Frankfurter Rechtsanwalt
Klaus Nieding, mit der Forderung an die Deutsche Bank, Finanzunterlagen zur
Geschäftsverbindung mit Epstein offenzulegen: „Die Vorlage dieser
Unterlagen und eine eindeutige und schonungslose Offenlegung der
seinerzeitigen Geschäftsverbindung ist auch eindeutig vor der
Präsenz-Hauptversammlung der Bank am 28. Mai 2026 erforderlich, um einen
Reputationsschaden durch die Gerüchteküche zu vermeiden.“
Die Deutsche Bank betonte auf Anfrage, unmittelbar nach Epsteins Verhaftung
im Juli 2019 habe das Institut die zuständigen Behörden kontaktiert und
ihre volle Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten. „Die Deutsche Bank
hat das Thema in Absprache mit den Aufsichtsbehörden aufgearbeitet und ist
die Probleme systematisch angegangen“, sagte der Sprecher des Dax-Konzerns.
Seither habe die Bank „substanziell in Schulungen, Kontrollen und in die
Verbesserung ihrer operativen Prozesse investiert und ihre Kontrollen zur
Bekämpfung von Finanzkriminalität erheblich verstärkt“. Der
Deutsche-Bank-Sprecher bekräftigte: „Wir bedauern unsere damalige
Geschäftsbeziehung zu Epstein zutiefst. Die Deutsche Bank hat aus diesem
Fehler gelernt.“
Ähnlich hatte sich im Juli 2020 der seit April 2018 amtierende
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem CNBC-Interview geäußert: Die
Bank habe „ihre Lektion gelernt“ und es seien „natürlich auch personelle
Konsequenzen gezogen worden“, sagte Sewing in dem Interview des
US-TV-Senders.
9 Feb 2026
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