# taz.de -- Aus für Antidiskriminierungsberatung: Der Bund ist schuld
> Brandenburgs Landesregierung erklärt, warum die
> Antidiskriminierungsberatung des Landes schließen muss. Der Bund habe die
> Co-Finanzierung eingestellt.
(IMG) Bild: Bei der Wohnungssuche gibt es viel Diskriminierung. Betroffene, die Hilfe brauchen, haben in Brandenburg keine Anlaufstelle mehr
Nach der Kritik am Aus für die Antidiskriminierungsberatung des Landes
Brandenburg hat die Landesregierung die Entscheidung erklärt.
„Zusammengefasst liegt der Grund also im Wegfall der Bundesmittel“, sagte
eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Dass es keine Bundesmittel
mehr geben solle, sei eine Entscheidung der Bundesregierung. Bisher hatte
der Bund demnach einen Großteil der Kosten getragen.
[1][Wegen der Schließung der Beratungsstelle hatte es von mehreren Seiten
deutliche Kritik gegeben]. „Menschen, die in Brandenburg wegen einer
Behinderung, ihres Alters, Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität
benachteiligt werden, haben ab heute keine unabhängige Fachberatung mehr“,
sagte Birgit Peter, Leiterin der Antidiskriminierungsberatung Brandenburg.
Die Landesregierung habe es versäumt, „diese wichtige Unterstützung zu
sichern“.
„Wer Diskriminierung erlebt, braucht Schutz, Unterstützung und verlässliche
Strukturen“, fügte Judith Porath, Geschäftsführerin des Trägervereins
Opferperspektive, an. Das Aus für die allgemeine
Antidiskriminierungsberatung bedeute einen „massiven Rückschritt“ für die
Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit im Land Brandenburg. (dpa)
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) hatte die
Entscheidung, die Stelle wegfallen zu lassen, zuletzt ebenfalls erklärt.
„Wir hätten die Kofinanzierung für dieses Jahr sichergestellt, das wären
25.000 Euro gewesen“, sagte sie dem Rbb. „Aber wenn die Bundesmittel nicht
kommen, können wir nicht 260.000 Euro alleine bezahlen. Das ist in der
momentanen wirtschaftlichen Lage so nicht möglich.“
Seit 2009 leistete die Antidiskriminierungsberatung professionelle Beratung
und Unterstützung für Menschen, die Diskriminierung erleben. Zunächst war
das Angebot auf Fälle rassistischer Diskriminierung beschränkt. Ab 2023
wurde die Stelle auf alle Diskriminierungsmerkmale des Allgemeinen
Gleichbehandlungsgesetzes ausgeweitet.
5 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Diskriminierung-in-Brandenburg/!6132366
## TAGS
(DIR) Antidiskriminierungsstelle
(DIR) Diskriminierung
(DIR) Brandenburg
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Brandenburg
(DIR) Gleichbehandlungsgesetz
(DIR) Wahlen in Ostdeutschland 2024
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Diskriminierung in Brandenburg: Beratungsstelle für Betroffene will weiter arbeiten dürfen
Weil das Land Brandenburg das nötige Geld verweigert, kann die
Antidiskriminierungsberatung keine Fälle mehr annehmen. Im Januar droht die
Schließung.
(DIR) Diskriminierung in Deutschland: Lückenhaftes Gleichbehandlungsgesetz
Der Antidiskriminierungsverband verzeichnete 2.600 Fälle für das Jahr 2023.
Die Beratungsstellen sehen Reformbedarf beim Gleichbehandlungsgesetz.
(DIR) Antidiskriminierungsarbeit auf dem Land: Ohne Geld und Gewissheit
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman hat vor den Landtagswahlen
Beratungsstellen besucht. Diese stehen künftig vor großen Fragen.