# taz.de -- +++ Konflikt zwischen USA und Iran +++: Drohen und zurückrudern
       
       > Irans Führungsriege warnt vor einem regionalen Krieg und erklärt
       > europäische Armeen zu Terrorgruppen. Gleichzeitig fordert sie „den Abbau
       > von Spannungen“.
       
 (IMG) Bild: „Nieder mit den USA“: Ein Propagandaplakat in Teheran
       
       ## Irans oberster Führer warnt USA vor regionalem Krieg
       
       Irans oberster Führer hat im Falle eines US-Angriffs vor einem regionalen
       Krieg gewarnt. „Die Amerikaner sollen wissen: Wenn sie einen Krieg vom Zaun
       brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein“, sagte Ajatollah Ali
       Chamenei der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge.
       
       Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen, sagte der
       Religionsführer, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat.
       „Aber das iranische Volk wird jemandem, der angreift oder Schaden zufügt,
       einen harten Schlag versetzen.“
       
       Zuletzt waren die Sorgen vor einem neuen Krieg wieder gewachsen.
       US-Präsident Donald Trump hat der Staatsführung in Teheran mehrfach mit
       Militärschlägen gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher
       Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten.
       Seit einigen Tagen ist die Rede von neuen Verhandlungen. (dpa)
       
       ## Iran erklärt unter anderem Bundeswehr zur Terrorgruppe
       
       Der Iran hat die Streitkräfte der EU-Mitgliedstaaten zu „terroristischen
       Gruppen“ erklärt. Dies gab der iranische Parlamentspräsident Mohammed
       Bagher Ghalibaf am Sonntag vor dem Parlament in Teheran bekannt. Der Iran
       reagierte damit auf die Entscheidung der EU, die Iranischen
       Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen. Die Europäische Union
       macht die Revolutionsgarden für die Niederschlagung der jüngsten
       Protestbewegung verantwortlich.
       
       Ghalibaf bezeichnete den Schritt der EU als „unverantwortliche Aktion“ und
       erklärte: „Gemäß Artikel 7 des Gesetzes über Gegenmaßnahmen zur Einstufung
       der IRGC als Terrororganisation werden die Armeen der europäischen Länder
       als terroristische Gruppen betrachtet“. Die Ankündigung erschien vor allem
       symbolischer Natur, ihre Folgen waren zunächst unklar.
       
       Das von Ghalibaf zitierte Gesetz war 2019 verabschiedet worden, als die USA
       die Revolutionsgarden als terroristische Organisation eingestuft hatten.
       Die Parlamentssitzung in Teheran fand am 47. Jahrestag der Rückkehr des
       ehemaligen Revolutionsführers Ajatollah Chomenei aus dem Exil statt, der
       1979 die Islamische Republik gegründet hatte.
       
       Die Revolutionsgarden sind der ideologische Arm des iranischen Militärs und
       haben die Aufgabe, die Islamische Revolution gegen innere und äußere
       Gefahren zu verteidigen. (afp)
       
       ## Indien soll kein Öl aus Iran mehr kaufen
       
       Die USA erhöhen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump den Druck auf
       den Iran. Indien werde künftig Öl aus Venezuela beziehen und damit Importe
       aus der Islamischen Republik ⁠vermeiden, ‍sagte Trump am Samstag vor
       Journalisten an Bord ⁠der „Air Force One“ auf dem Weg nach Florida. „Wir
       haben diesen Deal bereits gemacht“, erklärte der Präsident, ohne
       Einzelheiten zu nennen.
       
       Erklärtes Ziel der US-Regierung sind Sanktionen, um die Regierung in
       Teheran im Streit über das Atomprogramm und über die ⁠brachiale
       Niederschlagung von Protesten zum Einlenken zu zwingen. Ölexporte sind die
       wichtigsten Deviseneinnahmen Irans.
       
       Die US-Regierung hatte ⁠in dieser Woche einige Sanktionen gegen die
       venezolanische Ölindustrie gelockert, um den Verkauf von Rohöl ‍zu
       erleichtern. (rtr)
       
       ## Katars Regierungschef reist nach Iran
       
       Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Washington und Teheran ist
       Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman al-Thani am Samstag nach
       Iran gereist. Wie das Außenministerium in Doha mittelte, kam al-Thani, der
       auch Außenminister seines Landes ist, in Teheran mit dem Chef des
       Nationalen Sicherheitsrates des Iran, Ali Laridschani, zusammen. Dieser
       gilt als einer der Architekten der brutalen Niederschlagung von
       Demonstrierenden in Iran. Er habe in dem Gespräch die Unterstützung Katars
       für „alle Bemühungen zum Abbau der Spannungen in der Region“ bekräftigt,
       erklärte sein Ministerium. (afp)
       
       1 Feb 2026
       
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