# taz.de -- Debatte um abgesagte Lesung: Krah, krah, krah
       
       > Der AfD-Politiker Maximilian Krah darf auf der Leipziger Buchmesse nicht
       > auftreten. Was steht in seinem angeblich unpolitischen Debütroman?
       
 (IMG) Bild: Wir müssen leider draußen bleiben: AfD-Literat Maximilian Krah
       
       Es ist natürlich mitnichten ein unpolitisches Buch, wie im Vorfeld
       vorgebracht, „Die Reise nach Europa“, wäre es auch dann nicht, wenn nicht
       der Name des rechtsradikalen AfD-Politikers Maximilian Krah auf seinem
       Cover prangte.
       
       Die Ausgangslage des Romans um einen entwurzelten Juristen ist eindeutig,
       Dekadenz und Moderne werden aufs Tapet gebracht und ausgerechnet dem
       aktuell [1][durch Vergewaltigungsvorwürfe etwas in Misskredit geratenen
       europäischen Adel] wird hier nachgetrauert. Sudeten- und Baltendeutsche
       sprechen, dazu kommen ein paar gut gesetzte Provokationen und langatmige
       historische Auslassungen. Das lese, wer wolle. Über Krah, der gern mit
       SS-Verharmlosungen auffällt, [2][sind bereits genügend Abgründe bekannt,]
       als dass die Europareise noch Empörungspotenzial böte.
       
       Krah und sein Protagonist teilen einige biografische Details, daher fühlt
       sich Ersterer wohl genötigt, auf der ersten Seite festzuhalten: Ich bin das
       nicht. Schade eigentlich, womöglich wäre Europa besser dran, wäre Krah bloß
       ein Rechtsanwalt mit Minderwertigkeitskomplex.
       
       Wäre Krah nicht, wer er ist, würde über den Roman allerdings auch kaum
       jemand reden. Der Wiener Castrum Verlag ist ein Kleinverlag, der bevorzugt
       Autoren verlegt, [3][die man in der Szene vielleicht als Grenzfälle
       einstuft.] Den Incel-Flüsterer Sebastian Schwaerzel etwa, der die
       Zuschreibung rechts ablehnt.
       
       ## Kostenlose Promo
       
       Nun hat die Leipziger Buchmesse also die Veranstaltung des Verlags mit Krah
       abgesagt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken – was nicht überrascht, denkt
       man an [4][die Tumulte am Antaios-Stand auf der Frankfurter Buchmesse 2017]
       zurück. Auf einige Linke mit Tomaten in der Tasche hätte man auch in
       Leipzig wohl zählen können.
       
       Krah sieht sich gecancelt, kann so ausgiebig Promo machen für seinen bald
       erscheinenden Roman. Auch die Rechten können werben für ihre eigene
       Buchmesse, [5][die im November erstmals in Halle stattfand] und wo
       auftreten durfte, wer nur verschmitzt genug den Holocaust infrage stellte.
       
       Man kann das ironisch finden, dass Rechtsradikale wie Krah die Beschneidung
       ihrer Rechte beklagen, während sie in ihren Parteiprogrammen die
       Beschneidung der Rechte von Millionen fordern. Vor allem tut sich in der
       Causa jedoch das alte journalistische Problem auf: Auch schlechte Werbung
       ist Werbung.
       
       20 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Julia Hubernagel
       
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