# taz.de -- Proteste zu Iran: Viel los im Exil
       
       > Mehrere Demos und eine Videoaktion mit Projektionen auf öffentliche
       > Gebäude prangern die Gewalt des Mullah-Regimes im Iran an.
       
 (IMG) Bild: Auf die Volksbühne und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus haben Aktivist:innen Videos der Proteste im Iran projiziert
       
       Gegen das Regime im Iran sind am Wochenende in Berlin wieder ein paar
       tausend Menschen auf die Straße gegangen. Die größte Veranstaltung fand am
       Samstagnachmittag in Charlottenburg statt. Unter dem Motto „Hilfe für Iran“
       versammelten sich nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen am Kurfürstendamm
       Ecke Joachimsthaler Straße, Teilnehmende schätzten die Zahl weit höher ein.
       Aufgerufen dazu hatten die sogenannten Monarchisten, die sich eine starke
       Rolle des früheren Schah-Sohns Reza Pahlavi für den Iran wünschen.
       
       Videos, die in sozialen Netzen kursieren, zeigen entsprechend ein Meer von
       Iran-Flaggen mit dem Löwenkopf, ein altes Nationalsymbol, das heute
       vielfach als Zeichen des Widerstands gegen die aktuelle Regierung verwendet
       wird. Dazwischen wehen aber auch Israel- und Deutschland-Fahnen.
       Sprechchöre forderten die Rückkehr von Reza Pahlavi, um die Zeit bis zu
       freien Wahlen in Iran zu moderieren. Die Polizei notierte eine „positiv
       europhorische Stimmung“, wie eine Sprecherin am Sonntag der taz berichtete.
       
       Nur wenige hundert Meter weiter am Wittenbergplatz demonstrierten
       zeitgleich linke Exil-Gruppen. Auch ihr Aufruf fordert „Solidarität mit den
       Kämpfen der Menschen im Iran“, richtet sich zugleich aber auch „gegen
       ausländische Militärintervention“. Zu dieser Kundgebung kamen nach
       Polizeiangaben 50 Menschen.
       
       Das Mullah-Regime in Iran hat die Proteste der letzten Wochen mit brutaler
       Gewalt unterdrückt. Menschenrechtsgruppen gehen von mindestens 5.000 Toten
       aus, Schätzungen reichen bis zu 30.000 Toten. Dazu kommen ungezählte
       Verletzte und Verhaftete. Zentrales Element der Unterdrückung sind die
       [1][paramilitärischen Revolutionsgarden; diese hat die EU nach langem
       Zögern am Freitag auf die Terrorliste gesetzt]. US-Präsident Donald Trump
       hat mehrfach ein militärisches Eingreifen angedroht und Truppen in die
       Region verlegen lassen.
       
       In Berlin gelang es am Donnerstagabend etwa zehn Aktivist:innen, auf
       mehrere Gebäude in Mitte Videos der Proteste zu projizieren. Von der
       Volksbühne hatten die Aktivist:innen nach eigenen Angaben die Erlaubnis
       dafür bekommen, weitere Fassaden im Regierungsviertel wurden auf eigene
       Faust „bespielt“. Beim Marie-Elisabeth-Lüders-Haus neben dem Bundestag
       wurde die Aktion von der Polizei beendet.
       
       Für kommenden Samstag, den 7. Februar, ruft eine weitere Gruppe zur
       „Großdemo“ nach Berlin auf – die Volksmudschaheddin. Dass die in ganz
       Europa operierende Organisation mit ihrer kruden Mischung aus Sozialismus
       und Islam hinter dem Demo-Aufruf mit dem Titel „No Shah, No Mullah“ steckt,
       ist für Außenstehende nicht zu erkennen. Hinter der angegebenen Webseite
       [2][apa-ice.org] stünden aber offenkundig die Mudschaheddin, versichert ein
       Kenner der taz.
       
       1 Feb 2026
       
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