# taz.de -- Die Woche geht rutschig zu Ende: Kaum Menschen unterwegs
       
       > Nahezu überall bleibt es gefährlich glatt. Aber die Tram fährt. Doch
       > Flieger heben nicht ab. Und Strom fällt aus. Immerhin kommen die Kraniche
       > wieder.
       
 (IMG) Bild: Da bleibt Berlin lieber zu Hause …
       
       Die gute Nachricht: Die [1][Straßenbahn] fährt. An diesem frühen
       Freitagmorgen ist die M10 erstaunlich leer – und sogar pünktlich. Auch alle
       anderen Bahnen danach sollen laut Fahrplan kommen. Selbst die U5, in den
       letzten Tagen immer wieder unregelmäßig fahrend, ist im Takt unterwegs.
       
       Dem Weg in die taz steht nichts im Wege – wenn die vereisten Gehsteige
       nicht wären. Ein schwieriger, mitunter gefährlicher Gang. Hier und da sind
       die Vermieter ihrer Räum- und Streupflicht mit Splitt, selten mit Sand,
       nachgekommen, doch meist ist die hauchdünne Eisschicht allüberall so früh
       am Morgen einfach superglatt. Auffällig ist, dass viel weniger Menschen als
       für einen normalen Freitag auf Berlins Straßen unterwegs sind. Auch viele
       ältere Mitmenschen bleiben in diesen Tagen aus Angst vor Stürzen lieber
       daheim.
       
       Der [2][FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland] ruft am Montag (9.
       Februar) um 11 Uhr zu einer Demonstration vor dem Verkehrssenat Am
       Köllnischen Park 3 auf, um gegen das allgemeine Fußverkehrs-Chaos und das
       aktuelle Glätte-Chaos zu protestieren.
       
       [3][Der Einsatz von Tausalz auf Berlins Straßen] wurde am Mittwoch wieder
       verboten. Das hatte das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren
       entschieden, nach dem der Naturschutzbund Nabu geklagt hatte. Die von der
       Senatsumweltverwaltung erlassene Allgemeinverfügung ist damit außer Kraft
       gesetzt. Diese hatte Privatpersonen erlaubt, Tausalz zur Beseitigung von
       Eis und Schnee einzusetzen. Die Stadtreinigung BSR hingegen darf Tausalz
       auch weiterhin gemäß der im Straßenreinigungsgesetz vorgesehenen Ausnahmen
       verwenden.
       
       Die BSR verteilt auch weiterhin kostenlosen Splitt. Die Abholung ist an
       sieben Standorten möglich, wie die BSR mitteilt ([4][Hilfsangebot der BSR
       für private Anlieger:innen mit Streumitteln]): am heutigen Freitag von
       8 bis 16 Uhr, am Samstag von 8 bis 13 Uhr, und dann am Montag wieder von 8
       bis 16 Uhr – doch nur, solange der Vorrat reicht.
       
       ## Weiter ungemütliches Winterwetter
       
       Das ungemütliche Winterwetter lässt Berlin und Brandenburg nicht los.
       Schnee und Regen in Verbindung mit Werten um den Gefrierpunkt sorgen laut
       Deutschem Wetterdienst (DWD) weiterhin für rutschige Straßen. Eine neue
       Unwetterwarnung gilt demnach für große Teile Berlins und Brandenburgs. Nur
       in den südlichsten Teilen der Hauptstadtregion sei die Glatteisgefahr
       niedriger.
       
       Die schlechte Nachricht: Bis zum Start in die neue Woche bleibt das Wetter
       nass. Bei leichten Plusgraden von bis zu vier Grad gibt es am Samstag und
       Sonntag einen Wechsel aus Schneegeriesel, Schneeregen und Sprühregen. Vor
       allem am Morgen sowie in der Nacht kann dieser laut DWD [5][überfrieren und
       zu Glätte führen]. Dennoch soll sich die Lage langsam entspannen, wie es
       hieß. In der neuen Woche wird es wieder kälter, dafür aber auch trockener.
       
       ## Nicht abgehoben
       
       Pech hatte Berliner:innen, die dem Winterwetter entfliehen wollten. Am
       Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld konnten auch am frühen Freitagmorgen
       – pünklich zum Ende der Winterferien – vorerst keine Maschinen starten.
       „Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen sind aktuell keine Starts
       und Landungen am BER möglich“, teilte eine Sprecherin des Flughafens mit.
       Der Winterdienst der Flughafengesellschaft habe die Flugbetriebsflächen die
       gesamte Nacht über mit Enteisungsmittel behandelt, aber ohne Erfolg, sie
       seien spiegelglatt. Wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden könne,
       sei aktuell unklar.
       
       „Zum Schutz von Passagieren und Mitarbeitenden ist der Flugbetrieb
       vorübergehend eingestellt. Passagiere werden gebeten, ihren Flugstatus vor
       Anreise regelmäßig zu prüfen“, führte die Sprecherin aus. Aufgrund von
       Blitzeis waren bereits am Donnerstagabend keine Starts und Landungen
       möglich.
       
       Sobald der Betrieb wieder aufgenommen werde, könnten die Airlines in der
       Regel entscheiden, ob der Flug noch heute stattfindet, ausfällt oder
       verschoben wird, erklärte Sprecherin. Wann der Betrieb wieder aufgenommen
       werden soll, ließ sie jedoch offen. „Die Fluggäste werden gebeten, ihren
       Flugstatus zu prüfen.“
       
       ## 2.200 Haushalte ohne Strom
       
       Im Berliner Nordosten hat es am Freitagmorgen einen Stromausfall gegeben –
       das weckt bei etlichen Betroffenen schnell üble Assoziationen an den
       [6][tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten aus Sabotagegründen].
       Aber dieser Fall liegt wohl anders und dürfte bereits behoben sein.
       
       „Wir haben aktuell eine Störung in Friedrichshain und Prenzlauer Berg“,
       sagte ein Sprecher vom Betreiber Stromnetz Berlin. Rund 2.200 Haushalte und
       135 Gewerbekunden zwischen der Greifswalder Straße und der Landsberger
       Allee seien betroffen. Nach Angaben des Betreibers soll die Störung bis
       8.30 Uhr behoben sein. Zur Ursache sagte der Sprecher zunächst nichts.
       
       ## Kraniche kehren in Brutreviere zurück
       
       Dennoch liegt ein zarter Hauch von Frühlingsahnung in der Luft. Denn der
       Frühjahrszug der Kraniche hat begonnen, während wir Menschen in Berlin und
       Brandenburg noch bibbern. Tausende Kraniche kehren aus ihren
       Winterquartieren zurück. „Mindestens 10.000 Kraniche sind schon unterwegs“,
       sagte Nabu-Sprecher Helge May der Deutschen Presse-Agentur. Sichtungen gab
       es demnach etwa in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
       Mal sehen, wann die ersten Tiere auch in unserer Region ankommen.
       
       Auf einen Zugstau – bei dem die Tiere vor dem Weiterflug in kältere
       Regionen abstoppen – deute derzeit nichts hin. „Es ist der Beginn des
       echten Frühjahrszugs in die Brutreviere“, sagte May. Demnach dürften in den
       kommenden drei bis vier Wochen insgesamt rund [7][400.000 Kraniche]
       zurückkommen, vor allem aus Spanien und Portugal, aber auch aus
       verschiedenen Teilen Frankreichs. Bis nach Nordafrika zögen Kraniche – über
       Westeuropa – schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr.
       
       Doch die Angst fliegt mit: Nach einem Abflauen der Vogelgrippe in
       Deutschland könnte das Infektionsgeschehen nach Ansicht von Experten
       demnächst wieder anziehen. Grund sei unter anderem der Frühjahrszug der
       Zugvögel, sagte Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut bei Greifswald.
       
       Indessen sind bereits zahlreiche Kraniche, Schwäne und andere Wasservögel
       in Berlin an der Vogelgrippe gestorben. Zuletzt wurden 14 Wildvögel im
       Landeslabor Berlin-Brandenburg positiv auf das Virus getestet, wie die
       Verbraucherschutzverwaltung mitteilt. (mit dpa)
       
       6 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [5] /Eisregen-in-Berlin/!6148755
 (DIR) [6] /Krisenkommunikation-des-Berliner-Senats/!6140230
 (DIR) [7] /Vogelsterben-in-Brandenburg/!6122199
       
       ## AUTOREN
       
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       Angreifbarkeit.