# taz.de -- Mandelson-Affäre in Großbritannien: Oberhausmandat legt er nieder, Unterhose behielt er an
       
       > New-Labour-Guru Peter Mandelson gerät durch neue Epstein-Enthüllungen
       > abermals in Erklärungsnot – und mit ihm Großbritanniens Labour-Regierung.
       
 (IMG) Bild: Lord Mandelson, hier ausschließlich mit unverfänglichen Körperteilen
       
       Die neueste Entblößung aus dem Mailarchiv des verstorbenen pädophilen
       Sexualtäters und Finanziers Jeffrey Epstein bringt die britische Regierung
       von Labour-Premierminister Keir Starmer in starke Bedrängnis von
       unerwarteter Seite: ein Foto von Peter Mandelson in Unterhose in Epsteins
       New Yorker Wohnung.
       
       Der „Prinz der Finsternis“, wie man den heute 72-jährigen [1][Peter
       Mandelson] zu den Zeiten der letzten Labour-Regierung von Tony Blair und
       Gordon Brown nannte, wirft offenbar immer noch seinen Schatten über die
       Labour-Partei.
       
       Früher war er eine zentrale Figur des „New Labour“-Projekts, aber er sorgte
       regelmäßig für Skandale und musste zweimal von Ministerämtern zurücktreten.
       Trotzdem wurde er schon damals ins Oberhaus (House of Lords) erhoben und im
       Februar 2025 ernannte Keir Starmer, der sich auf zahlreiche
       New-Labour-Figuren stützt, Lord Mandelson zum neuen britischen
       US-Botschafter.
       
       Bereits im September [2][musste Mandelson wieder entlassen werden] – schon
       damals wegen Veröffentlichungen aus dem Epstein-Archiv, wonach er die erste
       Verurteilung Epsteins wegen Sexualdelikten an einer Minderjährigen
       kritisiert und Epstein weiterhin als Freund bezeichnet hatte.
       
       ## Staatsgeheimnisse an Epstein verraten
       
       Seit Montag läuft nach den neuesten Enthüllungen eine polizeiliche
       Ermittlung gegen Mandelson, nach entsprechenden Forderungen der
       Oppositionsparteien Reform UK und SNP (Schottische Nationalpartei). Denn er
       hat demnach noch als Minister regelmäßig interne Regierungsinformationen
       und Staatsgeheimnisse an Epstein weitergeleitet. In weiser Voraussicht
       hatte Mandelson am Sonntagabend seine Labour-Parteimitgliedschaft
       niedergelegt.
       
       Die Dokumente beinhalten außerdem Kontoauszüge Epsteins aus den Jahren 2003
       und 2004. Sie zeigen Überweisungen an Mandelson in Gesamthöhe von 75.000
       US-Dollar. Mandelsons heutiger Ehemann erhielt 2009 und 2010, als Mandelon
       Wirtschafts- und Handelsminister war, umgerechnet 12.000 Euro für einen
       Ausbildungskurs in Osteopathie. Zur selben Zeit schickte Mandelson ein
       internes Regierungsmemorandum an Epstein über den geplanten Verkauf von
       staatlichen Vermögenswerten. Eine weitere E-Mail aus dem Jahr 2009 enthält
       regierungsinterne Vorschläge zur Handhabung der damaligen globalen
       Finanzkrise. Ob sie von Mandelson stammt, ist unklar, denn der Absender ist
       vertuscht.
       
       Weiter bestätigte Mandelson 2010 gegenüber Epstein ein 500 Milliarden Euro
       großes Rettungspaket der EU einen Tag im Voraus. Zwei Jahre später gab
       Mandelson Epstein privilegierte Informationen zum nächsten Chef der
       Barclays Bank, fünf Tage vor der offiziellen Bestätigung.
       
       Am Dienstag nachmittag gab Mandelson bekannt, dass er seinen Sitz im
       Oberhaus niederlegt. Darren Jones, der britische Minister für
       interministerielle Beziehungen, hatte Mandelson einen zu verachtenden
       Kriminellen genannt und ein Gesetz in Aussicht gestellt, dass den
       Mandatsentzug bei schweren Verstößen gegen die parlamentarischen Regeln
       vereinfacht.
       
       ## Gordon Brown und sein Pseudonym
       
       Ex-Premier Gordon Brown, unter dem Mandelson von 2008 bis 20010 als
       Minister diente, hatte die Regierung Starmer schon im September 2025
       gebeten, die damalige Kommunikation zwischen Epstein und Mandelson explizit
       bezüglich der Informationen über staatliche Vermögensverkäufe zu
       überprüfen. Doch dabei soll nichts gefunden worden sein. Wieso wollte Brown
       schon damals, dass man ausgerechnet dies prüft?
       
       Eine Möglichkeit ist, dass die E-Mail mit dem vertuschten Sender über
       Maßnahmen zur Bankenkrise von Gordon Brown selbst stammt – unter dem
       Pseudonym „John Pond“, das Gordon Brown nachweislich damals in
       Regierungskommunikation nutzte, wenn er seinen eigenen Namen heraushalten
       wollte.
       
       All das wirft nun einen großen Schatten über Labour damals wie heute. Am
       Mittwoch wollen Parlamentarier mehr Regierungsangaben zu Peter Mandelson
       anfordern, etwa was man alles über Mandelson vor seiner Ernennung als
       Botschafter in den USA wusste.
       
       3 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.gov.uk/government/people/peter-mandelson
 (DIR) [2] /Wegen-Epstein-Skandal/!6105461
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
       
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