# taz.de -- Spitze der Linkspartei: Ehling will weitermachen
       
       > Nach Ines Schwerdtner und Jan van Aken kündigt jetzt auch
       > Bundesgeschäftsführer Janis Ehling an, beim Parteitag im Juni wieder
       > anzutreten.
       
 (IMG) Bild: Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling bei einer Wahlveranstaltung in Baden-Württemberg (20. 9. 2025)
       
       Der Wahlerfolg bei der Bundestagswahl, kontinuierliche Umfragewerte um die
       10 Prozent und ein anhaltender Mitgliederzuwachs: Mit einiger Zufriedenheit
       schaut die derzeitige Linken-Spitze auf ihre im Sommer zu Ende gehende
       Amtszeit. Nach den beiden Vorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken
       kündigt jetzt auch Bundesgeschäftsführer Janis Ehling an, beim kommenden
       Parteitag im Juni in Potsdam wieder anzutreten.
       
       Angesichts wichtiger bevorstehender Wahlen müsse die Partei „noch viel mehr
       Menschen als bisher“ erreichen, sagte Ehling der taz. Dafür brauche es ein
       gut eingespieltes und führungsstarkes Team. „Das ist auch der Grund, warum
       ich erneut als Bundesgeschäftsführer antreten werde, um gemeinsam mit Ines
       und Jan die Projekte der nächsten Zeit anzugehen“, sagte der 41-jährige
       gebürtige Rostocker.
       
       „Unser Einsatz gegen Heizkosten-Abzocke durch Vermieter, die freiwillige
       Begrenzung unserer eigenen Gehälter und der starke Mitgliederzuwachs haben
       der Partei Schwung gegeben – nach innen wie nach außen“, so Ehling. „Daran
       wollen wir anknüpfen.“ Schwerdtner und van Aken hatten bereits [1][Ende
       Januar mitgeteilt, wieder zu kandidieren].
       
       Wie die beiden Vorsitzenden wurde auch Ehling [2][im Oktober 2024 in die
       Parteiführung gewählt]. Damals sah es noch düster für die Linke aus: In den
       Umfragen um die 3 Prozent, gab kaum jemand mehr einen Pfifferling auf sie.
       An einen Wiedereinzug in den Bundestag glaubten höchstens noch ganz
       Hartgesottene. Im Rückblick erscheint der damalige Parteitag im
       sachsen-anhaltinischen Halle als ein Wendepunkt. Seitdem verzeichnete die
       Partei mehr als 76.600 Neueintritte und [3][zählt inzwischen mehr als
       123.000 Mitglieder]. Bei der Bundestagswahl schaffte sie mit 8,8 Prozent
       ein sensationelles Comeback.
       
       Ehling hat seinen Anteil an dem Aufschwung – anders als Schwerdtner und van
       Aken oder Fraktionschefin Heidi Reichinnek allerdings vor allem hinter den
       Kulissen. Sein Platz ist der Maschinenraum im Karl-Liebknecht-Haus, der
       Berliner Parteizentrale. Von dort organisiert er derzeit auch als
       Vorsitzender der Programmkommission die Arbeit an einem neuen
       Grundsatzprogramm. Es soll das in die Jahre gekommene Erfurter Programm von
       2011 ablösen.
       
       „Nach fast 15 Jahren müssen unsere Positionen auch mal auf den Prüfstand“,
       so Ehling. „Die Zeiten haben sich geändert, und wir müssen darauf Antworten
       geben.“ Mit den vielen neuen Mitgliedern stünde die Partei dabei vor einem
       spannenden inhaltlichen Prozess. Die Erarbeitung des neuen Programms soll
       bis Ende 2027 abgeschlossen sein und in einem Mitgliederentscheid münden.
       
       Zunächst jedoch hofft die Linke, im März erstmalig auch in die [4][Landtage
       von Baden-Württemberg] und Rheinland-Pfalz einzuziehen. Bei der Berlin-Wahl
       im September hat die Partei sogar Aussichten, stärkste Partei zu werden.
       Mit Blick auf Umfragewerte für die AfD weniger zuversichtlich schaut Ehling
       auf die ebenfalls im September stattfindenden Wahlen in
       Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. „Als Kind der
       Baseballschlägerjahre macht mir das Erstarken der Rechten große Sorgen“,
       sagte er. „Ich weiß genau, was auf dem Spiel steht.“
       
       9 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Pascal Beucker
       
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