# taz.de -- Vor dem US-Kongress: Bill und Hillary Clinton sagen zum Epstein-Skandal aus
> Die Clintons sagen vor dem US-Kongress aus. Die Anhörung wird nicht
> öffentlich sein. Von Epsteins Verbrechen wollen sie nichts gewusst haben.
(IMG) Bild: Hillary Clinton wirft den Republikanern Vertuschung vor
dpa | In der politischen Aufarbeitung des [1][Skandals um Sexualstraftäter
Jeffrey Epstein] wird eine Aussage der früheren Außenministerin Hillary
Clinton vor dem US-Parlament erwartet. Zunächst wird die 78-Jährige am
Donnerstag unter Eid aussagen, bevor am Freitag ihr Ehemann und
Ex-Präsident Bill (79) befragt wird. Damit wird die frühere Führungsspitze
des Landes in den Fall einbezogen.
US-Medien zufolge werden sie nicht im Kongress in Washington, sondern per
Videoschalte befragt werden. Es handelt sich voraussichtlich um
geschlossene Sitzungen, weshalb unklar ist, wie viel davon nach außen
dringen wird.
Epstein betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen
und Minderjährige zum Opfer fielen. Der New Yorker Finanzier hatte beste
Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer Länder.
Er starb 2019 in seiner Gefängniszelle, noch bevor es zu einer weiteren
Verurteilung hätte kommen können – laut Obduktionsbericht beging er Suizid.
Der Fall war schon viele Jahre davor vor Gericht verhandelt worden. Den
Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als
unbefriedigend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der
Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt.
## Streit zwischen Demokraten und Republikanern
Hillary und Bill Clinton hatten sich monatelang geweigert, im US-Kongress
zur Untersuchung des Epstein-Falls auszusagen. Die Demokraten warfen dem
republikanischen Vorsitzenden des zuständigen Aufsichtsausschusses des
Repräsentantenhauses, James Comer, vor, ein politisch motiviertes Verfahren
zu betreiben. Dass sie Anfang Februar doch einer Aussage zustimmten, führte
US-Medienberichten zufolge dazu, dass die Republikaner eine Abstimmung über
ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gegen die Clintons absagten.
[2][Bill Clintons Name sowie Bilder] von ihm tauchen in Dokumenten zu den
Epstein-Ermittlungen auf. Eine Nennung bedeutet aber noch nicht, dass sie
sich strafbar gemacht hätten. Der frühere Präsident hat ein Fehlverhalten
im Zusammenhang mit seiner Bekanntschaft mit Epstein wiederholt bestritten.
[3][US-Präsident Donald Trump] unterschrieb im November 2025 das vom
Kongress mit großer Mehrheit beschlossene Gesetz zur Veröffentlichung der
Epstein-Akten. Zuvor hatte sich Trump lange gegen eine Veröffentlichung
ausgesprochen. Immer wieder versucht Trump, die Aufmerksamkeit auf Bill
Clinton zu lenken. Unter anderem behauptete er, dass Clinton auf einer
Privatinsel Epsteins gewesen sei. Beweise dafür legte er nicht vor.
Viele – darunter auch die Clintons selbst – werfen dem Weißen Haus ein
Ablenkungsmanöver vor. Auch Trump selbst wurde immer wieder mit Epstein in
Verbindung gebracht. Immer wieder waren Bilder von Trump und Epstein
aufgetaucht. Auch in den bisher veröffentlichten Akten kommt der
Republikaner vor. Die Trump-Regierung versucht vehement, jede Verbindung
des Präsidenten zu dem Skandal zu vermeiden. Trump selbst bestreitet stets,
über die Taten des Sexualstraftäters Bescheid gewusst zu haben.
26 Feb 2026
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