# taz.de -- Russe wird Vierter im Skiathlon: Irgendwie und halbwegs neutral
       
       > Saweli Korosteljow ist Russe und Vierter im Skiathlon. Dass er eigentlich
       > Bronze hätte bekommen müssen, soll nicht auffallen. Denn er ist
       > Sportsoldat.
       
 (IMG) Bild: Neutraler Vierter: Saweli Korosteljow beim Skiathlon
       
       Viel ist nicht bekannt in der nichtrussischen Sportwelt über Saweli
       Korosteljow, den russischen Langläufer, der am Sonntag um ein Haar als
       sogenannter Neutraler eine Medaille gewonnen hätte. Vierter ist der
       22-jährige Russe im Skiathlon geworden, bei dem zunächst 10 Kilometer
       klassisch gelaufen und dann noch einmal 10 Kilometer geskatet werden.
       
       Das letzte Mal international aufgefallen war er im Februar 2022. Da war er
       18. Als gerade die russische Armee die Grenze zur Ukraine überschritt,
       gewann er über 10 Kilometer klassisch bei der Junioren-WM in Norwegen. Es
       folgte der Ausschluss russischer Skifahrer aus allen Wettbewerben des
       internationalen Skiverbands.
       
       Auch unter neutraler Flagge, so wie es das IOC den Sportverbänden geraten
       hatte, durfte Korosteljow nicht antreten. Erst eine erfolgreiche Klage vor
       dem internationalen Sportschiedsgericht [1][Cas] bescherte ihm im Dezember
       die Möglichkeit, sich im Weltcup für Olympia zu qualifizieren. Bis dahin
       lief er vor allem in Russland. Dabei distanzierte er ein ums andere Mal
       Alexander [2][Bolschunow], der bei den Spielen in Peking dreimal Gold
       gewonnen hatte und als einziger Langläufer galt, der es mit dem
       norwegischen Heros Johannes Klæbo aufnehmen kann.
       
       Der gewann das Rennen in Tesero, bei dem Korosteljow Vierter wurde. Aber
       hätte der nicht eigentlich Dritter werden müssen? Silbermedaillengewinner
       Mathis Desloges aus Frankreich hatte versehentlich kurzzeitig die Strecke
       verlassen. Doch die Jury wollte ihn deswegen nicht disqualifizieren. Ein
       Protest blieb folgenlos. In der russischen Sportpresse wundert man sich
       darüber nicht. Wenn es gerecht zugehen würde im Sport, hätte Korosteljow
       nun Bronze, [3][kommentierte der Sport-Express].
       
       Vielleicht ist es für Korosteljow ja ganz gut, dass sein Name nun weiter im
       Schatten bleibt. Sonst gäbe es bestimmt heftige Diskussionen um seine
       Teilnahmeberechtigung. [4][Die ukrainische Rechercheplattform Molfar] hatte
       nämlich einen Artikel [5][auf der Website des russischen Armeesportklubs
       ZSKA] ausgegraben, in dem er als Sportsoldat bezeichnet wurde. Als solcher
       hätte er kein Startrecht als Neutraler. In aktuellen
       Mitgliederverzeichnissen der ZSKA-Klubs ist sein Name nicht zu finden.
       
       9 Feb 2026
       
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 (DIR) [2] /Russlands-Rueckkehr-in-den-Weltsport/!6138776
 (DIR) [3] https://www.sport-express.ru/olympics/winter/skiing/reviews/lyzhnye-gonki-olimpiada-2026-sudi-otklonili-protest-rossii-na-rezultat-matisa-delozha-v-skiatlone-reakciya-i-slova-natali-korostelevoy-klebo-i-delozha-2397187/
 (DIR) [4] https://www.molfar.institute/en/
 (DIR) [5] https://cska.ru/news/24304
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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