# taz.de -- Facharzt-Termine: Gesetzlich Versicherte müssen länger warten
       
       > Gesetzlich Versicherte müssen offenbar länger auf einen Termin beim
       > Facharzt warten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor.
       
 (IMG) Bild: Bis zum Termin beim Facharzt hilft Warten. Und Teetrinken
       
       epd | Gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland müssen nach Angaben des
       Bundesgesundheitsministeriums offenbar länger auf einen [1][Termin bei
       einem Facharzt] warten. Laut einer Versichertenbefragung betrug die
       Wartezeit für Patienten in Facharztpraxen im Jahr 2024 im Schnitt 42 Tage,
       wie aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der
       Linken-Bundestagsfraktion hervorgeht. 2019 waren es demnach noch 33 Tage
       gewesen. Über die Anfrage der Linken hatte zunächst die Düsseldorfer
       Rheinische Post berichtet.
       
       Die Daten erfassten Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV),
       die mindestens einen Tag auf Facharzttermine gewartet haben. Zählt man bei
       der Statistik diejenigen Patientinnen und Patienten hinzu, die die
       Facharztpraxis am selben Tag wie [2][den Hausarzt aufsuchten], lag die
       durchschnittliche Wartezeit auf einen Facharzttermin im Jahr 2024 bei 36
       Tagen.
       
       Nach Erkenntnissen des Ministeriums [3][vermittelten Hausärztinnen und
       Hausärzte] zwischen 2020 und 2022 jeweils etwa 476.000 bis 583.000 Termine
       bei Fachärzten, im Jahr 2023 waren es rund 2,54 Millionen Facharzttermine.
       Hintergrund dieses deutlichen Anstiegs waren demnach Anpassungen im
       Terminservice- und Versorgungsgesetz, die darauf abzielten, die Wartezeiten
       für Patienten zu verkürzen und die Vermittlung über den Hausarzt oder die
       [4][Terminservicestelle (116 117)] für Fachärzte zu forcieren.
       
       ## Ausgaben für offene Sprechstunden sind deutlich gestiegen
       
       Zugleich sind den Angaben zufolge die jährlichen Ausgaben der gesetzlichen
       Krankenkassen für offene Sprechstunden bei Ärzten gewachsen. Die
       extrabudgetäre Vergütung für Leistungen im Rahmen offener Sprechstunden
       steig demnach im Jahr 2023 auf rund 814 Millionen Euro. 2020 waren es noch
       rund 291 Millionen Euro gewesen. Hintergrund sei, dass bestimmte Ärzte
       mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige
       Terminvereinbarung anbieten müssen, hieß es. Dafür bekämen sie zusätzliches
       Geld in Form einer extrabudgetären Vergütung.
       
       Die Linke im Bundestag kritisierte die Gesundheitspolitik der
       Bundesregierung. „Die Regelungen für eine bessere Versorgung und schnellere
       Termine sind ein Rohrkrepierer. Sie kosten die gesetzlich Versicherten mehr
       Geld bei schlechterer Leistung“, sagte die Sprecherin für ambulante
       Versorgung der Linken, Julia-Christina Stange, der Rheinischen Post. Die
       Bundesregierung müsse „endlich durchgreifen“ und prüfen, wie sich die
       medizinische Versorgung „tatsächlich entwickelt“.
       
       4 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Ueberweisung-zum-Facharzt/!6146308
 (DIR) [2] /Geplantes-Primaerarztmodell/!6096569
 (DIR) [3] /Plaene-des-Gesundheitsministeriums/!6149186
 (DIR) [4] https://www.116117-termine.de/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Hausarzt
 (DIR) Bundesministerium für Gesundheit
 (DIR) Gesundheit
 (DIR) Fachärzte
 (DIR) Überweisungen
 (DIR) Kinder
 (DIR) Bundesministerium für Gesundheit
 (DIR) Ärztinnen
 (DIR) Ärztemangel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Bundesgerichtshof untersagt Durchsuchung: Kinderzimmer bleibt auch bei Schulden tabu
       
       Auch wenn Minderjährige der Krankenkasse Beiträge schulden: Deshalb das
       Kinderzimmer zu durchsuchen, verletzt das Grundrecht auf Unverletzlichkeit
       der Wohnung.
       
 (DIR) Geplante Gesundheitsreform: Die Hausärztin als Gatekeeper
       
       Zuerst zum Hausarzt, dann zum Facharzt: Das plant das
       Gesundheitsministerium mit dem Primärversorgungssystem. Dafür startet jetzt
       ein Dialogverfahren.
       
 (DIR) Überweisung zum Facharzt: „Dringlichkeit“ ist das neue Normal
       
       Facharzttermine: Für Ärzt:innen bringen sie Zuschläge, für Krankenkassen
       nur Mehrkosten - und die Wartezeiten bleiben gleich.
       
 (DIR) Geplantes Primärarztmodell: Ist da wirklich was, Frau Doktor?
       
       Die Bundesregierung plant, dass Patient:innen künftig zuerst
       Hausärzt:innen aufsuchen müssen. Würde das den Kampf um Facharzttermine
       erleichtern?