# taz.de -- Stockende Gebäudesanierung: Teure Kältewelle für Arme
> Der derzeitige Dauerfrost treibt die Heizkosten in die Höhe. Da ist es
> bitter, dass die energetische Sanierung von Gebäuden nicht vorankommt.
(IMG) Bild: Schlecht isoliert: Eisblumen sind eine Indiz für schlecht gedämmte Fenster
Die aktuelle Kältewelle in weiten Teilen Deutschlands kommt viele Menschen
teuer zu stehen – ausgerechnet vor allem jene, die ohnehin wenig haben. Mit
den sinkenden Temperaturen steigen die Heizkosten. Und die sind umso höher,
desto schlechter ein Haus energetisch saniert ist, also keine mehrfach
verglasten Fenster, keine gedämmte Fassade und kein gut isoliertes Dach
hat. Wer in so einem Gebäude lebt, kann noch so sparsam heizen – [1][gegen
das Entweichen der Wärme kann er oder sie wenig tun].
Gerade Menschen mit geringem Einkommen leben öfter in nicht oder schlecht
sanierten Häusern. Für sie sind Minusgrade nicht nur nervig, sondern eine
hohe finanzielle Belastung. Es ist bitter, dass sich daran so schnell
nichts ändern wird. Denn in Deutschland werden trotz Klimakrise immer
weniger Gebäude energetisch saniert, wie gerade veröffentlichte Zahlen von
Branchenverbänden zeigen. Das ist eine schlechte Entwicklung: Nach wie vor
ist der CO2-Ausstoß der Gebäude in Deutschland viel zu hoch.
Die Klimaziele werden verfehlt, wenn die energetische Sanierung im
aktuellen Schneckentempo weitergeht. [2][Gleichzeitig ist angesichts der
hohen Kosten,] die mit einer klimagerechten Modernisierung verbunden sind,
die Zurückhaltung von Immobilienbesitzenden mit wenig Kapital
nachvollziehbar.
Die Bundesregierung sollte sich dem Handlungsbedarf endlich stellen. Im
Moment verhandeln Union und SPD über [3][die Reform des
Gebäudeenergiegesetzes], weil sie das Heizungsgesetz der Ampel „abschaffen“
wollen. Die Regierungsparteien sollten diese Gelegenheit nutzen, um die
Modernisierung der Gebäude zu beschleunigen. Aber nicht, indem sie – wie
Stimmen aus der Union fordern – die Förderung für neue Heizungen senken.
Denn das würde das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor noch
schwieriger machen. Stattdessen müssen sie Eigentümer:innen die
energetische Modernisierung erleichtern. Eine Möglichkeit ist eine höhere
Förderung, die an eine stabile Miete gekoppelt wird, damit die Mieten nicht
noch weiter steigen.
3 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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