# taz.de -- Spannungen zwischen USA und Iran: Iranische Medien melden Explosionen
       
       > Vor einem Marinemanöver der Revolutionsgarden wird von mehreren
       > Detonationen im Land berichtet. Die staatliche Nachrichtenagentur
       > dementiert Anschlagsgerüchte, und Trump stößt neue Drohungen aus.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump baut weiter an einer Drohkulisse gegenüber Iran
       
       dpa/rtr | Inmitten wachsender Kriegssorgen haben sich im Iran mehrere
       Explosionen ereignet. Eine wurde von iranischen Medien in der
       Hafenmetropole Bandar Abbas am Persischen Golf gemeldet. Betroffen sei ein
       Wohngebäude in der südlichen Stadt Bandar Abbas, berichtete die iranische
       Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Katastrophenschutz der
       Provinz Hormusgan.
       
       Auch nahe der iranischen Hauptstadt Teheran wurde von Augenzeugen
       mindestens eine Explosion gemeldet. Das iranische Onlineportal Nur News
       berichtete zudem unter Berufung auf den Feuerwehrchef der Stadt Ahwas im
       Südwesten des Landes, dass sich dort eine Gasexplosion ereignet habe. Den
       Angaben zufolge gab es vier Tote.
       
       Die Nachrichtenagentur Tasnim, die den iranischen Revolutionsgarden (IRGC)
       nahesteht, dementierte Gerüchte, wonach die Explosion in Bandar Abbas ein
       Anschlag auf den Kommandeur der IRGC-Marine, Aliresa Tangsiri, gewesen sei.
       
       Die staatliche Nachrichtenagentur Irna veröffentlichte ein Foto einer
       teilweise zerstörten Häuserfront eines mehrgeschossigen Wohnhauses. Der
       Grund der Explosion sei noch unklar, hieß es.
       
       In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen
       Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland
       teilnehmen sollen. Hintergrund sind militärische Spannungen. US-Präsident
       Donald Trump hatte eine Flotte samt Flugzeugträger in die Region verlegt.
       Er hatte der Führung in Teheran wiederholt gedroht, in dem Land
       einzugreifen, nachdem der Sicherheitsapparat brutal gegen Proteste
       vorgegangen war.
       
       ## Trump schickt Kriegsschiffe in Richtung Iran
       
       Mit neuen Drohungen hatte Trump zuletzt den Druck auf den Iran noch
       verstärkt. Aktuell seien weitere Kriegsschiffe in Richtung des Landes
       unterwegs – „und hoffentlich werden wir einen Deal machen“, sagte Trump bei
       einem Auftritt im Weißen Haus. „Wenn es keinen Deal gibt – mal sehen, was
       dann passiert“, fügte er hinzu.
       
       Trump behauptete erneut, dass er mit seiner Gewaltdrohung an die iranische
       Regierung die geplante Hinrichtung von 837 Menschen verhindert habe. Er
       habe die Machthaber in Teheran gewarnt, dass sie dann „einen Preis dafür
       bezahlen würden, wie ihn noch nie jemand bezahlt hat“, sagte er. Der
       US-Präsident wollte sich nicht dazu äußern, ob er Iran Fristen gesetzt
       habe, sagte dazu aber: „Sie wissen auf jeden Fall Bescheid.“ Er
       bekräftigte, dass Iran einen Deal eingehen wolle.
       
       Trump hatte der Regierung in Teheran im Zusammenhang mit der
       [1][gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Proteste] mit militärischen
       Angriffen gedroht. Nach der Absage der laut ihm geplanten Hinrichtungen kam
       es nicht dazu. Trump betont, dass er kein Atomwaffenprogramm in Iran
       tolerieren werde. Im Juni 2025 hatte sich das US-Militär Israels Krieg
       gegen Iran angeschlossen und dort zentrale Atomanlagen bombardiert.
       Hintergrund des Atomstreits sind Befürchtungen westlicher Staaten, die
       Führung der Islamischen Republik könne nach Kernwaffen streben. Teheran
       bestreitet dies.
       
       ## Irans Präsident Peseschkian macht Westen verantwortlich
       
       Der [2][iranische ‌Präsident Massud Peseschkian] wirft ⁠den USA, Israel und
       europäischen Staaten vor, die jüngsten Unruhen im Land geschürt zu haben.
       In einer live im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache sagte Peseschkian
       am Samstag, diese Länder hätten die wirtschaftlichen Probleme Irans
       ausgenutzt, um die Gesellschaft zu spalten. Sie hätten versucht, „dieses
       Land zu zerreißen“.
       
       [3][US-Präsident Donald Trump], der israelische Ministerpräsident Benjamin
       ⁠Netanjahu und ‍die Europäer hätten die Unzufriedenheit für ihre Zwecke
       instrumentalisiert. Es sei offensichtlich, dass ⁠es sich nicht nur um
       soziale Proteste gehandelt habe, fügte Peseschkian hinzu.
       
       31 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
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