# taz.de -- Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi: Überschaubare Ergebnisse
       
       > Die sogenannten Friedensgespräche in Abu Dhabi sehen zunächst positiv
       > aus. Aber tatsächlicher Frieden in der Ukraine bleibt in weiter Ferne.
       
 (IMG) Bild: An einem Tisch und doch so weit auseinander: die Delegationen der USA, Russland und Ukraine
       
       Ein belastbares positives Ergebnis gibt es nach dem Abschluss der
       zweitägigen „konstruktiven“ Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi zu vermelden:
       Moskau und Kyjiw haben sich auf einen [1][Austausch von Kriegsgefangenen]
       geeinigt. Insgesamt 314 Menschen sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Allein
       unter humanitären Gesichtspunkten ist das ein Erfolg – und macht, fünf
       Monate nach der letzten derartigen Aktion, Hoffnung auf mehr.
       
       Ansonsten ist die Ausbeute der jüngsten Verhandlungen unter Vermittlung der
       USA jedoch eher überschaubar. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass
       die Prioritäten von US-Präsident Donald Trump derzeit andere sind als
       schnelle Fortschritte auf dem Weg zu einem Friedensabkommen für die
       Ukraine. Das betrifft nicht nur eine Neuverhandlung des gerade
       [2][ausgelaufenen New-START-Vertrage]s möglichst unter Einbeziehung Chinas,
       sondern auch die Wiederaufnahme des Militärdialogs mit Moskau. Hinzu kommen
       glasklare wirtschaftliche Interessen Washingtons in Russland, deren
       Durchsetzung eine erfreuliche Begleiterscheinung verbesserter bilateraler
       Beziehungen sein könnten.
       
       Trump haben die Menschen in der Ukraine noch nie interessiert. Vielmehr
       scheint das Land für ihn zu einem lästigen Wurmfortsatz geworden zu sein,
       dessen es sich zu entledigen gilt. Doch das dürfte so einfach nicht werden.
       Eine Annäherung bei der Frage von freiwilligen [3][Gebietsabtretungen im
       Donbass an Russland] ist genauso wenig in Sicht wie Sicherheitsinteressen
       für Kyjiw, die diesen Namen verdienen. Russische Staatsmedien vermeldeten
       dieser Tage, dass der Kreml nicht nur die kampflose Überlassung von Städten
       wie Kramnatorsk fordert. Vielmehr sollen die beteiligten
       Verhandlungspartner die betroffenen Gebiete als Teil der Russischen
       Föderation anerkennen.
       
       Ob da etwas dran ist – wer weiß das schon. Parallel zu den diplomatischen
       Bemühungen lässt Wladimir Putin die Ukraine fortgesetzt mit Drohnen und
       Raketen angreifen. So sieht sein Wille zum Frieden aus. Immerhin: Eine
       weitere Gesprächsrunde ist avisiert – vielleicht in den USA. Die Hoffnung
       stirbt bekanntlich zuletzt – dafür aber Menschen in der Ukraine. Und das
       Tag für Tag.
       
       6 Feb 2026
       
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 (DIR) Barbara Oertel
       
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